Folegandros: Berauschende Sonnenuntergänge als allabendliches Ritual
Folegandros: Berauschende Sonnenuntergänge als allabendliches Ritual
Foto: Vasilis Tsikkinis photos / Getty Images

Sieben Tipps für den Griechenlandurlaub Inselglück mit Schnorchel und Esel

Griechenland empfängt wieder Touristen – und zählt schon jetzt zu den beliebtesten Zielen des Sommers. Wer dem Run auf Kreta und Co. entgehen will, kann sich auf diesen idyllischen Inseln einquartieren.
Von Tinga Horny

Griechenland öffnet wieder für Touristen. Ab Montag entfällt die einwöchige Quarantänepflicht für Einreisende vor Ort, lediglich ein Testnachweis bei der Ankunft ist Vorschrift. Was bleibt, ist die Einstufung als Coronarisikogebiet durch das Auswärtige Amt  und die Quarantäne nach der Rückkehr zu Hause.

Doch wenn das Land hoffentlich bald von der Risikogebietsliste rutscht und ein Trip an die griechischen Küsten, in die Berge und Städte wieder ohne Einschränkungen möglich ist, werden Kreta, Korfu und Co. hoch im Kurs stehen. Vielleicht zu hoch für manchen Reisenden, der wenig Lust auf Gedränge hat.

»Wir spüren deutlich, dass die Leute reisen wollen«, sagt Christiane Pilz vom Griechenlandspezialisten Attika Reisen. Zugleich hat die Verkaufsleiterin noch etwas bemerkt: »Die Kunden sind sehr an individuellen Reisemöglichkeiten interessiert.«

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Sieben griechische Inseln: Kleinode der Ägäis

Foto: Martin Llado / Getty Images

Für Individualurlaub bietet sich Griechenland seit jeher an, weil es mehr als dreitausend Inseln besitzt – Riffe und Riesenfelsen mitgezählt. Genügend also, um auch noch in den nächsten Dekaden neue Urlaubsziele zu erschließen. Fürs Erste jedoch seien hier Inseln empfohlen, die einige Merkmale verbinden: kleine Unterkünfte, reale Preise, viel Ursprünglichkeit – und in einigen Fällen eine etwas längere Anreise.

Andros: Für Wanderer und Strandläufer

Kykladeninsel Andros

Kykladeninsel Andros

Foto: Emanuel Dajlani / EyeEm / Getty Images/EyeEm

Nach Andros gelangt man mit der Fähre von Rafina nahe Athen aus in zwei Stunden. Die rund 40 Kilometer lange Insel ist die zweitgrößte der Kykladen und üppig grün. Griechen machen hier schon lange Urlaub, wegen der mehr als 30 schönen Strände, der hübschen Dörfer und der Tavernen, die für ihre traditionelle Küche bekannt sind.

Das Zentrum des Tourismus stellt der Badeort Batsi dar. Was Andros von den anderen Kykladen unterscheidet, ist aber auch die Architektur der mehrstöckigen Häuser, die mit roten Ziegeln gedeckt sind – statt der typisch weiß gekalkten Würfelhäuser. Außerdem verfügt Andros über ein gut ausgebautes Netz von zwölf Wanderwegen sowie – auch das ist einmalig für die Kykladen – einen Wasserfall: Pithara.

Euböa: Für Entdecker und Aktive

Strand Vithouri auf Euböa

Strand Vithouri auf Euböa

Foto: Constantinos-Iliopoulos / Getty Images/iStockphoto

Eigentlich müsste Euböa, griechisch Evia genannt, viel bekannter sein. Es ist nach Kreta mit einer Länge von 175 Kilometern die zweitgrößte Insel des Landes und durch eine Brücke von Athen in zwei Autostunden zu erreichen. Der bekannteste Urlaubsort heißt Edipsos im Norden, wo Thermalquellen ins Meer sprudeln. Hier haben sich in der Antike Plutarch und Aristoteles im warmen Wasser geaalt. Jahrhunderte später stiegen Onassis, die Callas und auch Churchill im heute noch existierenden Luxushotel Thermae Sylla ab, um die Thermen zu genießen.

Die Mitte der Insel ist gebirgig und mit Pässen, Pfaden sowie Bilderbuchdörfern wie Steni bestes Wander- und Mountainbike-Revier. Klöster und Kirchen können die Ziele sein. Wer baden will, der besucht die Strände in der Region Karystos im Süden. Hier befinden sich auch die geheimnisvollen Drachenhäuser. Über den Ursprung dieser aus gewaltigen Steinblöcken und -platten gebauten Häuser rätseln Wissenschaftler noch heute.

Folegandros: Für Genießer und Romantiker

Folegandros bietet Terrassenfelder im Westteil und Steilküste im Ostteil der Insel. Sieben Stunden lang dauert die Anreise mit der Fähre von Piräus aus. Durch die Nähe zu Santorin, Sikinos und Naxos bietet sich Inselhüpfen an. Das kleine Eiland von zwölf Kilometer Länge hat alles, was Individualisten zum Ausspannen benötigen: übersichtliche Strände, wunderbares Wasser und Ruhe.

Die Insel ist ein entspannter, nicht ganz so mondäner Gegenentwurf zu Santorin. Das Motto: Hier muss man gar nichts. Faulenzen und Spaziergänge sind angesagt. Als Programmhöhepunkt gilt die Bootsfahrt zur 300 Meter langen Chrysospilia-Höhle. Und wie auf Santorin gehört zum täglichen Ritual das Warten auf den Sonnenuntergang. Der zeigt sich traditionell besonders spektakulär vom Hauptort Chora aus, der mit seinen weißen Häusern auf einem Felsen 200 Meter über dem Meer thront.

