Küste, Hügel, Gipfelglück Fünf Herbstwanderungen auf Mallorca

Der Himmel blau, Temperaturen um 26 Grad: Mallorca startet sonnig in den Outdoor-Herbst. Hier sind fünf Routenvorschläge - für den höchsten Wandergipfel, die schönsten Ausblicke und Joggingstrecken am Meer.

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Der Sommer ist vorbei, doch nach der Hochsaison ist auf Mallorca vor der Hochsaison. Im Herbst zieht es viele Wanderer auf die Baleareninsel - kein Wunder. Das Tramuntana-Gebirge mit seinen Ausläufern bietet zahlreiche Möglichkeiten für Touren. Und in den kommenden Tagen ist bestes Wetter vorhergesagt, mit Höchsttemperaturen um 26 Grad Celsius.

Sie wollen den Höhenrausch? Oder mögen Sie lieber den Spaziergang mit schöner Aussicht? Sie haben ein Faible für Klosterruinen und andere Kulissen mit Patina? Für jeden Wandergeschmack ist was dabei. Hier sind fünf Vorschläge:

Puig de Bàlitx: Panorama de luxe

Was für eine Aussicht! Unten eine Bucht mit Fischerboot, grüne Küste - und dann diese Berge! Die kleine Hafenstadt Port de Sóller wird überragt vom Puig de Bàlitx, der zu einer der schönsten Wanderungen Mallorcas einlädt. Der vergleichsweise wenig besuchte Gipfel bietet schönere Ausblicke als so manch ein Inseltausender.

Die Tour beginnt von Osten aus am Parkplatz beim Mirador de ses Barques bei Fornalutx - ein guter Startpunkt und der Gipfel ist nicht weit entfernt. Vor allem die letzten paar Hundert Meter machen Laune, wenn der Weg nur noch aus Felsen besteht.

Durch seine Lage am Meer haben Wanderer vom Puig de Bàlitx aus nicht nur die Küste im Blick, sondern auch einige der höchsten Berge der Serra de Tramuntana. Mallorcas viel bewanderter Gebirgszug besteht aus elf Gipfeln, die mehr als tausend Meter hoch sind - ein tolles Panorama, auch wenn der Bàlitx nur 580 Meter hoch ist.

Danach geht es bergab nach Port de Sóller, vorbei an Olivenhainen, Trockenmauern und stillgelegten Plantagen. Die Schläuche alter Bewässerungsanlagen verrotten dort, von Gießkannen blättert Farbe ab, doch der Verfall hat einen gewissen Charme. Unten am Meer lohnt sich ein Spaziergang in der Stadtbucht bis zum Leuchtturm, bevor es denselben Weg zurück zum Parkplatz geht - zu Fuß oder per Taxi.

Länge und Dauer: 12 Kilometer, 3 bis 4 Stunden


Tipp: Planen Sie Ihre Wanderung so, dass Sie zwischen zwölf und 13 Uhr an der Cova des Migdia vorbeikommen, einer Tropfsteinhöhle in Gipfelnähe, aus deren Eingang ein uralter Baum wächst. Gegen Mittag erhellt Sonnenlicht die am Südhang gelegene Höhle, deren Name übersetzt "Mittagshöhle" bedeutet.

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Wandern auf Mallorca: Hauptsache, draußen!

Wanderung bei Sant Elm: Küstenpfad, Cafés und Klosterruine

Diese Tour lohnt sich gleich doppelt: wegen der Küstenstadt Sant Elm mit ihren Cafés und einem kleinen Strand und wegen des aussichtsreichen Aufstiegs zur Klosterruine La Trapa. Los geht es an einem Schotterplatz nahe der Avinguda la Trapa.

Nach dem Start auf breiten Wanderwegen geht es nach einem guten Kilometer durch einen Wald. Hier muss man bald Hände und Füße einsetzen, da bis zu 25 Prozent Steigung möglich sind, teils fehlen die Markierungen. Doch wer sich an den Felsen entlanghangelt, wird mit einem Blick auf die vorgelagerte Insel Sa Dragonera belohnt.

Nach etwa zwei Stunden erreicht man das ehemalige Trappistenkloster. Südlich davon, bei der kleinen ummauerten Terrasse, rastet es sich bei schöner Aussicht. Das Gehöft hat die Jahrhunderte gut überstanden, die Ackerterrassen hingegen litten unter Waldbränden. Glücklicherweise hat die Umweltorganisation GOB sie restauriert.

