Von Bayern bis Südtirol Diese Regeln gelten jetzt in Wintersportgebieten

In Österreich müssen Ungeimpfte in den Lockdown, in Bayern gilt 2G in der Gastronomie. Was bedeutet das für den Skiurlaub in diesem Winter? Eine Übersicht.
Glungezerbahn in den Tuxer Alpen (Tirol): Nur geimpft in die Gondel

Glungezerbahn in den Tuxer Alpen (Tirol): Nur geimpft in die Gondel

Foto: Michael Kristen / kristen-images.com / IMAGO

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Noch vor Kurzem schien es, als ob der Wintersporturlaub in diesem Jahr ohne weitreichende Maßnahmen wieder möglich sein würde. Doch die vierte Welle an Coronainfektionen rollt, und das massiv in Österreich und Bayern. Worauf müssen Skifahrer und Skifahrerinnen sich jetzt einstellen? Welche Regeln gelten in den Alpenländern?

Wie ist die Lage?

  • In Österreich lag die Sieben-Tage-Inzidenz nach Angaben der Behörden am Montag bei 838. Seit Montag gilt landesweit der Corona-Lockdown für alle, die weder geimpft noch genesen sind: Diese Personen dürfen ihre Wohnung nur noch für Lebensmitteleinkäufe, Arbeit oder Ausbildung, Arztbesuche sowie zur körperlichen Erholung verlassen. Kontrolliert werden soll der Lockdown durch ein »engmaschiges Netz«, wie Innenminister Karl Nehammer ankündigte.

  • In Italien lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 86. Das hängt auch mit der Impfquote zusammen, sie liegt bei etwa 84 Prozent und damit um einiges höher als in Österreich, in der Schweiz und in Deutschland.

  • In der Schweiz betrug die Inzidenz 248 und in Frankreich 104 (Stand Montag). Bayern meldete am Montag einen Wert von 530, wobei der Wert nach der letzten Erhebung 953,2 für Ungeimpfte und 97,6 für Geimpfte betrug.

Was muss bei der Ein- und Rückreise beachtet werden?

  • Bei der Einreise nach Österreich muss ein 3G-Nachweis vorgezeigt werden können. Seit Sonntag gilt das Land als Hochrisikogebiet – mit Ausnahme der Gemeinden Mittelberg und Jungholz und dem Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee –, das Auswärtige Amt verhängt daher eine Reisewarnung. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss sich nach der Rückkehr aus dem Urlaub  nach Deutschland mindestens fünf (mit negativem Test) beziehungsweise zehn Tage in Quarantäne begeben. Bei Kindern unter zwölf Jahren endet die Quarantäne auch ohne Nachweis nach fünf Tagen. Zudem ist für Ungeimpfte ein Coronatest vor der Rückreise Pflicht, alle Urlauber müssen eine digitale Einreiseanmeldung abgeben.

  • Wer über die Grenze in die Schweiz oder nach Italien fährt, muss sich zuvor über ein Onlineformular angemeldet haben. Auch ein 3G-Nachweis ist nötig – in der Schweiz nur für Menschen über 16 Jahre, in Italien über sechs Jahre. Für Frankreich reicht der Geimpft-genesen-getestet-Nachweis, ungeimpfte Kinder ab zwölf Jahren müssen einen Coronatest vorweisen. Vor der Rückkehr nach Deutschland aus diesen Ländern müssen nur Ungeimpfte über zwölf Jahren einen Coronatest machen lassen.

  • Aktuelle Informationen über die Einreisebedingungen gibt das Auswärtige Amt in den Reise- und Sicherheitshinweisen. 

Welche Regeln gelten für Urlauber in den Skigebieten?

  • In Österreich gilt unter anderem in Beherbergungsbetrieben, Gastronomieeinrichtungen wie auch Skihütten und Seilbahnen die 2G-Regel (»geimpft, genesen«) . Kinder unter zwölf Jahren müssen keine Impfausweise vorlegen, für Jugendliche aus dem Ausland zwischen 12 und 15 Jahren gibt es noch keine Regelung, österreichische können ihren sogenannten Ninja-Pass vorlegen. Corona-Testnachweise erlauben keinen Zugang mehr. Beim Einkaufen und in Museen müssen FFP2-Masken getragen werden.

