Winterziel Zermatt Im Schatten des Matterhorns

Sehen und gesehen werden gehören dazu, in Zermatt ist das sportliche nur das halbe Vergnügen. Die Preise sind happig im Walliser Luftkurort, zu Füßen des Bergs der Berge, wie die Einheimischen das 4478 Meter hohe Matterhorn nennen, ist Skifahren allerdings auch rund ums Jahr möglich.


Matterhorn, Berg der Berge: Zermatt wird seinen Gästen viel Abwechslung zu bieten
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Matterhorn, Berg der Berge: Zermatt wird seinen Gästen viel Abwechslung zu bieten

Zermatt - Bei schönem Wetter ist es eine Winterlandschaft wie im Märchen: Das Schnee bedeckte Matterhorn glitzert in der Sonne, seine Silhouette hebt sich majestätisch gegen den strahlend blauen Himmel ab. Skifahrer und Snowboarder tummeln sich auf Pisten mit einer Gesamtlänge von 394 Kilometern. Doch selbst wenn Stürme toben und die Berge so verhangen sind, dass keine Gondeln und Lifte mehr fahren, hat der Walliser Luftkurort Zermatt seinen Gästen noch viel Abwechslung zu bieten.

Den Ruf, ein Ferienziel für gehobene Ansprüche zu sein, hat Zermatt sicherlich zu Recht - was sich allerdings auch in den Preisen widerspiegelt. Angenehm ist allein schon die Tatsache, dass der Autoverkehr völlig aus dem 1620 Meter hoch gelegenen Ort verbannt wurde, was eine hohe Luftqualität garantiert. Der Besucher muss sein Fahrzeug in Täsch stehen lassen und mit dem Shuttlezug anreisen, der tagsüber alle 20 Minuten verkehrt. In Zermatt stehen lediglich Elektrotaxis zur Verfügung, gemütliche Ausflüge können auch im Pferdewagen beziehungsweise Pferdeschlitten unternommen werden.

Dominiert wird die Zermatter Kulisse vom "Berg der Berge", dem 4478 Meter hohen Matterhorn. Zum Skigebiet führen mehrere Kabinenseilbahnen, die Hauptlinie endet an der knapp 3000 Meter hoch gelegenen Bergstation "Trockener Steg". Dort breitet sich der Theodul-Gletscher zwischen dem Großen und dem Kleinen Matterhorn aus - ein ganzjähriges Skiparadies mit Pisten aller Schwierigkeitsgrade. Es ist zugleich das höchst gelegene Sommerskigebiet der Alpen.

Zum Brunch nach Italien

Besonders beliebt ist die Abfahrt vom 3885 Meter hohen Kleinen Matterhorn, auf das eine weitere Kabinenseilbahn führt. Von dort kann man auch auf italienisches Gebiet gelangen, und diese Möglichkeit wird von den Wintersportlern immer gerne wahrgenommen. Zum einen reizt es ganz einfach, per Ski über die auf dem Bergrücken verlaufende Grenze in ein anderes Land zu fahren. Zum anderen sind die Gastronomiepreise auf der italienischen Seite um einiges niedriger als in der Schweiz. Auch wer keinen Wintersport treiben möchte, kommt am Theodul-Gletscher auf seine Kosten - zumindest bei schönem Wetter. Die Sonnenterrassen des Restaurants "Trockener Steg" laden zum Entspannen und zum Genießen der herrlichen Bergwelt in aller Ruhe ein. Auch die Fahrt zum Kleinen Matterhorn steht Fußgängern offen. Von der Bergstation führt ein Tunnel zur Aussichtsplattform auf dem Gipfel, wo sich ein atemberaubendes Alpenpanorama mit 38 Viertausendern erschließt.

Unterhalb des Tunnelausgangs wurde eine riesige Gletschergrotte ins ewige Eis gehauen. Örtliche Künstler haben dort märchenhafte Eisskulpturen geschaffen, die im fahlen Licht geradezu gespenstisch wirken. Zugleich informieren Bildtafeln den Besucher über Gletscher, Geologie und Alpinismus. Die mit 3810 Metern höchst gelegene Gletschergrotte der Alpen kann auch für private Veranstaltungen gemietet werden. Bis zu 250 Personen können hier feiern und sich ihre Drinks an einer Theke aus blankem Eis servieren lassen.

Casino oder Disco

Nach dem Skifahren lockt Zermatt mit einem breiten Aprés-Ski-Angebot. Wer noch nicht müde ist, kann sich beim Schwimmen oder Schlittschuhlaufen austoben. Auch lohnt sich ein Besuch im Alpinen Museum, das sich vorrangig der Geschichte der Matterhorn-Besteigungen widmet. Vor allem aber laden die engen Straßen mit zahlreichen exklusiven Geschäften zum Einkaufen und Flanieren ein. Sehen und gesehen werden, gehört in Zermatt eben dazu - vielleicht begegnet man ja sogar dem einen oder anderen Prominenten. Nach dem Abendessen reicht die Palette der Unterhaltungsmöglichkeiten dann vom noblen Casino am Grand Hotel Zermatterhof über Discotheken bis hin zur einfacheren Bar, wo die Getränke allerdings immer noch ihren Preis haben.

Auch im Sommer kann man in Zermatt Ski fahren, lediglich im Mai und Juni bleiben die Pisten geschlossen. Doch um diese Jahreszeit bieten sich dem Bergfreund noch ganz andere Sport- und Freizeitmöglichkeiten. Der absolute Höhepunkt im wahrsten Sinne des Wortes - die Besteigung des Matterhorns - bleibt allerdings nur erfahrenen Alpinisten vorbehalten.

Von Annedore Smith, AP



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