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Zum Sonnenaufgang auf die Piste: Sechs sells

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Skifahren bei Sonnenaufgang Sechs sells

Vor allen anderen durch den unberührten Tiefschnee gleiten und die ersten Sonnenstrahlen genießen: Viele Skigebiete bieten Aktionen für Frühaufsteher an - mit Bergfahrt, Abfahrt und Frühstück ab sechs Uhr.

"Ski vor 9", "Skikeriki", oder "Early Bird" heißen die Frühaufsteher-Angebote in den Wintersportgebieten. Sie locken Skifahrer, die am Morgen die Ersten auf der Piste sein wollen. Wichtige Fragen und Antworten zu den Aktionen im Überblick:

Welches Programm wird geboten?

Die Frühaufsteher-Pakete sind im Prinzip immer ähnlich aufgebaut. Mit der ersten Bergbahn geht es meist zwischen 6.30 Uhr und 8 Uhr auf die noch unberührte Piste. Nach der Abfahrt im Licht der Morgensonne gibt es auf einer Berghütte oder im Tal in der Regel um 9 Uhr ein Frühstück. Die Teilnehmerzahl ist häufig auf 30 Personen begrenzt. Deshalb muss das Frühaufsteher-Ticket meist schon am Vortag bei der Talstation gekauft werden.

Man braucht einen gültigen Skipass. Die Preise variieren je nach Skigebiet und Üppigkeit des Frühstücks, sie liegen in etwa zwischen 30 und 50 Euro. Es geht aber auch teurer. Kinder zahlen oft weniger als Erwachsene.

Warum so früh?

Einsame Pisten, beste Bedingungen, klare Morgenluft: Die Vorzüge einer frühmorgendlichen Abfahrt liegen auf der Hand. "Es ist einfach ein Traum, die ersten Spuren auf einer frisch präparierten Piste zu ziehen", sagt Alexander Dillig vom Deutschen Skilehrerverband (DSLV). Skifahrer und Snowboarder haben eine unzerfahrene Piste für sich, können weite Kurven schwingen. "Das macht natürlich viel mehr Spaß", findet Stefan Winter vom Deutschen Alpenverein (DAV). Skifahren in der aufgehenden Sonne, das erzeuge eine besondere Stimmung: "Dieses besondere Glücksgefühl, den Tag vor sich zu haben."

Wo kann ich überall morgens auf die Piste?

Zahlreiche Skigebiete in den Alpen bieten die Frühaufsteher-Pakete an. Allein im Montafon in Österreich gibt es vier verschiedene Angebote. Aber auch im Kleinwalsertal, in Serfaus-Fiss-Ladis, in Hintertux, Taupitz, Bad Kleinkirchheim, in der Zillertalarena oder im Großarltal kommen Skifahrer in der Morgendämmerung auf die Piste. In der Schweiz gibt es zum Beispiel in Zermatt, im Engadin und St. Moritz, in der Lenzerheide oder in Morschach Stoos entsprechende Aktionen. Vermarktet werden die Touren etwa als "früh start" oder "Good Morning Skiing".

Worauf müssen Skifahrer achten?

Trotz des Vergnügens lauern früh am Morgen ein paar Stolperfallen auf der Piste. Denn der Schnee kann besonders im Frühjahr hart gefroren sein, wenn die Nacht sehr kalt war. "An solchen Morgen firnt es manchmal erst um halb zehn auf, wenn die Sonne in den Hang scheint", sagt Dillig. Das bedeutet, dass die oberen Zentimeter des Schnees erwärmt und damit langsam weicher werden. Hinzu kommt, dass manche Bereiche der Piste in der Nacht womöglich nicht so sauber planiert wurden. "Dann sind die Spuren vom Vortag überfroren", sagt Winter. "Dann rattert und holpert es beim Fahren. Das kann die Ski verreißen." Wintersportler sollten außerdem nicht übermütig werden: "Wenn die Bahn frei ist, neigen die Leute dazu, ein bisschen Weltcup-Abfahrt zu spielen." Die Übermotivation kann leicht zu Stürzen und Verletzungen führen.

Geht es auch ohne Rundum-Paket?

Durchaus. Skifahrer können schließlich auch um 2 Uhr in der Nacht aufstehen, eine Tour den Hang hinauf gehen und ihre Spuren dann in der Morgensonne abseits der präparierten Pisten ziehen. "Aber das ist Expertenterrain und nur etwas für Profis", warnt Dillig. Schließlich braucht es viel Können, Erfahrung und eine gute Selbsteinschätzung, um die Bedingungen und die Lawinengefahr einschätzen zu können.

Philipp Laage/dpa/jkö
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