Zehn Tipps für Iran-Reisende Fußball-Esperanto geht immer

Was tun, wenn Iran sich dank gelockerter Sanktionen bald mehr öffnet? Hinreisen natürlich! Mit diesen zehn Tipps sind Sie bereit fürs Persien-Abenteuer.

In Iran tut sich was: Von einer Einigung im Atomstreit könnte das Land auch touristisch profitieren. Denn je mehr es sich politisch dem Westen annähert, desto größer dürfte das Besucherinteresse sein - und wenn Sanktionen wegfallen, verbessert sich voraussichtlich die Infrastruktur auch für Urlauber. Mit den folgenden Tipps sind Sie gerüstet für die Reise!

Ali kennen

Foto: Stephan Orth

Lernen Sie vor dem Abflug unbedingt zwei Fußballspielernamen: Ali Daei und Mehdi Mahdavikia. Wenn Sie die nennen, gewinnen Sie auch ohne weitere Persischkenntnisse problemlos neue Freunde in Iran. Fußball-Esperanto zieht immer!

Viber klarmachen

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Laden Sie sich die Kommunikations-App Viber herunter. Fast jeder junge Iraner nutzt den Dienst, WhatsApp dagegen ist blockiert. Genauso wie Facebook, doch mit Verboten nehmen es die Einheimischen nicht so genau - ein Großteil der Unter-35-Jährigen ist dort angemeldet.

Zebras misstrauen

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Straßenüberquerungen als Nahtoderfahrung: Glauben Sie in einer beliebigen iranischen Großstadt niemals, dass Zebrastreifen die Autos zum Bremsen animieren. Iraner sind halsbrecherische Fahrer, und Zebrastreifen sind Fallen.

Tee trinken

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Es ist kaum möglich, 15 Minuten auf einem beliebigen Basar zu verbringen, ohne mindestens einmal zum Tee eingeladen zu werden. Am besten trinken Sie wie die Einheimischen: Das Stück Zucker kommt in den Mund, dann wird das Heißgetränk daran vorbeigespült.

Cash bunkern

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Bislang gibt es in Iran keine Geldautomaten, die europäische Karten akzeptieren. Man muss Geld in bar mitnehmen und vor Ort in Wechselstuben eintauschen. Wenn dank des Kompromisses im Atomstreit die Sanktionen gelockert werden, könnte sich das allerdings schon bald ändern.

Couchsurfing nutzen

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Mehr als 15.000 Mitglieder verzeichnet die Internetseite Couchsurfing.org bereits in Iran. Die Menschen sind unglaublich gastfreundlich und sehr interessiert an Berichten aus dem Alltag in Europa. Allerdings schläft man fast nie auf einer Couch - meistens dient ein Perserteppich als Schlafunterlage.

Nein sagen

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Es ist sehr wichtig, die Taarof-Höflichkeitsprotokolle zu verstehen. In vielen Fällen gilt die Regel: Erst wenn jemand mehr als dreimal etwas anbietet, sollte man es auch tatsächlich annehmen. Selbst Taxifahrer und Teppichhändler bieten ihre Dienste manchmal gratis an - doch wer so ein Geschenk ohne Zögern annimmt, begeht einen groben Fauxpas.

Heiraten

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Wenn Mann und Frau zusammen reisen, dürfen sie sich kein Hotelzimmer teilen, wenn sie nicht verheiratet sind. Von Ausländern wird aber zumindest in den Touristenorten wie Isfahan, Shiraz oder Yazd meist kein Beweisdokument verlangt. Es bringt also gewöhnlich keinen Ärger, wenn man sich als Ehepaar ausgibt.

Reisetipps Einheimischer ignorieren

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Fast jeder Iraner schwärmt von der Strandinsel Kish und von den grünen Wäldern im Norden Irans. Doch für viele europäische Gäste ist beides eher eine Enttäuschung: die Insel wegen der vielen Hotelhochhäuser und Shoppingcenter (wie Dubai vor 20 Jahren). Und die Forstgebiete, weil sie auch nicht spektakulärer sind als der Teutoburger Wald. Lieber stattdessen in die Wüste fahren!

Khayyam lesen

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Gotteslästerung und Saufpoesie: Die Verse, die der persische Universalgelehrte Omar Khayyam im 11. und 12. Jahrhundert schrieb, haben bis heute nichts von ihrer subversiven Frechheit eingebüßt - in einem Land, wo Alkoholgenuss laut Gesetz mit 80 Peitschenhieben geahndet wird. Unbedingt vor der Abreise lesen! Zum Beispiel dieses Gedicht:

Dass einst ich trinken würde zu meiner Zeit,
Hat Gott gewusst seit aller Ewigkeit.
Drum reich mir nur den Trunk, denn tränk' ich nicht,
Wo bliebe da seine Allwissenheit?


Mehr Iran-Reisetipps finden Sie in "Couchsurfing im Iran" (Piper-Verlag) von Stephan Orth. Klicken Sie hier, um das Buch zu bestellen!  Mehr über seine Reise erfahren Sie auch auf seiner Facebook-Seite .

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