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Bangkok: Doch kein Ende des Streetfood-Booms

Foto: Christoph Sator/ dpa

Bangkok Streetfood in der Touristenstraße Khao San darf bleiben

Bangkok will die Garküchen von den Straßen verbannen. Diese Ankündigung fuhr Einheimischen und Besuchern heftig in den Magen. Die Tourismusbehörde versucht zu beruhigen.

"Jeder Straßenverkäufer muss weg": Das erklärte Ziel der Bangkoker Verwaltung schockierte nicht nur Zehntausende Straßenköche. Auch die Einwohner und Touristen, die die günstigen Essensstände in Thailands Hauptstadt so lieben, waren entsetzt.

Beunruhigt durch weltweite Berichte über das Ende der Garküchen versichert die Tourismusbehörde Thailands (TAT) nun, dass Bangkok auch künftig ein Streetfood-Paradies bleiben soll.  Nudelsuppen, Mangosalat oder Pad Thai werde es weiter am Straßenrand geben. Ob dies allerdings tatsächlich auf legale Weise der Fall sein wird, ist angesichts neuer strenger Auflagen fraglich.

Wie die Tourismusministerin Kobkarn Wattanavrangkul ankündigt, müssten die Köche Hygienestandards einhalten - dazu gehört, dass die Straßenhändler ihre schmutzigen Töpfe und das Geschirr nicht mehr mitten auf dem Bürgersteig säubern. Zudem müssten sie städtische Trainingskurse absolvieren, auch sollten die Garküchen einheitlich aussehen.

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Bangkok: Doch kein Ende des Streetfood-Booms

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Wie die TAT außerdem mitteilt, sollten die Bürgersteige in den Hauptstraßen frei von Essenskarren, Stühlen und Schirmen bleiben, die von vielen Streetfood-Verkäufern in der Stadt verwendet werden. Dies bedeute, dass in Bangkoks belebtesten Gegenden, die Händler in ausgewiesene Zonen und auf Märkte in der Nähe ausweichen müssten.

Beliebte touristische Gegenden jedoch wie die Yaowarat in Chinatown und die beliebte Backpacker-Straße Khao San sollten von diesen Regeln nicht betroffen sein. Hier würde allerdings kontrolliert, ob internationale Hygienestandards von den Verkäufern eingehalten werden. Eine absurde Situation: Es sind die Thais selber, die überall in der Stadt auf günstiges Essen angewiesen sind - und nicht die Touristen.

Vor wenigen Tagen klangen die Ankündigungen der Stadtverwaltung noch anders: Wie der Chefberater des Gouverneurs, Wanlop Suwandee, der Zeitung "The Nation" sagte, sollten als Nächstes in Chinatown und der Khao San Road Straßenküchen bald der Vergangenheit angehören. In Thonglor und Ekkamai, zwei beliebten Ausgehvierteln, waren die Straßenküchen Anfang dieser Woche für illegal erklärt worden.

Die offenen Küchen, in denen von früh morgens bis spät in die Nacht gekocht, gegart und gegrillt wird, prägen das Straßenbild der 8,5-Millionen-Einwohner-Stadt seit Jahrzehnten. Der Fernsehsender CNN hatte Bangkok erst kürzlich wieder zur Stadt mit der weltweiten besten Straßenküche gekürt.

ele/abl