Weiter geht es auf der Hochebene bis zum 493 Meter hohen Puig de Ses Basses. Bei guter Sicht kann man vom Gipfel aus Mallorcas höchsten Berg erspähen. Die Wege führen teils durch Grasfelder und werden nur ab und an durch Äste und Steinchen unterbrochen, sodass sie auch zum Trailrunning einladen. Mit Speed den Berg hinab - so halten es manche Einheimische, die hier mit freiem Oberkörper joggen.

Ob schnell oder langsam - nach dem Abstieg gibt es wenig Schöneres als ein Bad in der Cala en Basset, einer Minibucht mit nördlicher Ausrichtung. Von dort ist es auch nicht mehr weit zum Torre. Die Strickleiter schwingt etwas tückisch, und im Inneren des ehemaligen Wachturms gibt es nicht viel mehr zu sehen als an die Wand gekritzelte Liebeserklärungen. Dafür ist der Weg zurück nach Sant Elm wieder umso schöner - die ersten Steinbaracken kündigen die Rückkehr in die Zivilisation an.

Länge und Dauer: etwa 14 Kilometer, circa 5 Stunden

Tipp: Das Restaurant Arasa in Sant Elm serviert köstlichen Salat mit Garnelen - und dazu Meerblick.


Puig de Massanella: Ein Höhepunkt

Abstieg vom Pass unterhalb des Puig de Massanella (zwischen Tossals Verds und Lluc)
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Abstieg vom Pass unterhalb des Puig de Massanella (zwischen Tossals Verds und Lluc)

Den höchsten Punkt Mallorcas dürfen Touristen nicht betreten - hier hat nur das US-Militär Zugang. Eine Radaranlage auf dem Puig Major (1445 Meter) dient bis heute zur Mittelmeerüberwachung. Wanderer, die auf Mallorca hoch hinaus wollen, müssen sich also mit dem 1364 Meter hohen Puig de Massanella begnügen - dem zweithöchsten Berg der Baleareninsel.

Schon der Weg zum Startpunkt ist eine Herausforderung: Die kurvige Strecke ist auch bei Rennradfahrern beliebt. Wilde Überholmanöver mit dem Auto sind fehl am Platz. Parken kann man an der Tankstelle Coll de sa Batalla. Von hier zum Gipfel sind es fast 800 Meter - ein Aufstieg, der es in sich hat und der nichts für ungeübte Wanderer ist.

Nach dem serpentinenartigen Waldstück zu Beginn nimmt die Zahl der Bäume langsam ab, bis man sich schließlich inmitten von Felsen wiederfindet. Es gibt einen ausgeschilderten Pfad durch das schroffe Gelände, der sich bei Bedarf abkürzen lässt. Vorsicht: Es kann am Berg gern mal neblig werden. Wenn aber das Wetter mitspielt, bietet sich oben angekommen ein toller Rundumblick über Mallorcas wilden Westen - und natürlich auf den Höhensieger, den Puig Major.

Länge und Dauer: 13 Kilometer, 5 bis 6 Stunden

Tipp: Beim Abstieg von Mallorcas höchstem Wandergipfel lohnt sich ein Stopp an der Font de S'Avenc, einer Quelle auf dem Gebirgspass Coll de sa Linea. Sie befindet sich in einer Grotte. Wer nach der Gipfeltour noch Lust auf Sightseeing hat, kann das Kloster Lluc besichtigen. Es besteht seit fast 800 Jahren - doch kürzlich haben es die letzten sechs Mönche verlassen.


Rund um Peguera: Auf dem Felsplateau dem Trubel entfliehen

Hausberg des Ferienortes Paguera Sa Bruta
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Hausberg des Ferienortes Paguera Sa Bruta

Peguera ist eine Hochburg der Deutschen - und sie ist nur auf den ersten Blick uninteressant für Outdoor-Fans. Rund um die Touristenstadt bieten sich kleine, aber feine Fluchten wie der Puig Gros mit seinen 145 Höhenmetern sowie unterschiedliche Pfade für Wanderer und Trailrunner.

Eine schöne, wenn auch kurze Wanderung führt auf den Hausberg Sa Bruta. Sein Felsplateau bietet eine herrliche Sicht auf die Gegend Calvià. Allerdings gibt es kurz vor dem Ziel 20 Meter, die eng am Felsen hinaufführen: nichts für Menschen mit schwachen Nerven.

