Via Bavarica Tyrolensis Grenzenlos radeln

Von München aus durch die sanft gewellte Voralpenlandschaft, durch die Tiroler Gebirgswelt bis ins Inntal führt der 225 Kilometer lange Radweg Via Bavarica Tyrolensis. Vor fast einem Jahr eröffnet, spricht der Fernradweg vor allem Familien und Genussradler an.


Radler und die Achenseebahn: Der letzte Abschnitt kann rasant oder gemütlich gestaltet werden
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Radler und die Achenseebahn: Der letzte Abschnitt kann rasant oder gemütlich gestaltet werden

Bad Tölz/Achenkirch - An Flüssen entlang, über Berge hinweg, vorbei an Wiesen, durch Städte und Dörfer hindurch - wer mit dem Rad unterwegs ist, erfährt Land und Leute ganz nah. "Grenzenlosen Radlspaß" - so die dazugehörige Website - bietet der Radweg Via Bavarica Tyrolensis, der mit der bayerischen Voralpenlandschaft und der Tiroler Bergwelt zwei landschaftlich reizvolle Regionen verbindet und in diesem Sommer ein Jahr alt wird. Die 225 Kilometer lange Route führt von München über Bad Tölz oder in einer zweiten Route über den Tegernsee bis zum Achensee und ins Tiroler Inntal.

"Ehrgeizler schaffen es an einem Tag von München bis zu uns an den Achensee",sagt Johannes Entner, der ein Hotel in Pertisau betreibt. "Eine gute Kondition müssen sie dafür aber schon mitbringen." Wer eher gemütlich durch die Landschaft radeln möchte oder mit der Familie unterwegs ist, teilt die Tour in Etappen auf oder wählt einen einzelnen Streckenabschnitt aus. Eine gut gestaltete Karte, die bei den Fremdenverkehrsämtern und über die Website kostenlos bezogen werden kann, hilft bei der Entscheidung. Sie informiert über Streckenverläufe und Höhenunterschiede und hält Tipps bereit, was die Radler am Wegesrand in Sachen Natur, Kultur, Wellness und Gaumenfreuden erwartet.

Auen, Wildbäche, Hochmoor

Wer seine Tour in München beginnt, radelt an der Isar entlang in Richtung Süden. Der Fluss wurde hier im Rahmen der Bundesgartenschau als Paradebeispiel für die ökologische Rückführung renaturiert und bietet Buchten, Liegewiesen, schattige Auen und Kiesstrände. Empfohlen wird ein Abstecher zum Starnberger See, sei es zum Baden oder Bootsfahren. Ein Pendelschiff bringt die Radler aber auch direkt zum Anlegesteg des Museums der Phantasie in Bernried mit seiner Sammlung expressionistischer Gemälde.

St.-Annen-Kapelle in Achenkirch: Tipps über Kultur und Natur am Wegesrand gibt die Karte der Tourismusämter
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St.-Annen-Kapelle in Achenkirch: Tipps über Kultur und Natur am Wegesrand gibt die Karte der Tourismusämter

Viel zu entdecken gibt es in Bad Tölz: die historische Marktstraße, das Franziskanerkloster oder den Kalvarienberg mit einer schönen Aussicht auf die Stadt und den gesamten Isarwinkel. Hinter Bad Tölz führt der leicht ansteigende Radweg durch eine eindrucksvolle Auenlandschaft weiter in Richtung Süden. Sattgrüne Wiesen und reißende Wildbäche bestimmen das Bild. Eine Besonderheit sind die Hecken und das Hochmoor bei Gaißach, um das der Filzenrundweg führt.

Kräftiger in die Pedalen treten müssen die Radfahrer, um die Dammkrone des fjordartigen Sylvensteinsees zu erreichen. Schroffe Felswände säumen dann den Weg durchs Karwendel. Gleich beim Erreichen von Achenkirch ist die St.-Annen-Kapelle mit ihrem markanten Turm nicht zu übersehen und lohnt zumindest einen kurzen Halt.

400 Meter bergab ins Inntal

Beim Weiterradeln öffnet sich die bald Landschaft wieder, und der größte See Tirols taucht auf. Ein für Radfahrer reservierter Weg führt rund um den zwischen Rofan- und Karwendelgebirge in die Landschaft eingebetteten Achensee. Das glasklare Wasser lädt zu einem erfrischenden Bad ein, aber auch eine Schiffsrundreise ist möglich.

Die kulinarische Spezialität ist die Achensee-Forelle, die gebraten, gegrillt oder gebacken auf den Tisch kommt. Eine Attraktion ist der Vitalberg in Pertisau. Tief unter dem gläsernen Pyramidendach verbirgt sich ein Museum rund ums Steinöl, das dem Schiefer des Karwendel abgerungen und zu Wohlfühlprodukten verarbeitet wird. Der letzte Abschnitt des mit EU-Mitteln geförderten Radwegs führt 400 Meter bergab ins Inntal. Wem die Abfahrt zu rasant ist, kann in die Achenseebahn umsteigen, die älteste nur mit Dampf betriebene Zahnradbahn Europas.

Von Detlef Berg, gms



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