Wandern in den Pyrenäen Hang zum Drama

Enno Kapitza/ADAC reisemagazin

2. Teil: Tag 1 - Dauerregen oder Thermalbad?


Heute Morgen um acht schien noch die Sonne, als wir die erste Hütte, die Refugi dera Restanca, mit dem ersten Stempel im Wanderschein verließen. Das Gras duftete spätsommerlich, die Sonne ließ den Granit funkeln. Für unsere Tour hatte ich extra eine Softshell-Jacke und -Hose besorgt und eine Fleecejacke mit dem Aufdruck "Fuzzy Garhammer Ski-& Boardschool" von meinem Kumpel Maxi. Dazu diverse isotonische Riegel und Getränke sowie einen erstklassigen Rucksack, um das alles zu transportieren. Insgeheim hatte ich gehofft, wir würden im T-Shirt wandern.

Nun trage ich drei Lagen Goretex, darüber die Softshell-und darüber die Regenjacke. Die klitschnassen Lederhandschuhe haben meine Finger lila gefärbt. Wir wandern seit zehn Stunden, fünf davon über Geröllfelder mit mannshohen Felsbrocken, den Rest durch Schlamm und Pfützen. Meine Beine zittern vor Erschöpfung und Kälte, meine drei Liter Wasser habe ich längst getrunken. Ab und zu bleibe ich stehen und schöpfe Regenwasser aus einem der Rinnsale.

Es dämmert. Ich denke an meine Tochter und daran, dass ich es für sie zurück nach München schaffen muss. Auf meinem Handy habe ich ein Foto von ihr gespeichert. Empfang haben wir hier nicht - keine Chance, Hilfe zu holen. Ich schlage Enno vor, das Abenteuer morgen abzubrechen und in ein Thermalbad zu fahren. "Das entscheiden wir beim Frühstück", entgegnet er. Eine halbe Stunde später erblicken wir die rettende Refugi d'Estany Llong.

Carros de Foc bedeutet "Feuerwagen", weil sogenannte Sky Runners die ganze Strecke an einem Tag rennen, was die Namensgeber wahrscheinlich an Autos mit Flammenstreifen oder Heerscharen aus der Hölle erinnert. Der Baske Txus Romón brauchte vergangenes Jahr neun Stunden und 27 Minuten. Unvorstellbar. In der Kategorie "Open", das heißt ohne Zeitbegrenzung, empfiehlt der Veranstalter fünf bis sieben Tage - vorausgesetzt, der Wanderer ist gesund, trittsicher, bergerfahren und hat gutes Wetter.



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Rainer Helmbrecht 22.06.2010
1. Titel verweigert!
Zitat von sysopViel Zeit und einen guten Freund: Das nahm Autor Sebastian Glubrecht in die Pyrenäen mit. Er sah Bergseen, mondgleiche Landschaften und knorrige Bäume, begegnete Südafrikanerinnen und Barbaren. Und erlebte auf seiner sechstägigen Wanderung ein klassisches Abenteuer. http://www.spiegel.de/reise/europa/0,1518,695840,00.html
Ich habe da im Baskenland gelebt und in der Region Aquitaine wunderbare Landschaften und nette Menschen kennen gelern. http://www.file-upload.net/download-2618865/IratyPaysBasque-BP-.pps.html Viel Spaß beim Anschauen dieser *.PPS MfG. Rainer
2funky 22.06.2010
2.
Es erschreckt mich manchmal was man im Spiegel findet. Aber noch mehr, die Peinlichkeit vieler Leute ihre Erlebnisse, die erstens banal und zweitens von einer extremen Egozentrik zeugen, als die Grenzerfahrung schlechthin verkaufen. Auch wen man nach Bayern gezogen ist so bedeutet das nicht Automatisch den Erwerb von "skills". Karten lesen, informieren und nicht zuletzt langsam an die Sache angehen zb. Erstmal mit Tagestouren beginnen wäre hilfreich. Um es auf den Punkt zubringen: Die Selbstüberschätzung vieler Leute erstaunt mich immer wieder
Rainer Helmbrecht 23.06.2010
3. Für einen titelfreies SpOn-Forum.
Zitat von 2funkyEs erschreckt mich manchmal was man im Spiegel findet. Aber noch mehr, die Peinlichkeit vieler Leute ihre Erlebnisse, die erstens banal und zweitens von einer extremen Egozentrik zeugen, als die Grenzerfahrung schlechthin verkaufen. Auch wen man nach Bayern gezogen ist so bedeutet das nicht Automatisch den Erwerb von "skills". Karten lesen, informieren und nicht zuletzt langsam an die Sache angehen zb. Erstmal mit Tagestouren beginnen wäre hilfreich. Um es auf den Punkt zubringen: Die Selbstüberschätzung vieler Leute erstaunt mich immer wieder
Was will uns der Dichter damit sagen? MfG. Rainer
2funky 24.06.2010
4. hum
Dichter ist lieb. Habe ich mich so unklar ausgedrückt? Die gegend ist sicher Schön kein zweifel. Aber mir gefällt der Artikel nicht besonders der Schreibstil. mfg 2funky
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.