Von Basel bis Berlin Fernzug reißt Oberleitung herunter - Hunderte Züge verspätet

In ganz Deutschland und über die Grenzen hinaus ist der Bahnverkehr gestört. Ein Fernzug nach Sylt hat in Duisburg die Stromversorgung beschädigt. Die Bahn rechnet bis in die Nacht hinein mit mehreren zehntausend Verspätungsminuten.


Duisburg - Ein Fernzug nach Sylt hat am Freitag in Duisburg eine bundesweite Störung des Bahnverkehrs ausgelöst. Der voll besetzte Zug habe einen halben Kilometer vor dem Duisburger Hauptbahnhof aus zunächst ungeklärter Ursache die Oberleitung auf etwa hundert Meter Länge heruntergerissen, sagte ein Bahnsprecher in Düsseldorf.

Reparatur von Oberleitungen: Störungen in ganz Deutschland
DDP

Reparatur von Oberleitungen: Störungen in ganz Deutschland

"Es werden vermutlich mehrere hundert Züge betroffen sein und mehrere zehntausend Verspätungsminuten ansammeln." Bis zum Nachmittag hatten bereits insgesamt 200 Züge eine Verspätung von zusammen 3700 Minuten angehäuft, sagte ein Sprecher.

Die Auswirkungen seien bis Basel, Amsterdam, Hamburg und Berlin zu spüren. "Das merkt man überall", sagte Bahnsprecher Torsten Nehring. Der Fernverkehr werde dem Sprecher zufolge um Duisburg herumgeführt und über Wuppertal umgeleitet. Nahverkehrszüge stauten sich und wurden nach und nach durch den Bahnhof geschleust. Die Bahn empfahl Fernreisenden, sich vor Abfahrt im Internet über Verspätungen und Zugausfälle zu informieren. Sie müssen bis in die Nacht hinein mit Beeinträchtigungen rechnen.

Weil rund vierhundert Passagiere auf offener Strecke aus dem Zug steigen mussten, war die wichtige Nord-Süd-Route der Bahn nach dem Unfall vorübergehend voll gesperrt worden. Die Passagiere, darunter viele Ferienreisende, seien mit Bussen und Taxen von der Unfallstelle zu ihren Ersatzzügen gebracht worden. Das Eisenbahn-Bundesamt habe begonnen, die Ursache des Unfalls zu ermitteln. Verletzt wurde niemand.

Der Intercity 2310, der von Frankfurt nach Westerland fahren sollte, hatte um kurz vor 10 Uhr die Störung verursacht. Gegen kurz vor 15 Uhr wurde der Zug nach Köln abgeschleppt, seither laufen Reparaturarbeiten an der Oberleitung.

abl/AP/dpa



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