Algarve und Madeira Waldbrände bedrohen Touristengebiete in Portugal 

Viele Urlauber mussten ihre Hotels verlassen: Waldbrände in Portugal sind Touristenregionen bedrohlich nahe gekommen und haben bereits ganze Landstriche zerstört. Auch in Italien, Griechenland und Spanien ist die Feuerwehr pausenlos im Einsatz.

DPA

Lissabon - Verheerende Brände haben im Süden Portugals große Gebiete verwüstet. Touristenhochburgen an der Algarve sind bedroht. Im Bezirk Tavira nahe der Grenze zu Spanien im Südosten des Landes wüteten die Brände am heftigsten. Das Feuer habe in kurzer Zeit rund ein Drittel der Fläche des Verwaltungsbezirks vernichtet, sagte Jorge Botelho, Bürgermeister von Tavira. Auch im Norden des Landes gab es kleinere Waldfeuer. Insgesamt meldete die portugiesische Feuerwehr rund 200 Brände.

Die Flammen waren am Freitag noch rund 20 Kilometer von der beliebten Algarve-Küste entfernt. Sie näherten sich aber bedrohlich dem 11.000-Einwohner-Städtchen Sao Brás de Alportel, rund 15 Kilometer nördlich der Algarve-Hauptstadt Faro. "Die Lage ist besorgniserregend, die Flammen sind nur zwei Kilometer von der Stadt entfernt", sagte Bürgermeister António Eusébio. Rund 100 Patienten einer Klinik seien in Sicherheit gebracht worden.

Auf der Atlantikinsel Madeira hat sich die Situation leicht entspannt, vier Brandherde flackerten allerdings erneut auf. Nach Behördenangaben gibt es noch zwei Brände in der Nähe der Inselhauptstadt Funchal. Dort hatten die Flammen am Donnerstagmorgen mehrere Häuser sowie eine Industrieanlage zerstört und die Stadt in Rauch gehüllt. Einige Touristen mussten daraufhin ihre Hotels wechseln.

Auch in Italien ging der Kampf gegen die Flammen weiter. Das vor vier Tagen ausgebrochene Feuer im süditalienischen Pollino-Nationalpark ist noch nicht gelöscht, aber weitgehend unter Kontrolle. Vier Löschflugzeuge und ein Helikopter sollen die Brände weiter eindämmen. In der Nähe von Ravenna an der Adria mussten Campingplätze evakuiert werden, weil die Flammen sich gefährlich näherten. In Massa Marittima in der Toskana zerstörte ein Brand einen Ferien-Bauernhof. Ein 85-Jähriger starb in Kalabrien, als er brennendes Reisig löschen wollte.

Unterdessen hat die Feuerwehr in Spanien einen Großbrand unter Kontrolle bekommen, der hunderte Häuser und den Teide-Nationalpark bedrohte. Wie die Regionalregierung der Kanaren am Donnerstag mitteilte, erfasste das Feuer eine Fläche von 5200 Hektar und zerstörte gut 1000 Hektar Land. Fünf Tage waren Löschhubschrauber im Einsatz, um ein Übergreifen der Flammen auf das Dorf Vilaflor und den von der Unesco gelisteten Nationalpark zu verhindern. Ein Brand auf der Insel La Palma, bei dem etwa 800 Hektar Land vernichtet wurden, konnte ebenfalls unter Kontrolle gebracht werden.

Die griechische Feuerwehr kämpfte unterdessen mit Hundertschaften gegen ein Großfeuer 40 Kilometer südlich von Athen. Eine Ferienkolonie mit etwa 300 Kindern musste ebenso evakuiert werden, wie mehrere orthodoxe Klöster der Region, wie die Feuerwehr mitteilte. Auf der Peleponnes konnte dagegen ein Großbrand nahe der Hafenstadt Patras unter Kontrolle gebracht werden.

lei/dpa/AFP



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