Wikingerfest Up Helly Aa Wilde Männer, alte Riten

Die Wikinger sind los. Wilde Männer mit langen Bärten, Äxten und Kettenhemden tragen ihr Langboot bei Fackelschein zum Brandplatz. Beim spektakulären Feuerfest Up Helly Aa auf Shetland fallen die Schotten zurück ins Mittelalter.


Mit Fackel und Axt, Kettenhemd und langem Bart – die Bewohner der Shetland-Inseln haben ihr spektakuläres alljährliches Wikingerfest Up Helly Aa zelebriert. Hunderte Einheimische verkleideten sich als Nordmänner, und Tausende Touristen wohnten dem wilden Gelage bis gestern früh in den Straßen von Lerwick bei. Monatelang bereiten die Karnevalisten von Shetland die wichtigste Feier des Jahres vor – ihre Planung verläuft überwiegend bei höchster Geheimhaltung.

Der Höhepunkt des Up Helly Aa ist ein Fackelzug unter der Leitung des Wikingerhäuptlings "Guizer Jarl", bei dem ein selbst gebautes, prachtvolles Langschiff durch die Stadt getragen wird. Dort wird es den Flammen geopfert. Bei dem Spektakel dürfen Frauen allerdings nicht mitmachen. Anschließend wird in den Kneipen gefeiert bis zum Morgengrauen. Die verkleideten Männer, die Guizers, – ziehen von Party zu Party und mischen die Feiern mit Tanzeinlagen und Sketches auf.

Mit dem Wikingerfest spielen die Shetland-Bewohner auf ihre Vergangenheit an. Die Inseln Shetland und Orkney wurden rund 500 Jahre lang von den wilden Männern aus Skandinavien regiert, bis sie 1468 Teil von Schottland wurden. Doch erst 1870 wurde Up Helly Aa erstmals in historischen Quellen erwähnt. Es heißt, dass einige Einwohner die rauen Weihnachts- und Silvesterfeiern damit eindämmen wollten. Sie dachten sich den lautmalerischen Titel aus, legten das Festival auf Ende Januar und führten nach und nach das Wikinger-Thema ein. Auch bei den stärksten Winterstürmen auf den schottischen Inseln wird Up Helly Aa niemals abgesagt.

abl



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