Rodeln Aus der Baaahn!

Noch lässt der tiefe Winter auf sich warten, aber Schlittenfahren macht auch auf dünnen Schneedecken mordsmäßigen Spaß - nicht nur Kindern. Wir stellen die vier Top-Rodelbahnen Bayerns vor. Dort können Groß und Klein die Kufen so richtig laufen lassen.

Von Stefan Herbke


Fast könnte man von einem Trendsport reden. Immer mehr Menschen finden Gefallen an dem "Traditionssport" – bereits 1883 fand in Davos das erste offizielle Wettrodeln statt – und holen ihre seit Kindheitstagen gehüteten Schlitten aus dem Keller. Gut beraten ist, wer da die richtige Kleidung und feste, warme Schuhe anhat, die braucht man nämlich unbedingt für eine lustige Rodelpartie.

Das Angebot an Bahnen wächst jeden Winter, Rodeln ist in, die Nachfrage groß. Und so pilgern die neuen Rodelfans allein, zu zweit, mit Familie oder gleich in ganzen Gruppen zu den Bahnen und freuen sich wie Kinder, wenn sie nach mehr oder weniger geglückten Brems- oder Ausweichmanövern unten wie ein Schneemann vom Schlitten steigen. Damit Sie nicht stattdessen wie ein begossener Pudel dastehen, haben wir vier der schönsten Rodelbahnen zwischen Berchtesgaden und Oberstdorf ausgewählt. Bahn frei für die besten Schlittenstrecken.

Volle Kraft voraus: Bei kaum einer anderen Gelegenheit können auch Erwachsene so viel kindlichen Spaß haben wie beim Rodeln
Gelder, Herbke

Volle Kraft voraus: Bei kaum einer anderen Gelegenheit können auch Erwachsene so viel kindlichen Spaß haben wie beim Rodeln

Bahn 1: Ramsau, Toter Mann, auf 1391 Metern Höhe

3,3 Kilometer lang, 350 Meter Höhenunterschied, Schwierigkeitsgrad mittel

Der eher unscheinbare Waldhügel des Toten Manns ist ein idealer Aussichtspunkt: Von hier blickt man auf die grandiose Berchtesgadener Gipfelwelt zwischen Hohem Göll, Watzmann, Hochkalter und Reiter Alpe Parade. Der eineinhalbstündige Anstieg vom Gasthaus Schwarzeck auf dem gut angelegten Weg lohnt sich also. Es herrscht ein buntes Nebeneinander von aufsteigenden Wanderern und abfahrenden Rodlern. Wenn der eine oder andere sein Gefährt nicht so gut beherrscht, bringt ein beherzter Sprung zur Seite einen schnell aus der Gefahrenzone. Oben teilt sich der Weg, links kommt man nach wenigen Metern zur Bergstation der Sesselbahn und zum Berggasthaus, wer eher Einsamkeit sucht, der sollte rechts zum Hauptgipfel gehen. Einen Sessellift nach oben gibt es übrigens auch.

Anfahrt: Salzburger Autobahn bis Ausfahrt Bad Reichenhall, über Reichenhall nach Bischofswiesen, am Ortseingang Abzweigung nach Loipl und zum Schwarzeck.

Einkehr: Berggaststätte Hirschkaser (1385 m).

Karte: BLVA UK L 4, Berchtesgadener Alpen (1:50000).

Hinweis: Rodelverleih bei der Sesselbahn-Talstation.

Information: Tourist-Information, Im Tal 2, 83486 Ramsau, Tel. 08657/9889-20, www.ramsau.de, www.hochschwarzeck.info



