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Start der Bauphase: Chinas "Titanic"-Nachbau

Foto: NewTitanic

China Original große "Titanic" soll 2018 fertig werden

Es ist ein gigantisches Projekt: In China ist der Kiel für einen Nachbau der "Titanic" in Originalgröße gelegt worden. Diesmal soll der Luxusliner wirklich unsinkbar sein - auf weite Reisen wird das Schiff dennoch nicht gehen.

Bullaugen, Kronleuchter, die gläserne Kuppel über der großen Treppe: Alles soll aussehen wie im Original. In China ist der Kiel einer neuen "Titanic" gelegt worden. Der Nachbau des 1912 gesunkenen legendären Kreuzfahrtschiffes solle bis Ende 2018 fertiggestellt werden, sagte Liu Hua, Managerin des Romandisea Resorts in Daying. Ursprünglich war die Fertigstellung für dieses Jahr angekündigt.

Der Nachbau soll das Zentrum eines neuen Themenparks in der südwestchinesischen Provinz Sichuan werden. Die Kosten dafür beziffern sich auf eine Milliarde Yuan, umgerechnet rund 136 Millionen Euro. Es handele sich um eine "Eins-zu-eins-Nachbildung", heißt es in einer Nachricht auf dem Twitteraccount von "New Titanic". Größe, äußere Erscheinung und auch die Zimmer sollen aussehen wie damals.

"Wir haben viele Jahre lang damit verbracht, die Baupläne vom Schiff zusammenzutragen", sagte Su Shaojun vom Geldgeber Qixing Energy Investment der "China Daily". Ganz einfach sei es nicht gewesen, an die Zeichnungen zu kommen. "Vieles liegt bei privaten Sammlern - und gilt als vermisst." Grundlage sind nun die Baupläne der "Olympic", eines Schwesterschiffs der "Titanic".

Das Schiff wird laut Managerin Liu Hua aber nicht auf große Ozeanreise gehen, sondern Hunderte Kilometer von der Küste entfernt in ruhigen Gewässern in Südwestchina ankern. "Wir werden nicht auf See kreuzen, das Schiff soll eine Attraktion sein", sagte sie. Teile werden in Wuhan und Nantong gebaut und mit Zug, Lastwagen oder Schiff nach Sichuan gebracht, wo das 269 Meter lange Schiff vor Ort zusammengebaut wird.

Zur Grundsteinlegung für das Vorhaben hat sogar der ehemalige europäische Handelskommissar Peter Mandelson teilgenommen, der heute als Unternehmensberater tätig ist. "Dies ist ein großartiges Projekt", wurde der Brite zitiert.

Medienberichten zufolge sind Übernachtungen an Bord der neuen "Titanic" nicht ganz billig. Laut "China Daily" kostet die günstigste Kabine mindestens 3000 Yuan (410 Euro). Für die Suiten müsse man deutlich mehr berappen.

Mehr als 1500 Menschen starben, als die echte"Titanic" auf ihrer Jungfernfahrt von Southampton nach New York im April 1912 einen Eisberg rammte und unterging. In Belfast zeigt ein Museum seit 2012 die größte "Titanic"-Ausstellung der Welt. Auch in Australien wird an einem Nachbau des legendären Ozeandampfers gearbeitet: Die Fertigstellung der "Titanic 2" des Milliardärs Clive Palmer verzögert sich aber ebenfalls - angekündigt ist der Dienstbeginn für 2018. Das geschätzt 200 Millionen Dollar teure Schiff soll aber tatsächlich auch in See stechen.

jus/dpa