  • In den Bundesländern Salzburg und Oberösterreich gelten zudem verschärfte Maßnahmen. So soll zum Beispiel auch auf Adventsmärkten Maskenpflicht herrschen, zudem ist kein Alkoholausschank erlaubt oder Maskenpflicht gilt auch bei Innenveranstaltungen. Im ganzen Land könnte abhängig von der Lage in den Krankenhäusern auch die 1G-Regel (»geimpft«) in der Gastronomie eingeführt werden, so die Diskussion. In den offiziellen Teststraßen der Initiative »Österreich testet « können sich auch Urlauberinnen und Urlauber kostenlos testen lassen.

  • In der Schweiz gilt landesweit eine Maskenpflicht  im öffentlichen Verkehr sowie in den Einkaufsläden. So müssen auch in den geschlossenen Seil- und Bergbahnen Masken getragen werden, ebenso im Anstehbereich, wenn der sich in Gebäuden befindet, und sollte es dort eng werden. Wer in Innenbereichen von Restaurants, Skihütten oder Hotels essen will, muss ab 16 Jahren einen Impfausweis vorzeigen. Für die Übernachtung in Hotels ist keine Impfung notwendig, in Berghütten dagegen schon. Die 3G-Regel für Seilbahnen gilt nur in wenigen Orten.

  • In Italien wird die 3G-Regel angewandt für alle über zwölf Jahren – sowohl in geschlossenen Seilbahnen also auch in Hotels und Restaurants. Der Nachweis erfolgt durch das digitale Covid-Zertifikat der EU. In Kabinenbahnen und Sesselliften muss ab einem Alter von sechs Jahren eine Maske getragen werden.

  • Frankreich hat eine Maskenpflicht ab elf Jahren für geschlossene Lifte und Warteschlangen vor Liften und Gondeln eingeführt. Erst bei einer Sieben-Tage-Inzidenz ab 200 soll dort 3G gelten, so weit ist es noch nicht. In Hotels und Restaurants gilt schon jetzt 3G-Nachweispflicht (für alle ab einem Alter von zwölf Jahren und zwei Monaten). Ab Mitte Dezember gelten Menschen ab 65 nur dann noch als vollständig geimpft, wenn die letzte Impfung nicht länger als sechs Monate zurückliegt oder sie über eine Booster-Impfung verfügen.

  • In Deutschland greifen die Regeln der Bundesländer. So gilt an der Zugspitze in Bayern, wo am 19. November die Skisaison startet, die 2G-Regel, in den Liften müssen FFP2-Masken getragen werden. In Baden-Württemberg – zum Beispiel am Feldberg – heißt es 2G-plus:  also Geimpfte, Genesene und Kinder bis 17 Jahre, die gegebenenfalls ihren Schülerausweis vorzeigen müssen, da angenommen wird, dass sie regelmäßig getestet werden. Dort entfallen Maskenpflicht und Abstandsregelung.

Fazit:

Wer geimpft oder genesen ist, kann relativ unbehelligt durch Coronamaßnahmen seinen Wintersporturlaub in allen Gebieten verbringen – allerdings auch dann im Bewusstsein, dass Geimpfte ebenfalls andere Geimpfte mit dem Virus anstecken können.

Für Ungeimpfte sind die Regeln am schärfsten in Österreich: Abgesehen davon, dass dort für sie zurzeit ein Lockdown verhängt ist, wird ihnen auch der Zugang zu Gondeln, Hütten und Après-Ski-Vergnügen verwehrt. Ausweichen müssten sie – sollte zumindest der Lockdown aufgehoben werden – wohl auf Ski- und Langlauftouren ohne Lifthilfe und ohne Hüttenversorgung, wo sie im Zweifel vielleicht auch weniger infektiös wirken. In Frankreich reicht ihnen dagegen für eine Liftfahrt nur die Maske – solange die Infektionszahlen nicht in die Höhe schießen.

Da die Lage sich aber von Woche zu Woche in den Ländern verändert, sollten vor Urlaubsantritt die Vorschriften gecheckt werden: Ab welchem Alter dürfen Kinder ohne Impfpass in Restaurants? Wo muss eine FFP2-Maske getragen werden? Wer geimpft ist, muss sich hier wohl einfach nur vorbereiten. Zudem unterscheiden sich die Maßnahmen und Regeln auch von Skigebiet zu Skigebiet – das fängt vom Skipasskauf an (online oder vor Ort?) und reicht bis zur Skischule (geimpft oder getestet?). Aber auch da gilt: Vor Ort oder im Internet informieren die Bergbahnbetreiber ausführlich, ein Check vorab hilft weiter.

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