Nützliche Tipps und Empfehlungen Was Sie im Camping-Urlaub unbedingt dabei haben sollten

Kleine Kraftprotze und ein Kilo Luxus: Bullifahrer und Buchautor Oliver Lück erzählt von seinen wichtigsten Begleitern auf Reisen und gibt Tipps für das beste Camping-Zubehör.
Der Bulli des Autors in freier Wildbahn

Der Bulli des Autors in freier Wildbahn

Foto: Oliver Lück

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Man will ja immer gut vorbereitet sein auf eine Reise. Also beginnt man viele Wochen im Voraus mit den Planungen, kauft sich atmungsaktive Unterwäsche, eine Petroleumlampe für gemütliche Abende und eine Axt, um in den tiefen Wäldern Skandinaviens Brennholz zu hacken. Das Abenteuer ist ja vor allem eine große Unbekannte. Und dann ist es wie so oft: Man hat einen Haufen Dinge dabei, die man nie benutzen wird. Das ist auch beim Camping-Zubehör nicht anders.

Vor vielen Jahren habe ich mir in meinen blauen Bulli zum Beispiel eine zweite Hupe einbauen lassen, die sich von hinten aus dem Bett bequem per Knopf bedienen lässt. Das ist meine Alarmanlage gegen neugierige Menschen. Dreimal ist es mir auf früheren Reisen nämlich schon passiert, dass jemand sich an meinem Bus zu schaffen machte, während ich schlief. In den vergangenen zehn Jahren aber ist alles ruhig geblieben. Also hupe ich alle paar Monate mal aus Spaß, um zu testen, ob sie noch geht.

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Preisabfragezeitpunkt

06.12.2022 11.32 Uhr

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Schon deshalb möchte ich Ihnen heute und in weiteren Geschichten die wirklich wichtigen Dinge vorstellen, die auf meinen Reisen unentbehrlich sind und die ich in den vergangenen zwanzig Jahren immer wieder gebraucht habe.

Fiskars Klappspaten Premium

Kein Klappern, keine losen Teile, die Pflege begrenzt sich auf das Einölen des Blattes: Neben Kompass, Kocher und Kaffeekanne ist der Klappspaten das Wichtigste überhaupt an Bord meines Busses - denn: Ich habe keine eigene Toilette. Und wer viel in wilder Natur und selten auf Campingplätzen übernachtet, braucht einen zuverlässigen Helfer, um seine Hinterlassenschaften vergraben zu können.

Was passieren kann, wenn Camper keinen Spaten dabei haben und ihre Morgentoilette einfach im Wald oder in der Nähe ihrer Schlafplätze liegen lassen, ist in den vergangenen zehn Jahren auf den Lofoten zu beobachten gewesen. Die Einheimischen der norwegischen Inselkette versuchen mittlerweile, der Haufen der Touristenmassen mit Verbotsschildern und Absperrungen Herr zu werden. So etwas gab es im Jahr 2008 noch nicht. Mittlerweile ist wildes Campieren mit dem Wohnmobil kaum noch möglich, weil verboten. Selber schuld!

Doch auch sonst ist ein stabiler und platzsparender Spaten wichtig: Nicht nur einmal hat er die Reifen meines Bullis aus Sand und Schnee befreit. Und inzwischen ist er ein verlässlicher Helfer beim Sandburgenbau. Er funktioniert bei Hitze wie bei Kälte. Ob Wiese, Waldboden oder Schnee - Löcher lassen sich problemlos und schweißfrei buddeln. Lediglich steinigen Boden mag der Fiskars nicht so gerne, aber er ist ja auch kein Presslufthammer.

Der Kommentar eines ebenso begeisterten Spaten-Users im Web: "Dieser Spaten ist der Extrakilo Luxus, auf den ich bei Trekking-Touren einfach nicht mehr verzichten will! Ich würde ihn bis ans Ende der Welt tragen. Einmal hat er mich davor bewahrt, vor Durst fast zu krepieren, als ich in den Schweizer Bergen eine verschlammte Quelle ausgraben musste, um an Wasser zu kommen."

Was ist das? Ein Spaten, der sehr einfach auf- und einzuklappen ist und sehr wenig Platz benötigt.

