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52 Reisetipps für 2020 "New York Times" empfiehlt Leipzig und Oberammergau

Tokio feiert die Olympischen Spiele, Bahamas verdient nach dem Hurrikan Unterstützung - und Leipzig? Ist einfach toll. Die "New York Times" hat die sächsische Stadt auf ihre Liste der 52 sehenswertesten Orte der Welt gestellt.

Es heißt, der Hype um Leipzig könnte abgeflaut sein. Also jene Zeit vorbei sein, in der es Kreative, Nachtschwärmer und Studenten verstärkt in die sächsische Stadt zog. Beliebt ist sie immer noch und verzeichnet als Touristenziel jedes Jahr neue Rekorde. 2018 waren es 1,8 Millionen Besucher und an der Spitze der ausländischen Gäste: US-Amerikaner. Deren Faszination an Leipzig könnte weiteren Rückenwind bekommen: Die US-amerikanische Zeitung "New York Times" hat die Stadt in ihre jährliche Bestenliste "52 Places to Go"  aufgenommen - ebenso wie Kopenhagen, den brasilianischen Regenwald, Lima oder Mount Kenia.

52 Orte haben Dutzende Reporter und Korrespondenten der "New York Times" ausgewählt, die sie für einen Trip empfiehlt. Die Stadt, das Land oder die Region müssten schön, erstaunlich und kulturell bedeutend sein - und die Frage "Warum jetzt? Warum 2020?" beantworten, sagt die Leiterin der Reiseredaktion Amy Virshup. Tokio hat es daher in die Rangliste geschafft, als Austragungsort der Olympischen Sommerspiele. Die Bahamas, weil sie nach Hurrikan "Dorian" der Unterstützung bedürfen. Und auch Grönland, dessen Gletscher vom Klimawandel bedroht seien. Demnächst bekomme das Land außerdem neue Flughäfen.

An Leipzig auf Rang 35 lobt die Jury neben den Bars, Lofts und Galerien vor allem die Veranstaltungen zum "Jahr der Industriekultur" , das für ganz Sachsen ausgerufen ist. Das Museum der bildenden Künste etwa zeigt, wie Industriekultur in der Kunst dargestellt wurde, das Museum für Druckkunst, wie Fotografen die Industrialisierung dokumentierten. Ein Symposium diskutiert über die Umwandlung von Fabriken in Clubs und Konzerträume, und im Sommer dienen sieben Brücken in Leipzig-West als Bühnen für ein Open-Air-Theater.

Als zweiter deutscher "Place to Go" wurde Oberammergau in den Bayerischen Alpen ausgewählt (Platz 42): 2020 wird das Jahr der 42. Passionsspiele, die nur alle zehn Jahre stattfinden. Mehr als 2000 Einwohner sind an dem fünf Stunden dauernden Spektakel beteiligt, das die letzten fünf Tage im Leben Jesu darstellt. Das Dorf im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erlebt zu den mehr als hundert Aufführungen zwischen Mai und Oktober einen Riesenansturm - im Jahr 2000 kamen etwa 520.000 Theatergäste aus aller Welt. Nun - als einer der 52 erwählten Orte - noch mehr?

Ereignisse der Geschichte und Nachhaltigkeit - das seien die wichtigsten Themen gewesen, sagt Amy Virshup, die der Jury bei der Listenauswahl begegnet seien. "Und nein, in diesem Jahr werden wir keinen '52 Places Traveler' um die Welt schicken" - wie 2018 etwa die Journalistin Jada Yuan . Zum Teil seien auch Sehnsuchtsorte gekürt worden - wie etwa die Kimberley-Region in Australien oder La Paz. "Aber wir haben festgestellt, dass Reisen wie das Leben chaotisch und widersprüchlich sein kann." Auch wenn mit dem Flugzeug, mit dem Schiff oder Auto unterwegs zu sein CO2 in die Atmosphäre bringe: "Reisen führt Menschen zusammen, klärt auf, erstaunt und hat - wenn richtig gemanagt - ökonomische Vorteile", sagt Virshup.

Eine Auswahl der 52 Places to Go gibt es hier in der Fotostrecke:

Fotostrecke

"52 Places to Go" der "NYT": Eine Auswahl der Reiseziele 2020

Foto: Terrence wijesena/ Getty Images
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