Zu viele Urlauber Sardinien verlangt Eintritt für den Strand La Pelosa

Einer der schönsten Strände Italiens ist zu beliebt geworden: La Pelosa auf Sardinien. Ab dem kommenden Sommer soll es nur noch beschränkten Zugang gegen Geld geben.

La Pelosa (Archiv): Badetücher und Taschen sind schon verboten
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La Pelosa (Archiv): Badetücher und Taschen sind schon verboten


Was für ein feiner weißer Sand! Was für ein unglaublich klares Wasser! Welche Aussicht! Seine Schönheit wird dem Strand La Pelosa in Stintino zum Verhängnis. Abertausende Besucher zählt die Gemeinde im Nordwesten Sardiniens jeden Sommer - zu viele, denn sie bedrohen das Ökosystem der Bucht und beschleunigen die Erosion.

Schon vor einiger Zeit haben die Behörden bereits das Rauchen am Strand verboten. Handtücher sind ohne untergelegte Strohmatte nicht mehr erlaubt, damit nicht noch mehr Sand davongetragen wird - beabsichtigt oder unbeabsichtigt. Jetzt kündigt der Bürgermeister von Stintino, Antonio Diana, an, dass ab kommendem Sommer eine Eintrittsgebühr erhoben und die Zahl der Besucher auf 1500 pro Tag beschränkt werde.

Wie unter anderem die Zeitung "Corriere Della Serra" berichtet, sei diese Maßnahme zunächst als Test gedacht. "Das eingenommene Geld wird helfen, die Überwachung und Pflege des Strandes zu bezahlen", sagte Diana auf einer Ratssitzung. Im Laufe der Jahre hätten Meer und Wind meterlange Sandstrände abgetragen und die Tausenden an Besuchern ihren Teil daran gehabt, schreibt die Zeitung. La Pelosa sei inzwischen zu einem dünnen Sandstreifen geschrumpft, in dem immer mehr Steine sichtbar würden.

Die Gemeinde hat bereits Holzgitter vor den Dünen aufgestellt, um diese zu schützen. Das Abspülen sandiger Füße vor dem Verlassen des Strandes ist Pflicht, das Benutzen von Seifen und Waschmitteln verboten. Wer sich nicht an die Regeln hält, muss mit einem Bußgeld von bis zu 500 Euro rechnen. Es gibt Pläne, die asphaltierten Zugangsstraßen durch Holzstege zu ersetzen, damit La Pelosa nicht mehr per Auto erreicht werden kann.

Sardinien beklagt jedes Jahr den Verlust von mehreren Tonnen Strand und Strandgut. Sogar das Auswärtige Amt hat bereits deutsche Urlauber auf der italienischen Insel ermahnt, vom Strandsammeln Abstand zu nehmen. "Touristen nehmen jedes Jahr tonnenweise Sand, Steine und Muscheln als Souvenir von der Insel mit", erklärte die Behörde in Berlin via Twitter. Dies schade aber der Umwelt und sei per Gesetz auf der italienischen Insel verboten.

In Italien können dafür Strafen zwischen 500 und 3000 Euro erhoben werden. "Lassen Sie den Sand also bitte da, wo er hingehört", hieß es in dem Aufruf, den die Deutsche Botschaft in Rom auch auf Italienisch veröffentlichte. Ebenfalls beliebt bei Sanddieben ist der Strand Is Arutas im Westen der Insel. "Vietato rubare la sabbia" - Sand stehlen verboten - steht dort auf Schildern.

abl

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