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09. Januar 2012, 16:19 Uhr

Besucherboom aus Fernost

Chinesische Touristen entdecken Dubai

Von Denis Krick

Lust auf Luxus: Touristen aus Fernost erobern Dubai und bringen frisches Geld ins Emirat. Ein Viertel aller Übernachtungen im teuersten Hotel der Stadt buchen inzwischen chinesische Urlauber. Die Betreiber passen ihre Angebote der neuen Klientel an.

Aufschwung dank Fernost: Chinesische Touristen haben Dubai als Urlaubsziel entdeckt. Die neue Kundschaft ist solvent und liebt den Luxus. Davon profitieren unter anderem Hotels wie das Burj al-Arab, eine der teuersten Herbergen der Welt. "26 Prozent unserer Gäste kommen inzwischen aus China", sagt Piers Schreiber von der Jumeirah Group, die das Hotel betreibt. "Zum chinesischen Neujahrsfest, am 23. Januar, werden es sogar 80 Prozent sein." Insgesamt verzeichnete die Hotelkette in ihren vier Häusern in Dubai innerhalb eines Jahres einen Zuwachs von 66 Prozent an Gästen aus dem Reich der Mitte.

Auf die Eigenheiten der Chinesen hat man in Dubai schnell reagiert. Die Asiaten sind dafür bekannt, dass sie im Urlaubsland Service in ihrer Muttersprache und heimische Speisen erwarten. "Aus diesem Grund arbeiten rund 300 Chinesen in unseren Hotels in Dubai", sagt Schreiber. Weiterhin verfügen die einzelnen Häuser über eigene asiatische Restaurants.

Nicht überall in Dubai hat die chinesische Tourismus-Revolution begonnen. Im edlen Wüstenresort Al Maha ist noch kein großer Zuwachs erkennbar. "Wir hatten in 2011 nur ein paar Paare aus China", sagt Arne Silvis, General Manager des Luxushotels. "Nicht mehr als in den Jahren zuvor". Chinesische Kellner beschäftigt Silvis aber inzwischen auch.

Die Airlines haben sich auf den Ansturm der Chinesen eingestellt. Emirates fliegt vier Ziele im Reich der Mitte an: Peking, Shanghai, Hongkong und Guangzhou. China ist ein wichtiger Markt für die arabische Fluggesellschaft. Peking und Hongkong werden derzeit täglich mit dem Airbus A380 angeflogen. Zwischen Shanghai und Dubai verkehrt der Superjumbo dreimal die Woche.

Gutes Essen statt wilder Partys

Mark Sutch, der bei der Fluggesellschaft Cathay Pacific als Manager für den Mittleren Osten zuständig ist, bestätigt den Trend. "Wir erkennen in diesem Jahr ganz klar einen Zuwachs beim Passagieraufkommen vom chinesischen Festland nach Dubai", erklärt Sutch. "Insbesondere während der Ferien und der Feiertage." Auch aus Richtung Hongkong steige die Anzahl der Buchungen stetig an.

In Dubai freut man sich über diese Zukunftsaussichten, auch wenn eine Angewohnheit der neuen Gäste nicht besonders gut ankommt. "Chinesen geben traditionell kein Trinkgeld", sagt Steve Cromie. Der Australier hat jahrelang in Hongkong gearbeitet und kennt sich mit der fernöstlichen Kultur gut aus. Inzwischen leitet er das "Atmosphere", die höchste Bar der Welt im 122. Stock des Mega-Wolkenkratzers Burj Khalifa. Die "neuen Russen" seien die Chinesen in keinem Fall. "Die gehen sorgfältiger mit ihrem Geld um", erzählt Cromie. Wilde Partys seien selten Teil des Urlauberprogramms. "Statt reichlich Alkohol gönnen sich die Chinesen lieber ein gutes Essen."

Zum Glück sorgen die chinesischen Touristen anderweitig für gute Umsätze. Die Gäste aus Fernost sind verrückt nach Andenken. "Sie fragen häufig nach Souvenirs für die Familie daheim", sagt Cromie. "Auch eine nette Tradition."

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