100 Jahre Grand-Canyon-Nationalpark Du bist aber groß geworden!

Wandern zwischen glutroten Felsen, Rafting im Wildwasser: Der Grand-Canyon-Nationalpark ist ein Dorado für Outdoor-Fans. Zum 100. Geburtstag zeigen wir die besten Erlebnisse vor Ort.

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Was würde wohl Roosevelt zu den 6,2 Millionen Menschen sagen, die 2017 den Grand-Canyon-Nationalpark besucht haben? Zu den Touristenmassen, die Jahr für Jahr - vor allem in den Sommermonaten - die berühmte Schlucht im US-Bundesstaat Arizona fluten. Und die sich nicht satt sehen können an den Felsen, die je nach Tageszeit und Lichteinfall die Farbe ändern - von Braun über Orange zu Glutrot.

Als Theodore Roosevelt, 26. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, 1903 erstmals den Grand Canyon besichtigte, war er völlig von den Socken. In einem emotionalen Appell wandte er sich an die Öffentlichkeit und rief zum Schutz dieses Flecks Erde auf. Er hoffe, dass es dort niemals ein Gebäude geben werde - "keine Sommerhütte, kein Hotel oder irgendwas anderes"-, das die "wunderbare Pracht, Erhabenheit, die großartige Einsamkeit und Schönheit" der Schlucht verderben könnte.

Sein Wunsch wurde nicht so ganz erhört - heute gibt es hier Lodges, Besucherzentren, Restaurants und Parkplätze. Aber dass die Gegend rund um eine der größten Schluchten der Welt überhaupt ein Nationalpark wurde, ist vor allem Präsident Roosevelt zu verdanken. Er setzte sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts beherzt für die Erhaltung der Natur ein und machte aus dem Grand Canyon 1908 ein nationales Monument.

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Grand-Canyon-Nationalpark: Große Schlucht, großes Abenteuer

Elf Jahre später, am 26. Februar 1919, wurde die Schlucht schließlich zum Nationalpark erklärt - allerdings nicht durch Roosevelts Unterschrift, sondern die seines Nachfolgers Woodrow Wilson. Roosevelt selbst starb vier Wochen zuvor.

Die Natur - ein mächtiger Lehrer für die Menschheit

Genau 100 Jahre sind seitdem vergangen - und anlässlich des Jubiläums feiert der Grand-Canyon-Nationalpark eine mehrere Monate dauernde Geburtstagparty. An unterschiedlichen Veranstaltungsorten können Besucher die Geschichte des Nationalparks Revue passieren lassen, Dokumentarfilme schauen, Vorträgen von Abenteurern und Umweltschützern zuhören und Ausstellungen ansehen.

Auch die Perspektive der Ureinwohner soll eine Rolle spielen, denn im Gebiet des Nationalparks leben verschiedene indianische Völker wie die Hopi, die Havasupai und die Walapai. Zum offiziellen Auftakt des "Centennial"-Jubiläums wird zum Beispiel die Geschichtenerzählerin Sunny Dooley vom Volk der Navajo Lesungen halten. Es seien "unterhaltsame Erzählungen über Weisheit", heißt es im Veranstaltungsprogramm des National Park Service (NPS) (auf Englisch). Diese Frau zeige, dass "Natur ein mächtiger Lehrer für die Menschheit ist".

Dieser Ausdruck trifft ganz gut das Gefühl, das viele Besucher haben, wenn sie am Grand Canyon unterwegs sind. Wer oberhalb des Horseshoe Bend steht und sieht, wie sich der Colorado River als Schleife durchs Gestein windet, bekommt eine Ahnung davon, mit welcher Kraft sich der Fluss vor mehr als fünf Millionen Jahren seinen Weg gebahnt hat. Wie die Wassermassen nach und nach das Gestein abtrugen und so eine rund 450 Kilometer lange Schlucht entstehen ließen.

Doch wer den Grand Canyon wirklich erleben will, der sollte nicht nur zum Gucken kommen. Hier ein paar Vorschläge:

  • Wandern: Wer sich zu Fuß durch die Schlucht bewegt, zollt ihr sicher den größtmöglichen Respekt - und erlebt das Spektakulärste hautnah: die Natur. Die Parkbehörde gibt auf ihrer Website Tipps zur Vorbereitung und stellt ausführliche Informationen über Campingplätze und Wanderwege bereit. Zu den bekanntesten zählen unter anderem der Bright Angel Trail sowie der South Kaibab Trail.
  • Maultier-Trip: Wer sich das unwegsame Terrain des Grand Canyons zu Fuß nicht zutraut, kann sich auch von Tieren tragen lassen. Aber Achtung: Am Südrand können solche Trips bis zu 15 Monate im Voraus ausgebucht sein, heißt es auf der Website des NPS. Eine langfristige Planung ist also nötig.
  • Rafting: Ohne den Colorado River gäbe es diese phantastischen roten Felsen nicht - also nichts wie rauf auf den Fluss! Mit Schlauchbooten geht es ins Wildwasser, bei einem Tagestrip oder auch einer mehrtägigen Tour. Der NPS gibt auch hierzu zahlreiche Hinweise zu buchbaren Touren.
  • Radfahren: Innerhalb der Schlucht ist Radfahren nicht erlaubt, auf dem Südrand des Grand Canyons dagegen schon. Mit dem Hermit Road Greenway Trail gibt es dort einen Pfad abseits der Straße.
  • Fotografieren: Wer mit einer guten Kamera anreist, kann am Grand Canyon seine Landschaftsfotografie-Skills perfektionieren. Aber wie fängt man die Schönheit dieser Schlucht bloß ein? Hier gibt es ein paar nützliche Tipps.