Wer braucht das? Alle, die mit ihrem Wohnmobil im Sand oder im Schnee feststecken oder keine eigene Toilette an Bord haben, aber wild campen wollen.

Was kostet das? Rund 50 Euro.

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Fiskars Klappspaten für Camper und Bergsteiger, Auch als Schaufel und Hacke einsetzbar, Mit Canvas-Tasche, Länge (ausgeklappt): 59 cm, Gehärteter Borstahl, Schwarz, 1000621

Hersteller: Fiskars
Ab 58,73 €

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Wukong Magnetösen, Durchmesser 32 Millimeter

"Was klebt denn da?" So fragte gerade erst ein guter Freund, der schon länger nicht in meinem blauen Bus gesessen hatte. "Das sind Magnete", verriet ich voller Stolz meine allerneueste Errungenschaft, "die haben eine Zugkraft bis zu 30 Kilo. Theoretisch müssten sich da zwei meiner drei Söhne gleichzeitig dranhängen können."

Vor einigen Monaten erst hatte ich die Ösenhaken entdeckt. Und ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum ich nicht schon viel früher darauf gekommen bin, diese in meinem Bus einzusetzen. Kein Kleben, kein Bohren, keine Saugnäpfe mehr. Längst werden magnetischen Kraftprotze dafür genutzt, um Notizen oder Bilder aufzuhängen, um Lichterketten am Bushimmel oder einen Sonnenschutz am Bulli zu befestigen.

Und gerade erst habe ich im Sommerurlaub in Südschweden einen Mann in einem Park beobachtet, der genau diese Magnete dabeihatte. Er hatte ein dünnes Seil daran geknotet, um sich beim Boule-Spiel nicht jedes Mal nach seinen Kugeln bücken zu müssen. Meist sind es die kleinen Dinge im Leben, die die größte Freude bereiten.

Was ist das? Sehr starke Magnete, die nicht verrutschen.

Wer braucht das? Wohnmobilisten, die wenige Schubladen haben. Und alle anderen auch.

Was kostet das? Zehn Stück für 24 Euro, fünf für 14 Euro.

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Stark Neodym Ösenmagnet, Durchmesser 32mm,Wukong Zugkraft 30kg Super Starker Neodymium Magnet Haken (10pcs)

Hersteller: Wukong
Ab 31,99 € (3,20 € / stück)

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Airlock Heckklappenaussteller

Es war im Frühherbst 2010 in Großbritannien: Wie immer im September zog die Karawane der VW-Bus-Nomaden in ihren fahrbaren Häusern los, um sich in Great Malvern südlich von Birmingham zu treffen. 9000 Busse. Eine Stadt aus Blech, in der für drei Tage 45.000 Gleichgesinnte wohnten und nostalgisch gestimmte Liebhaber ihre Oldtimer vorführten.

Das sogenannte Busfest ist das Mekka der Bullifreunde aus aller Welt. Und in diesen Tagen lernte ich auch Frank aus Köln kennen. Er war ein Busfreak, ein Tüftler. Als wir uns gegen Ende des Festivals verabschiedeten, steckte er mir wortlos etwas in die Jackentasche und ging.

Zum Autor
Foto: Papu Pramod Mondhe

Seit 1996 reist der Autor und Fotograf Oliver Lück mit seinem blauen VW-Bus durch Europa. Er trifft Menschen und schreibt Geschichten. Seine Bücher erscheinen im Rowohlt-Verlag. In dieser Serie stellt er Dinge vor, die in seinem Reisealltag unentbehrlich geworden sind. Gerade ist sein neuestes Buch "Zeit als Ziel - Seit 20 Jahren im Bulli durch Europa"  im CONBOOK-Verlag erschienen. Darin zeigt er Entdeckungen und Begegnungen aus über zwei Jahrzehnten Recherche und fast 30 Ländern. Mehr über Oliver Lücks Arbeit, seine Reisen und seine deutschlandweite Lesetour finden Sie auf seiner Homepage. 

Es war ein seltsam geformtes Ding aus Edelstahl, kaum 100 Gramm schwer, an beiden Enden ein Loch. Noch nie zuvor hatte ich so etwas gesehen. Und ich hatte auch keine Ahnung, wofür man es benutzen konnte. Erst Wochen später fand ich es heraus: Das zwölf Zentimeter lange, leicht gewundene Stück Metall war ein Heckklappenaussteller, den man - wie der Name ja vermuten lässt - in das Schloss der Heckklappe klemmen konnte.

