Anti-Pornografie-Gesetz Bikinis auf Bali bleiben für Touristinnen erlaubt

Konservative Muslime haben den Kampf gegen den Bikini verloren: Nach monatelangen Diskussionen macht das indonesische Parlament in seinem neuen Anti-Pornografie-Gesetz eine Ausnahme für Urlauberinnen. Auf Bali darf weiterhin knapp bekleidet gebadet werden.

Jakarta - Schweren Herzens hat das indonesische Parlament eine Ausnahme von seinem geplanten neuen Anti-Pornografie-Gesetz akzeptiert: An den Touristenstränden wie auf der Insel Bali dürfen weiter Bikinis getragen werden.

"Die Touristinnen können weiter in bestimmten Regionen Bikini tragen, zum Beispiel in Bali", sagte der Abgeordnete Abdul Azis am Freitag. "Auf diese Weise wird die Tourismusindustrie von dem Gesetzentwurf nicht betroffen sein", fügte der Parlamentarier hinzu, der zur Mehrheitsfraktion gehört.

Der Gesetzentwurf war von konservativen islamischen Abgeordneten eingebracht worden und wurde monatelang heiß debattiert. Er sieht Strafen für alle Taten und Werke vor, die sexuelles Verlangen befördern und daher "die Sittlichkeit der Gemeinschaft gefährden". Der wachsende Widerstand von laizistischen Organisationen, gemäßigten Muslimen und Abgeordneten aus Bali zwang die Autoren des Gesetzes schließlich zu Zugeständnissen.

"Wir haben die Proteste berücksichtigt", sagte Azis, der zur Partei von Präsident Susilo Bambang Yudhoyono gehört. Vertreter Balis hatten für den Fall eines Bikiniverbotes einen Rückgang der Besucherzahlen befürchtet. In diesem Jahr rechnet der Archipel mit sieben Millionen Besuchern, die rund 4,5 Milliarden Euro hinterlassen sollen.

abl/AFP

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