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fritze meier, 15.11.2006
1. na wo wohl
val thorens. wohlgemerkt: die pisten. das drumrum, nun ja, geniesst man besser im halbschlaf.
Fidel Castr(at)o, 15.11.2006
2.
Sehr bekannt, sehr viele Leute, aber trotzdem wohl mit das tollste Skigebiet, das man in den Alpen findet: (St. Anton) am Arlberg! Wenn man sich die Mühe macht, früh aufzustehen und mit bei den ersten am Lift zu sein, hat man mindestens 2h, in denen wenig los ist und man wirklich Skifahren kann. Für Ortskundige: Wunderschön sind der Schöngrabenlift, die Schindlerkar-Abfahrten auf beiden Seiten, die Buckelpistenabfahrt nach St. Christoph, die Zamermoosbahn sofern man sich bei der Abfahrt auf der buckeligen rechten Seite hält... und definitiv einen Besuch wert ist das Albonagrat... wehe man war in St. Anton, aber nicht dort! Für einen Tag - am geschicktesten natürlich, wenn möglich, unter der Woche - ist bei guten Schneeverhältnissen Alpbach einen Besuch wert. Wirklich schöne Pisten und ein schönes kleines Gebiet, dass für einen Tag ausreichend Fahrspaß bietet!
Brettschneider 15.11.2006
3.
Ich hatte immer ein Faible für Sommerski. Cervinia/Plateau Rosa mit der alten Kilometro Lanciato war göttlich. Diesen Rundblick werde ich nie vergessen Aber selbst auf 3500m muß man sich bei der Gletscherschmelze beeilen, wenn man noch sommerskifahren will. Dieses Jahr ging ja auf dem Rettenbachferner im Ötztal nicht einmal Ende Oktober etwas. Da war ich vor 20 Jahren Ende Juli bei bestem Firn bis zum Parkplatz. Die Zeiten sind wohl vorbei!
Tsoumaz, 16.11.2006
4. Beste Pisten
---Zitat von sysop--- Ob Abfahrt oder Langlauf, ob Snowboard oder Heli-Ski: Der Winter hat unzählige Vergnügungen zu bieten. Aber nicht alle Pisten halten, was sie versprechen. Was sind Ihre Tipps? Wo macht der Winter am meisten Spaß? ---Zitatende--- Wallis, unteres Rhonetal, 4 Täler Region um Verbier. Das Skigebiet geht von 1500 - 3300m, Pisten aller Schwierigkeits grade auch für Extremsportler. Allerdings fast nur FeWo; kein HullyGully außer direkt in Verbier. Dadurch nichts für Ballermänner oder Ischgl-Fans. Ein Leckerbissen zum Zuschauen ist der Mitte März stattfindende O'neill Xtreme Freeride Contest Verbier mit den weltbesten Snowboardern und Freeridern am 3222m hohen Bec de Rosses mit 55 Grad steiler Nordflanke. Der Wettbewerb zählt zu den extremsten seiner Art - weltweit.
soylentyellow, 16.11.2006
5. Val Thorens - klarer Sieger
Val Thorens in den Trois Vallees, ganz klar. Nicht 30km Pisten wie auf dem beschriebenen Pitztaler Gletscher sondern 600km Pisten. Und dann kann man natürlich auch noch neben der Piste, das ist nochmal besser (v.a. neben den schwarzen Pisten - die auch wirklich schwarz sind). Auch die ca 150 Lifte, verteilt auf drei Täler, sind ein Genuss. Was es da an Lifttechnik gibt ist beeindruckend. Anstehen ist da ein Fremdwort. Und die funktionalen Betonburgen sind mir allemal sympathischer als diese Pseudo-Gemütlichkeit wie ich sie beispielsweise im Zillertal gesehen habe. ---------- Für die absoluten Freaks empfehle ich La Meije/La Grave in der Nähe von Les Deux Alpes. Dort gibt es zwar nur eine Pseudo-Gondelbahn und einen Schlepplift, dafür aber Tiefschnee satt und KEINE einzige präparierte Piste (bis auf 500m auf dem Gletscher wegen den Gletscherspalten). Eigentlich gibt es nur den Lift und keine Piste, nur "itineraires", also Spuren im Schnee. Aber: Nur geeignet für Skifahrer (Snowboarder waren dort sehr selten) welche sich auch abseits der schwarzen Pisten wohl fühlen. Für Familien absolut ungeeignet. Man kann auch über den Gletscher rüber nach Les Deux Alpes, allerdings muss man dann etwa 500m über den Gletscher laufen. Aber im Vergleich zu La Grave ist Les Deux Alpes einfach zu flach. ---------- Frage an die Ski-Begeisterten: Gibt es vergleichbares bzw. noch besseres/noch steileres/noch größeres als Val Thorens (Größe) bzw La Grave (Tiefschnee/G/Steilheit)?
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