Durch den schmalen Spalt ist das Wohnmobil so auch nachts gut durchlüftet. Gleichzeitig kann das Schloss sicher verriegelt werden. Und ohne zu übertreiben: Für mich ist dieses kalte Ding aus Stahl eine der genialsten und günstigsten Erfindungen, die für einen Buscamper wie mich jemals gemacht wurden. Ich habe es "Luftstück" oder auch "Luftschloss" getauft, weil es genau das ist.

Was ist das? Ein Heckklappenaussteller, der für Frischluft im Wohnmobil sorgt.

Wer braucht das? Alle, wirklich alle, die mit einem Campingbus unterwegs sind und in warmen Nächten nicht ins Schwitzen kommen wollen.

Was kostet das? Längst gibt es den Aufsteller für sämtliche Automarken und Modelle. Für VW-Busse in acht (8 Euro), zwölf (9 Euro) und 20 Zentimeter (12 Euro) Länge.

Erhältlich unter anderem im Lila-Bus-Shop. Overland Dachzelt Large

Estland im Spätsommer: Eine ausgedehnte Wildheit liegt über diesem kleinen Land. Ein Drittel der Esten lebt in Tallinn, aber weite Teile bleiben schon lange unberührt. So auch die nördlichste Spitze der größten estnischen Insel Saaremaa - dort kann man mehr Elche als Menschen treffen. Es gibt kaum Häuser. Und wer die einzige Schotterstraße fährt, die einmal um die Halbinsel führt, und einer schmalen Piste fünfzig Meter in den Kiefernwald folgt, kann an versteckt gelegenen Grillplätzen direkt am kilometerlangen Steinstrand übernachten. Man ist im Wald und zugleich am Meer. Ein Platz für eine Pause, die nicht enden soll. Oh, wie schön ist Pammana!

Wer nun auch sein Dachzelt dabei hat, kann in luftiger Höhe - ähnlich wie in einem Baumhaus - die Perspektive wechseln und über die Ostsee blicken. Zelten bedeutet Abenteuer. Dachzelten heißt doppeltes Abenteuer. In wenigen Minuten ist das Nachtlager auf dem Dach gemacht. Das Zelt wird aufgeklappt wie ein Buch und mit einer Leiter am Boden fixiert.

Seit drei Sommern nun schon habe ich nach oben hin ausgebaut. Wer zu fünft in einem kleinen VW-Bus reist, braucht nicht viel Fantasie, um auf eine solche Idee zu kommen. Die große Ausführung - 180 Zentimeter breit und 220 Zentimeter lang - soll für zwei Erwachsene und zwei Kinder langen, was etwas großzügig gedacht ist. Zu dritt jedenfalls ist der Platz reichlich und alles bequem.

Das Zeltgewebe aus 50 Prozent Baumwolle und 50 Prozent Acryl ist sehr robust, extrem regendicht und trocknet schnell. Und: Es gibt kaum Geräusche und kein Flattern des Stoffes im Wind, selbst wenn nachts eine steifere Brise weht. Dachzelte gibt es inzwischen viele.

Vor allem für eine mehrköpfige Bus-Familie aber ist das Overland Large des italienischen Herstellers Autohome eine gute Wahl. Und noch ein wichtiger Tipp für alle angehenden Dachcamper: Sinnvoll ist es, sich zusätzlich eine Lüftungsmatte für die Unterseite der Matratze zu besorgen, damit es nicht schimmelt.

Was ist das? Ein schnell zu öffnendes Zelt für das Autodach oder die erste Etage des Campingbusses.

Wer braucht das? Jeder, der zu wenig Platz im Auto hat, trotzdem bequem schlafen möchte und sich kein fest installiertes Hoch- oder Klappdach einbauen möchte.

Was kostet das? Das Overland gibt es in verschiedenen Farben und Größen für zwei, drei oder vier Personen. Die Ausführung Small bekommt man für rund 2100 Euro.

Erhältlich unter anderem bei Globetrotter .

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