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Wie ESTA in den USA Großbritannien führt kostenpflichtige Reiseanmeldung ein

Die USA erheben bereits seit Langem Gebühren für die Einreise per Visa-Waiver-Programm. Die EU-Staaten ziehen 2024 nach. Und auch Großbritannien will kassieren. Je Antrag sollen zehn Pfund fällig werden.
Schlange am Flughafen Heathrow: Auch Einreisende, die kein Visum benötigen, sollen den Antrag stellen müssen

Schlange am Flughafen Heathrow: Auch Einreisende, die kein Visum benötigen, sollen den Antrag stellen müssen

Foto: HANNAH MCKAY / REUTERS

Reisen nach Großbritannien sind durch den Brexit für viele aufwendiger geworden – und sollen bald auch teurer werden. Neben der Pflicht, einen Reisepass mitzuführen, will das Vereinigte Königreich ein kostenpflichtiges Visa-Waiver-Programm nach US-Vorbild einführen.

Konkret soll zur Einreise bald eine sogenannte Electronic Travel Authorisation (ETA) verlangt werden. Das soll für Reisende gelten, die nicht ohnehin schon ein Visum haben, die nicht die britische oder irische Staatsangehörigkeit besitzen und keine Aufenthalts- oder Arbeitserlaubnis in Großbritannien haben.

Betroffen sein können also Menschen, die etwa zur touristischen Einreise sonst kein Visum benötigen wie US- oder EU-Bürger. Der Antrag soll zehn Pfund kosten und für zwei Jahre gültig sein. Das teilte die britische Regierung in dieser Woche mit .

Einreiseerlaubnis für den Schengenraum künftig am günstigsten

Die neue Regelung soll grundsätzlich ab Ende 2024 gelten. Bürgerinnen und Bürger bestimmter Staaten sollen der Mitteilung zufolge aber bereits früher eine ETA nachweisen müssen. So soll die Regelung für Staatsangehörige von Katar bereits ab dem 15. November 2023 und für Staatsbürger aus Bahrain, Jordanien, Kuwait, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ab 22. Februar 2024 gelten.

Neu ist die Idee nicht. Die USA erheben schon seit 2009 Gebühren für die im Rahmen des Visa-Waiver-Programms gewährte elektronische Einreiseerlaubnis (ESTA). Mit ihr können Staatsbürger fast aller europäischen Länder sowie etwa aus Australien, Japan oder Südkorea für aktuell 21 Dollar in die USA einreisen. Auch die ESTA-Genehmigung ist zwei Jahre lang gültig.

Die EU-Staaten planen ab 2024 ebenfalls eine kostenpflichtige Einreiseanmeldung. Das für den Schengenraum vorgesehene European Travel Information and Authorization System  soll je Antrag sieben Euro kosten, die Genehmigung dann aber sogar drei Jahre gültig sein.

Neben der finanziellen Komponente geht es den Behörden der Länder durch die Voranmeldung auch darum, die Sicherheit innerhalb der Grenzen zu erhöhen. Das Reisegenehmigungssystem ermöglicht es den zuständigen Stellen, die Antragssteller zu überprüfen.

apr