Lagune vor der Stadt Venedigs einsame Inseln

Es muss ja nicht immer das Gedränge auf dem Markusplatz sein: 60 Inseln liegen in der Lagune vor Venedig. Der Fotograf Andrea Pugiotto bringt Sie sicher auf Ideen.

Andrea Pugiotto

Von


Kunterbunte Häuser, verlassene Kirchen, wilde Strände: In der Lagune von Venedig gibt es rund 60 kleine Inseln unterschiedlichen Charakters. Manche gehen sogar von über Hundert Eilanden aus, je nachdem, was man alles dazu zählt - manche bestehen nur aus einzelnen Felsen, andere sind bei Flut unter Wasser und nur bei Ebbe zu sehen.

Obwohl er in Mestre, einem Stadtteil von Venedig auf dem Festland, geboren wurde, hielt sich Fotograf Andrea Pugiotto in seiner Kindheit und Jugend selten in der venezianischen Lagune auf. Erst vor acht Jahren fing er an, die Gegend genauer zu erkunden - und war fasziniert von den vielen kleinen Inseln, die sich dort befinden. Seitdem hält er diese und ihre Bewohner mit der Kamera fest.

Mazzorbo, Pellestrino oder Sant'Erasmo: Rund 30 der Inseln besuchte Pugiotto in den vergangenen Jahren. Sie liegen nur wenige Kilometer weit voneinander entfernt, können mit einem Vaporetto oder mit einem privaten Wassertaxi erreicht werden. Meist kommen Urlauber nur für einen Tagesausflug und bleiben nicht über Nacht.

Zu den bekanntesten zählen etwa Murano, wo seit Jahrhunderten Glas hergestellt wird, und Burano mit seinen bunten Häusern. Auf der ruhigen und beschaulichen Insel Torcello sind die Mosaike der Basilika Santa Maria Assunta attraktiv. Der Fotograf selbst war mit seinem eigenen Boot unterwegs. "Es ist klein und perfekt, um auch zu den kleinen Inseln Zugang zu haben, die man mit dem öffentlichen Wasserbus nicht erreichen kann."

Fotostrecke

15  Bilder
Inseln in der Lagune von Venedig: Jede ist einzigartig

Pugiotto geht es mit seinen Fotos nicht darum, alle Inseln abzubilden, sondern die enge Beziehung zwischen diesen und den dort lebenden Menschen zu beschreiben. Denn beide verschwänden nach und nach. Der durch die globale Erwärmung steigende Meeresspiegel würde ständig die Oberfläche des trockenen Landes reduzieren.

Auch die Insulaner würden immer weniger, vor allem die Jüngeren zögen auf das Festland. Sie gingen nicht nur, weil das Land langsam zu verschwinden droht, sondern auch, weil die Lebenshaltungskosten immer höher werden und es nur wenige Arbeitsmöglichkeiten gibt.

Touristen sollten bei einem Besuch in Venedig also auch einen Abstecher auf die kleinen Inseln in der Lagune machen - solange es sie noch gibt.

Mehr zum Thema


insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dr_gb 01.03.2019
1. Exzeptionell !
Ergänzend kann nur auf Francesco da Mosto's Venice, BBC Serie [2004], hingewiesen werden.
krautrockfreak 01.03.2019
2. Wohl besser als Venedig selbst! Kann nur abraten von Venedig!
Laut, Menschenmassen, Dreck, Gestank, Abzocke - hat mich angewidert und noch nie war ich so enttäuscht von einem Reiseziel. Vorne hui, hinten pfui bzw. alles über 3 m Sichthöhe verfällt und unten glänzt der Marmor, weil der sehnsuchtsuchende Tourist liebt das ja so. Ne, Vendig war vor 50 Jahren vielleicht mal schön, heute kann man sich das sparen.
hamburgerle 01.03.2019
3. Die ganze Region Venedig an sich ist total unattraktiv. Und teuer. Und
total überlaufen. Und vor allem nur noch auf Tourikommerz abgestimmt. Kann ich nicht empfehlen.
Jay Huber 01.03.2019
4. Venedig ist schön
Ich kann die Kritik an Venedig nur bedingt nachvollziehen. Über die Fehler der Stadt- und Landesverwaltung in den vergangenen Jahrzehnten ist viel geschrieben worden, vieles auch berechtigt. Dennoch bleibt Venedig eine gleichermaßen wundersame wie schöne Stadt. Wer Venezianer kennt und von diesen in ihre Viertel und Häuser geführt wird, entdeckt selbst in unmittelbarer Nähe der Tourismus-Hotspots wunderschöne Ecken. Viele Gebäude sehen äußerlich nur bedingt gepflegt aus, sind jedoch bis unters Dach ausgebaut und saniert. Andere Gebäude verfallen, da ihre Eigentümer schlicht nicht das Geld haben, sie zu erhalten. Das war allerdings vor 50 oder 500 Jahren nicht anders. Die Kosten zum Erhalt der Stadt sind immens, die Bemühungen der Bürger und Behörden vielfach groß. Die Venedig-Kritiker wünschen sich oft ein Disney-Venedig, eine Art Super-Resort à la Venetian-Casino in Las Vegas, nur eben größer und natürlich das Original. Sie glauben, dass sie mit einem Einkauf von ein paar Euro, einer Gondelfahrt oder 100 € pro Nacht in einem Hotel den Betrieb und Erhalt der Stadt großzügig finanzieren. In Wirklichkeit ist ihr Beitrag zum Leben der Stadt und ihrer Bewohner gering im Vergleich zu den Kosten. Die nun endlich vereinbarte Einführung einer Steuer für Tagestouristen ist das Beste, was Venedig für sich tun kann. Sie sollte, ähnlich wie auf den Galapagos-Inseln, am Besten 100 € pro Tag betragen, um nur näherungsweise für den Schaden aufzukommen, den der Tagestourismus in Venedig verursacht, und eine nachhaltige Finanzierung des Erhalts der Stadt gewährleisten. Venedig ist jeden Besuch wert - die Stadt, ihre Kirchen und Museen, ihre Hotels und Gastronomie, ihre Bewohner! Und teuer ist Venedig auch nicht. Wo kann man in Deutschland für 3 Euro einen Spritz trinken, wo für 100 Euro die Nacht in einem 500 Jahre alten Palast wohnen. Wer Venedig für teuer hält, beweist damit nur, dass er ausschließlich an den touristischen Hotspots war, sonst aber nichts von der Stadt gesehen hat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.