Leros: Für Taucher und Wasserratten

Dodekanes-Insel Leroa: Restaurierte Mühlen und die Festung

Dodekanes-Insel Leroa: Restaurierte Mühlen und die Festung

Foto: Izzet Keribar / Getty Images

Acht Stunden Fährfahrt sind es von Piräus aus bis nach Leros, das vor der türkischen Küste liegt. Die kleine Dodekanes-Insel hat neben zahlreichen Windmühlen eine extrem zerklüftete Küste. Eine Folge davon sind viele Kiesbuchten mit Bademöglichkeiten in glasklarem Wasser. Hinzukommt, dass Schiffswracks und Flugzeugteile aus dem letzten Weltkrieg Taucher magisch anziehen.

Wegen der Nähe zu Kos, Patmos und Kalymnos bietet sich auch hier ein interessantes Inselhüpfen an. Das Leben auf Leros spielt sich indessen in erster Linie an der Ostseite in den mittlerweile zusammengewachsenen Ortschaften Panteli, Aghia Marina und Platanos ab. Durch die gewundenen Gassen der ehemaligen Fischerdörfer mit ihren Tavernen lässt sich gut bummeln. Ein Hingucker im wahrsten Sinne ist die weithin sichtbare Festung Panagia.

Kythira: Für Naturfans und Geschichtsfreunde

Ionische Insel Kythira

Ionische Insel Kythira

Foto: elias kordelakos photography / Getty Images

Kythira, das wie Zypern behauptet, Geburtsort der Aphrodite zu sein, ist extrem vielseitig. Die strategische Lage vor dem Peloponnes hatte zur Folge, dass auf dieser Ionischen Insel etliche Eroberer und Besatzer ihre Spuren hinterlassen haben: Byzanz, Venedig, Frankreich, England. Byzantinische Kirchen, die venezianische Festung über Chora sowie eine britische Brücke bezeugen diese wechselvolle Vergangenheit eindrucksvoll.

Zugleich kann Kythira mit nicht überlaufenen Sand- und Kiesstränden und abwechslungsreicher Landschaft aufwarten. Steilküste, Höhlen, Wasserfälle und malerische Buchten wechseln sich ab. Besonders reizvoll: das Dorf Milopotamus, an dessen Bach einst mehr als 20 Wassermühlen standen. Heute ist nur noch eine in Betrieb.

Astypalea: Für Kenner und Schnorchler

Astypalea in den südlichen Sporaden

Astypalea in den südlichen Sporaden

Foto: George Papapostolou photographer / Getty Images

Die zwischen dem Dodekanes und den Kykladen gelegene Insel hat die Form eines Schmetterlings. Genau genommen teilt sie sich in zwei Inseln, die durch eine Landbrücke verbunden sind. Obwohl das Eiland über einen kleinen Flughafen verfügt, steht es nicht im Fokus touristischer Entwickler. Das mag daran liegen, dass viele Strände steinig und die Sandstrände nur per Boot zu erreichen sind.

Dafür punktet Astypalea mit jeder Menge Ursprünglichkeit und verträumten Fischerdörfern wie Maltezana und Vathi. Wer mehr Leben braucht, muss schon in den Hauptort Chora mit der Festung, den weißen Häuschen, Tavernen und Cafés sowie dem Labyrinth aus Gassen fahren. Ein Bootstrip führt zu den Mini-Inseln Kounoupes und Koutsomitis mit Stränden und perfekten Schnorchelrevieren.

Syros: Für Architekturfans und Entdecker

Kykladeninsel Syros: Bergdorf Ano Syros im Osten

Kykladeninsel Syros: Bergdorf Ano Syros im Osten

Foto: Charalambos Andronos / Getty Images/iStockphoto

Auf Syros als Verwaltungssitz der südlichen Ägäis herrscht zu jeder Jahreszeit Betrieb. Die mehr als 20.000 Einwohner leben im Gegensatz zu so vielen anderen Kykladeninseln nicht hauptsächlich vom Tourismus. Griechen vom Festland schätzen Syros im Sommer als Urlaubsziel.

Von nicht dringenden Reisen ins Ausland rät die Bundesregierung derzeit generell ab, eine Einreise nach Griechenland ist jedoch möglich – wenngleich es derzeit als Risikogebiet eingestuft  ist. Wer bis 19. April einreist, muss in eine siebentägige Quarantäne; ein negatives PCR-Testergebnis, das nicht älter als 72 Stunden sein darf, ist Pflicht. Danach soll die Quarantäne für EU-Bürger entfallen, die Einreisenden müssen aber entweder vollständig geimpft sein oder einen aktuellen, negativen PCR-Test vorweisen können. Auch wird ein Teil der Ankommenden weiterhin per Zufallsprinzip noch mal getestet.

Das Eiland überzeugt mit seiner Landschaft und einem Schuss felsiger Kargheit, die dennoch ausreichend Bademöglichkeiten zulässt. Doch der eigentliche Charme besteht in der Architektur. Die ist nicht nur geprägt durch die typisch weißen Würfelhäuser, sondern auch durch die prachtvollen, aus dem 19. Jahrhundert stammenden Gebäude in der Hauptstadt Ermoupolis, die der deutschstämmige Architekt Ernst Ziller entwarf.

Wie wohlhabend die Stadt einst war, können Reisende an den Treppen und Gassen aus Marmor sowie Herrenhäusern des Viertels Vaporia ablesen. Viele Stufen führen von Ermoupolis auch in das Bergdorf Ano Syros. Es ist das architektonische Kontrastprogramm zur repräsentativen Stadt. Wie vor Jahrhunderten bringen hier Esel die Lasten in den Ort, denn die steilen Gassen und Treppenaufgänge sind zu schmal für motorisierte Vehikel.

srt
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