Rumäniens Touristenhit "Fröhlicher Friedhof" wird restauriert

Der Cimitirul Vesel, der "fröhliche Friedhof", ist eines der beliebtesten Touristenziele Rumäniens: Auf den Kreuzen werden Lust und Laster der Verstorbenen in humoristischen Versen und Bilder geschildert. Die Regierung will das einmalige Monument sanieren.

Bukarest - Jährlich ziehen 30.000 Touristen aus dem In- und Ausland über den Friedhof im nordrumänischen Sapânta, eine für das touristisch bisher unentwickelte Land immense Zahl. Der Besuch des "Cimitirul Vesel" ist dabei keineswegs nur eine ernste Angelegenheit: Auf den rund 300 leuchtend blauen Kreuzen sind die Vita und die Todesumstände des Verstorbenen in humoristischen Versen und Bildern nacherzählt. So schmückt das Grab eines Mannes, der an seinem Alkoholismus starb, ein umgekipptes Glas. Auf anderen ist eine Köchin zu sehen, die von ihrer Suppe nascht, und auf dem Kreuz eines Unfallopfers thront ein zerbeultes Auto.

Der Schöpfer der skurrilen Kreuze war ab 1931 der Holzschnitzermeister Stan Ioan Patras, der hiermit dem Sterben und dem Tod eine heitere Note verleihen wollte. Noch heute wird die Tradition in dem Ort, der in der Holzschnitzer-Region Maramures liegt, gepflegt. Die alten Holzkreuze sollen restauriert werden, berichtete die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax. Die Regierung in Bukarest verfügte außerdem die Bestückung des Friedhofs mit Sitzbänken, Mülleimern und Beleuchtung. Für die Sanierung des Volkskunst-Monuments sollen umgerechnet rund 86.000 Euro ausgeben werden.

abl/dpa

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