Alaska Ein Traumland im Schaufenster

Die Metropole Anchorage ist umrahmt von der mächtigen Gebirgskette der Alaska Range. Panoramafahrt im Zug, Gletscher-Rundflug, Walsafari per Boot, Skifahren - die Umgebung von Alaskas Metropole bietet viel.


Anchorage - Eine gute Stunde dauert die Fahrt aus der Viertelmillionen-Stadt, die dem Besucher nicht allzu viel zu bieten hat, bis ins rund 70 Kilometer entfernte Girdwood.

Gleich neben dem Straßenrand das tiefblaue Wasser des Turnagain Arm, eines langen Meeresarms. Hier tummeln sich im Sommer stets einige Surfer - im Vordergrund stehen Bäume im üppig grünen Blätterkleid, am anderen Ufer ragen Berge auf, die vollkommen schneebedeckt sind. Nicht weit entfernt liegt das größte Skigebiet Alaskas - schneesichere Abfahrten gibt es im Alyeska Resort mit seinen sechs Liften, einer Seilbahn und 62 Abfahrten bis in den Mai hinein und dann schon wieder Mitte November.

In den dunklen Monaten tanzen Nordlichter über den Pisten, während die Skifahrer bei Flutlicht hinabsausen. An den langen Tagen im Sommer bietet sich auch spät abends noch ein traumhafter Blick auf das in der tief stehenden Sonne glitzernde Wasser des Cook Inlet und die umliegenden schneebedeckten Berge. Besonders genießen lässt sich das Panorama bei frischgebrühten Krebsbeinen einer Alaska King Crab im Seven Glaciers Restaurant in der Bergstation.

Nur wenige Minuten vom Alyeska Prince Hotel entfernt hält schon früh am nächsten Morgen der in der Sonne blitzende Zug der Alaska Railroad. In den nächsten zweieinhalb Stunden präsentiert sich der größte und nördlichste Bundesstaat der USA von seiner schönsten Seite: Verschneite Bergketten spiegeln sich in tiefblauem Fjordwasser, Elche grasen neben den Schienen und springen bei Herannahen des Zuges vor Schreck ins kühle Nass. Häufig sieht man hier auch Weißkopfseeadler, den Wappenvogel der USA, sowie Schwarzbären und Grizzlies.

Der blau-gelbe Zug mit den komfortablen, verglasten Aussichtswagen arbeitet sich langsam in größere Höhen vor. Immer wieder führt die Bahnstrecke durch Tunnels, an Wasserfällen und Schluchten vorbei, während die Gäste im Speisewagen ein deftiges amerikanisches Frühstück verzehren. Nach einer Stunde präsentiert sich kaum einen Kilometer von den Schienen entfernt der mächtige Bartlett Gletscher, über dem weiter hinten noch der Deadman's Glacier thront. Im Winter halten die Züge hier und lassen Gäste aussteigen, die in dieser Traumwelt auf Langlauftour gehen wollen.

Obwohl gerade mal 230 Meter hoch, liegt hier auch mitten im Sommer Schnee, und es sieht aus wie im Hochgebirge. Nachdem die Wasserscheide der Kenai Mountains passiert ist, geht es wieder hinab auf Meereshöhe. Ziel der Fahrt ist der Hafen von Seward.

Der wichtigste Kreuzfahrthafen von Alaska liegt im Kenai-Fjords-Nationalpark und ist Ausgangspunkt von mehrstündigen Bootsfahrten zur Tierbeobachtung. Heute haben die Fahrgäste Glück: Der Himmel ist absolut wolkenlos, die Szenerie perfekt mit 1600 Meter hohen verschneiten Bergketten, die am Horizont aufragen. Aber es kommt noch besser:

Die Alaskan Explorer manövriert sich direkt unter die Nistplätze Tausender putziger Papageientaucher, die in ihrer Tapsigkeit und im Federkleid an Pinguine erinnern. Ganze Kolonien von Seelöwen räkeln sich faul auf den Felsen, und nach einigen Stunden kommt eine Gruppe von Orcas ganz nah am Schiff vorbei. Auf dem Weg zum mächtigen Holgate-Gletscher schließlich ragen Finnen und Schwanzflossen von zwei Buckelwalen aus dem Wasser. "Die sind etwa zwölf Meter lang", schätzt Bootsführer Ed. Brillanter kann ein Tag in Alaska kaum werden.

Doch ein weiteres Abenteuer steht noch aus: der Blick auf die Umgebung von Anchorage aus der Luft. Die Reisenden fahren zum Lake Hood, dem weltweit größten Flugplatz für Wasserflugzeuge, der direkt neben dem internationalen Flughafen von Anchorage liegt.

Sie klettern in zwei Beavers, den Volkswagen unter den Schwimmfliegern, und auf geht der atemberaubende Flug über die mächtigsten Gletscher Alaskas, gerade eine halbe von der Metropole Flugstunde entfernt.



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