Turm von Pisa Erfolgreich schiefer gelegt

Der Schiefe Turm von Pisa wird so bleiben, wie er ist: Seine Schräglage von gut vier Grad gen Südosten soll er auch für die nächsten mindestens 200 Jahre bewahren. Sieben Jahre nach Abschluss der Renovierungsarbeiten verkünden Experten die erfolgreiche Stabilisierung.


So schön schief wie er ist keiner: Um den Schiefen Turm von Pisa sorgt sich die italienische Nation - nun bewahrt das Wahrzeichen zum ersten Mal in seiner 800-jährigen Geschichte Contenance. Der mit der Beobachtung beauftragte Ingenieur und Geologe Michele Jamiolkowski verkündete, dass die Schieflage des freistehenden Gebäudes erfolgreich stabilisiert und es für mindestens 200 Jahre außer Gefahr sei.

Pisas Schiefer Turm: Schräg gen Südosten
AP

Pisas Schiefer Turm: Schräg gen Südosten

"Alle unsere Erwartungen haben sich erfüllt", sagte der Professor der italienischen Zeitung "Corriere della Sera". Seit dem Abschluss der elfjährigen Renovierungsarbeiten im Jahr 2001 habe sich der Glockenturm nicht mehr bewegt. Damals konnte er um rund 40 Zentimeter gerade gerückt werden, was in etwa der Position um 1700 entspricht.

Die Touristenattraktion konnte ab 1990 für fast zwölf Jahre nicht mehr besichtigt werden, da der Turm zuvor Jahr für Jahr um einen Millimeter absank und ein Einsturz befürchtet wurde. Erst nach der 26 Millionen Euro teuren Aufrichtung durften die ersten Besucher das Wahrzeichen Pisas wieder erklimmen.

Der Campanile war in mehreren Abschnitten zwischen 1174 und 1370 erbaut worden. Schon bald nach Baubeginn sackte der Untergrund ab, und die ersten drei Stockwerke legten sich schief. Die Bauarbeiten wurden unterbrochen - für rund hundert Jahre. Spätere Ausgleichsstrategien wie der Einsatz von trapezförmigen Steinen brachten nicht mehr viel, statt hundert Meter Höhe erreichte der Glockenturm nur 55 Meter.

abl



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