Empfehlenswert ist auch eine Joggingrunde bei Sonnenaufgang über den Puig Gros. Wer lieber ausschläft, kommt zum Sonnenuntergang her - und läuft die teils felsige Runde mit Meerblick im Abendrot. Den eher abgeschiedenen Weg erreicht man beim höchsten Punkt durch einen abgebrochenen Zaun. Achtung: Zwischen den Steinchen kann man leicht umknicken.

Der Weg am Meer entlang in Richtung Cala Fornells ist ebenfalls ein Tipp für Läufer. Steile Stufen beim Hotel Gaya unterbrechen die Strecke - aber Sie wollten doch trainieren, oder? Gemütlicher ist ein Spaziergang zum Cap Andritxol. Man passiert einen von vielen Wachtürmen, die vor mehr als 500 Jahren wegen Piratenüberfällen auf der ganzen Insel errichtet wurden. An der Spitze des Kaps, immer dem kaputten Zaun folgend, lässt es sich so gut entspannen wie sonst nirgends in Peguera.

Länge und Dauer: je nachdem, 1 bis 2 Stunden

Tipp: Zum Baden nicht den touristischen Stadtstrand besuchen, sondern lieber Portals Vells - so wie die Einheimischen. Die Dreifingerbucht befindet sich eine 15-minütige Autofahrt entfernt von Peguera, das Wasser ist türkis und klar.


Castell d'Alaró: Burgfels und Spanferkel

Castell d'Alaró: Festung mit Aussicht
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Castell d'Alaró: Festung mit Aussicht

Das beschauliche Dörfchen Orient allein wäre schon eine Reise wert. Noch lohnender ist aber die große Wanderung zum Castell d'Alaró, ein Felsen mit den Resten einer Burg drauf.

Zunächst geht es etwas unspektakulär auf und ab, teils auf betonierten Wegen, aber zumindest hat man die Festung bald im Blick. Auf halber Strecke, in Alaró, empfiehlt sich ein Nutella-Crêpe in der Eisdiele Isla de Gelato. Hinter dem Ort führt ein kleiner Pfad durch die Kehren hinauf zum Burgfels.

Bei schönem Wetter haben Wanderer von der Spitze aus freie Sicht auf Mallorcas Flachland. Hinunter nach Orient führen schmale Wege, die besonders schön in der Abendsonne sind. Kurz bevor es auf das letzte Stück entlang der Straße geht, sollte man sich nicht beirren lassen - der Weg führt schnurstracks durch eine Lammzucht.

Länge und Dauer: 17 Kilometer, 5 Stunden

Tipp: die deftige Küche der Gegend. Am Fuß des Kastells serviert das Restaurant Es Verger Lammbraten. Das Restaurante Orient wird für sein Spanferkel gelobt.



insgesamt 22 Beiträge
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MarkusW77 03.10.2019
1.
wo man überall hin soll? Und vom eigenen Land keine 10 Prozent gesehen. Hauptsache weit weg. Wer's mag.
8400364 03.10.2019
2. eine Woche Malle
Eine Woche Malle ist doch optimal! Schnell hindüsen, Ökowandern und wieder zurück. Irgendwie mit Ryan - Air. Oder war´s Easyjet. Oder doch mit LMAA - Airlines? Das Leben kann so einfach sein.
fabian_feussner 03.10.2019
3. @MarkusW77
Dann nennen Sie mir doch ein Gebiet in Deutschland, das Mitte Oktober dieselben Bedingungen wie Mallorca bietet. Bitte aber auch spanische Küche. Was ist so schlimm daran, nicht in Deutschland Urlaub machen zu wollen? Wobei, das eine schließt das andere ja nicht mal aus. Wieso kann man nicht in Deutschland und auch im Ausland Urlaub machen? Leider sind wir mittlerweile soweit, dass man den Leuten sogar ihren Urlaub madig macht. Schade. Aber was hat der Deutsche noch zu tun, wenn er nicht mal mehr meckern kann?
Dr.T 03.10.2019
4. Nie wieder!
War einmal auf der Insel. Das reicht für ein Leben. In der Cala an der Ostküste konnte man nicht baden, zuviel Müll schwamm da rum. Die Wanderung zum Castell d'Alaro war schön, aber leider waren denen am Kiosk die kalten Getränke ausgegangen.
Die blaue Katze 03.10.2019
5. Meinungs-Jounalismus
macht mal Pause von Klein-Greta und fliegt nach Mallorca. Danach wird der neue Diesel-SUV präsentiert. Aber dann kommt wieder 2 Wochen Klima-Greata und der Weltuntergang.
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