Besuch bei Greenpeace Solartaxi trifft die Regenbogen-Kämpfer

Ökokämpfer unter sich: Die Solartaxi-Crew besucht die "Rainbow Warrior II" im Hafen Benoa. Die Greenpeace-Aktivisten machen gerade Pause von ihrer Anti-Palmöl-Kampagne in Indonesien.


Heute war der einzige freie Tag an der Weltklimakonferenz, und so haben wir uns spontan für einen kleinen Ausflug zum Hafen Benoa entschieden. Dort, gut geschützt von Stacheldraht und staatlichen Bewachern, liegt das Greenpeace-Schiff, die "Rainbow Warrior II", vor Anker. Die Regenbogenkämpfer freuen sich sichtlich über den Besuch von uns Sonnenkämpfern. Sie laden uns spontan zum Abendessen an Bord ein. Zuvor mussten wir den Sicherheitsleuten allerdings unsere Pässe geben.

"Wieso denn all diese Bewacher um euer Schiff?", will ich von Kapitän Mike Fincken wissen, einem Südafrikaner, der seit zwölf Jahren an Bord von Greenpeace-Schiffen die Weltmeere durchkreuzt. "Vielleicht sind wir in Indonesien nicht gern gesehen? Wir haben nämlich gerade eine Kampagne auf Sumatra hinter uns", meint er, "dort wird ein großer Teil des Palmöls hergestellt, das in Europa den zehnprozentigen Treibstoffzusatz aus Biotreibstoffen ausmacht."

Mike erklärt: "Dazu werden die Wälder gerodet. Die Rodungsfeuer hören kaum auf zu brennen, da die kohlenstoffreichen Böden mitbrennen. Die Böden brennen fast so gut wie Kohle und können bis einigen Metern tief sein. Wegen diesen Brandrodungen ist Indonesien nun der weltweit drittgrößte Verursacher von CO2. Um auf diese Probleme aufmerksam zu machen, haben wir dort mit unserem Schiff ein paar Kanäle blockiert, um ein Palmölschiff an der Ausfahrt zu hindern, während unser Schwesterschiff in Europa gleichzeitig ein einlaufendes Palmölschiff blockiert hatte."

Wir sind sprachlos. In Europa werden die Zusätze aus Biotreibstoffen als Beitrag zum "Umweltschutz" verkauft, während hier in Indonesien, am anderen Ende der Welt, die Herstellung dieser sogenannten Biokraftstoffe Schäden und Klimaabgase ohne Ende verursachen.

Unsere spanische Journalistin Ana, die uns heute begleitet, will von Mike danach nur noch wissen, ob die Erde noch gerettet werden kann. Mike: "Ich glaube das Einzige, was die Erde noch retten kann, ist ein Wunder. Aber Wunder passieren. Ich habe auch schon Wunder erlebt."

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