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insgesamt 27 Beiträge
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scotty56 26.02.2019
1. Foto Bill Clinton
Das Foto zeigt die Clintons im Yellowstone NP an den Lower Falls und nicht im Grand Canyon!
Hank Hill 26.02.2019
2. Der Grand Canyon
ist ein Wunderwerk der Natur. Wer mal vor Ort war versteht das. Es ist mit Bildern oder Filmen nicht zu beschreiben. Die Suchtgefahr nach weiteren Eindrücken dieser Art zu suchen ist groß. Und da bieten die amerikanischen Nationalparks alles was das Herz begehrt. Ob Bryce Canyon im Westen, Acadia im Osten, die Everglades in Süden. Die USA haben einfach Alles.
Papazaca 26.02.2019
3. Mein Grand Canyon Desaster
Ich wollte mal kurz auf die Schnelle vom Südrim zum Nordrim. Hatte auch ein kleines Zelt dabei. Bin fast runtergelaufen, unter einer Stunde und bin dann zum Parkeingang der Nordrim gewandert. Da wollte ich Getränke und was zu essen kaufen. Dummerweise brannte es da (Waldbrand) und alles war geschlossen. Ich bin dann wieder zurückgewandert. Wenn ich clever gewesen wäre, hätte ich mich in der Phantom-Ranch, so hieß die, glaube ich, versorgt. Statt dessen habe ich mich - ohne Wasser und Proviant - an den Aufstieg gemacht, locker über 1000 Höhenmeter. Es war ein einziges Leiden. Fast verdurstet, kurz vor dem Umfallen, habe ich mich hochgeschlichen, alle und jeder haben mich überholt, ich war scheintot. Mein persönliches "Übermut kommt vor den Fall-Erlebnis". Meine Schwester, die oben wartete, war entsetzt und konnte es nicht glauben. Ich brauchte Tage, um mich zu erholen. Der Grand Canyon ist ein Weltwunder. Man sollte sich Zeit lassen und alles genießen. (lach).
nadennmallos 26.02.2019
4. Ja es ist schon toll, aber ...
Zitat von Hank Hillist ein Wunderwerk der Natur. Wer mal vor Ort war versteht das. Es ist mit Bildern oder Filmen nicht zu beschreiben. Die Suchtgefahr nach weiteren Eindrücken dieser Art zu suchen ist groß. Und da bieten die amerikanischen Nationalparks alles was das Herz begehrt. Ob Bryce Canyon im Westen, Acadia im Osten, die Everglades in Süden. Die USA haben einfach Alles.
... eine Suchtgefahr kann ich nach einigen längeren USA Besuchen definitiv nicht feststellen. Gerade die großen Namen wie Zion, Bryce, Monument Valley, Death Valley (mit Ausnahme von z.B. Skidoo :-) ), Joshua Tree Park, oder Grand Canyon sind zumeist hoffnungslos überlaufen und (leider) optimal ausgebaut, damit man mit dem Auto so nah wie möglich hinfahren kann. Und auf den diversen Trails herrscht manchmal gewaltiges Gedränge. Aber was soll's, jeder wie er's mag. Für mich waren, bei aller Schönheit die ich dort genossen habe, die Besuche auch ein Augenöffner für die Landschaften bei uns in Europa oder Afrika (z.B. Fish-River-Canyon, Wüste Namib). Und wenn man dann dort noch die Städte, Dörfer bereist und die damit verbundene Geschichte im Kopf hat, tja, dann bekommt Reisen nochmal eine ganz neue Dimension. Nord-Amerika ist sehr, sehr schön und beeindruckend, aber das sind andere Regionen auch.
noerglerfritz 26.02.2019
5. Schade
Keine Fotos vom Bright Angel Trail. Dabei ist der so schön mit z.B. den Indian Gardens. Wunderschön! Und leider auch kein Wort zur Phantom Ranch. Ich war 2008 im August da. Man sollte früh morgens aufbrechen. Bei mir war es 5 Uhr, glaube ich. Am späten Mittag war ich dann nach einer unbeschreiblichen Tour bei der besagten Phantom Ranch, wo ich die Nacht verbrachte. Geweckt wurden wir um 4 Uhr morgens, denn der Aufstieg dauert länger und im Canyon wird es ab Mittag sehr heiß. Als ich oben ankam, war ich ziemlich kaputt, aber froh und glücklich, die Tour gemacht zu haben. Ich kann diesen Trip jedem empfehlen, der die Natur Nord-Amerikas liebt.
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