Couchsurfing in China Urlaub im Überwachungsstaat

China ist das faszinierendste Reiseziel der Welt, denn es ermöglicht Besuchern einen Blick in die Zukunft. Drei Begegnungen in einem Land, das sich schneller verändert als jedes andere.

Stephan Orth

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Wie ticken die Chinesen? Was macht die rasante Veränderung des Landes mit den Menschen? Um das herauszufinden, bin ich drei Monate lang durch China gereist. Von Shenzhen im Süden bis Peking im Norden, von Dandong an der nordkoreanischen Grenze bis in die Zwangslager-Provinz Xinjiang im Westen.

Ich traf mich mit normalen Menschen, die normale Jobs haben, nicht mit Ökonomen, Forschern oder Politikern, die sonst die bevorzugten Gesprächspartner von Journalisten sind. Mithilfe der Webseite Couchsurfing.com fand ich Gastgeber, bei denen ich für ein paar Tage wohnen konnte. Ich war zu Hause bei Dutzenden jungen, gastfreundlichen Menschen, die versuchten, mir China zu erklären. Drei dieser Begegnungen sind mir besonders im Gedächtnis geblieben.

Natürlich können die folgenden drei Momentaufnahmen nur einen winzigen Teil dieses hochkomplexen Landes abbilden. Aber sie alle zeigen, wie die Menschen mit der aktuellen Entwicklung im Überschalltempo umgehen. (Sämtliche Namen wurden geändert, um die Gesprächspartner nicht in Gefahr zu bringen.)

Stephan Orth in China: Überwachungskameras sind in Großstädten allgegenwärtig.
Steven Chow

Stephan Orth in China: Überwachungskameras sind in Großstädten allgegenwärtig.

Ort: Shenzhen (12,5 Millionen Einwohner)
Gastgeberin: Qing, 35, Polizistin

Als der Kellner gerade zwei dampfende Suppenbehälter in der Mitte des Tisches platziert, holt die Polizistin Qing ihr nagelneues Huawei-Diensthandy aus der Tasche. "Guck mal in die Kamera." Sie drückt auf den Auslöser. "Das ist eine Polizei-App, die Gesichter erkennen kann. Aber bestimmt bist du noch nicht im System."

In Sekundenschnelle kommt die Auswertung: Mein Kopf stimmt zu 78 Prozent mit einem schwarzhaarigen Typen aus der Xinjiang-Provinz überein, zu 57 Prozent bin ich ein Amerikaner namens Marc. "Wir benutzen das, wenn wir jemanden festnehmen, der keinen Ausweis zeigen will."

Ich hatte schon einige seltsame Dates, aber diese Unterhaltung im südchinesischen Shenzhen schafft es weit oben in die Rangliste. Qings zierliche Erscheinung passt nicht so recht zu ihrer Stimme, deren Schärfe selbst alltägliche Sätze wie eine Zurechtweisung klingen lässt. Sie trägt eine hellblaue Jacke, weiße Jeans und weiße Turnschuhe, die Haare hat sie zu einem Pferdeschwanz zusammengebunden.

Wir sitzen in einer Filiale der Hotpot-Kette "Haidilao", und um uns türmen sich nach und nach rohe Köstlichkeiten zum Selberköcheln auf. Lammfiletscheiben, Fischbällchen, Lotuswurzel, Bambus, Tintenfisch, geschälte Wachteleier, Chinakohl. Alles frisch und hochwertig, in der App Dazong Dianping ("Viele-Menschen-Evaluation") kommt das Restaurant auf 4,7 von 5 Sternen. Qing bestellt mit Hilfe eines orangefarbenen Tabletcomputers, der als Speisekarte dient, noch ein paar zusätzliche Gerichte.

Beim Essen erklärt sie mir die Vorzüge der Überwachungstechnik. "Jedes Verbrechen wird aufgeklärt. Und wenn jemand aus dem Gefängnis flieht, wissen wir, dass er nicht weit kommen wird." Letztens habe sie mit der App ein Bild ihres Lieblingslehrers aus einem Zeitungsartikel eingescannt - und ihn tatsächlich gefunden. "Es war toll, ihn nach 20 Jahren wiederzutreffen."

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Couchsurfing in China: Unterwegs im Land der Zukunft

In einem System namens "Skynet" werden Gesichts- und Personendaten zentral gespeichert. Bald sollen flächendeckend Social-Credit-Systeme dafür sorgen, dass per Digitaltechnik jeder Moment des Lebens einer Evaluation unterzogen wird - vom rechtzeitigen Zahlen der Miete bis hin zur politischen Meinung. Qing hat keine allzu große Angst davor. "Es ist doch schön, wenn sich die Qualität der Menschen verbessert", sagt sie. "Chinesen kennen das nicht anders, schon aus der eigenen Familie. Meine Eltern kontrollieren mich bis heute. Das nervt oft, aber sie meinen es gut."

Sie fragt den Kellner nach der Rechnung und zahlt per Handy. Dann gibt sie noch schnell in einer Polizei-App ihre aktuelle Position durch, für ein internes Ranking unter Kollegen. Jedes Mal, wenn sie in der Freizeit ihren Aufenthaltsort meldet, erhält sie fünf Punkte. Momentan liegt sie auf Platz acht in ihrer Polizeiwache, die Tabelle kann sie jederzeit aufrufen. "Es ist gut, im Mittelfeld zu sein", sagt sie.

Auf meiner Reise durch China merke ich immer wieder, wie stark die Menschen schon jetzt diverse Arten von Bewertungssystemen in ihrem Alltag akzeptiert haben. Es gibt Apps wie "Ehrliches Shanghai" oder "Sesame Credit", die gutes Verhalten mit Vergünstigungen belohnen, und noch stärker als bei uns wird auf Kundenbewertungen für Restaurants, Hotels oder Waren vertraut.

Chinesen nehmen neue Technologien selbstverständlicher und schneller in ihren Alltag auf als Europäer. Auch Bezahl-Apps wie WeChatPay oder AliPay, die sind einfach praktisch und schon extrem verbreitet: Jedes Mal, wenn ich auf meiner Reise mit Bargeld zahle, fühle ich mich wie ein Besucher aus der Steinzeit.

Passant in Dali: Auf der Brust ein Hakenkreuz, ein in China eher unübliches Tattoo
Stephan Orth

Passant in Dali: Auf der Brust ein Hakenkreuz, ein in China eher unübliches Tattoo

Über Nazis reden

Ort: Foshan (7 Millionen Einwohner)
Gastgeber: Yangwei, 24, Autoverkäufer

Yangwei arbeitet als Verkäufer bei Volkswagen in einem Vorort von Foshan im Süden Chinas. Er trägt die Insignien der Zunft "Bachelor in IT": schwarze Hornbrille und unsymmetrische Föhnfrisur mit Pony. Eigentlich ist er gelernter Programmierer, doch seine Eltern wollten, dass er Autos verkauft. Wegen der besseren Verdienstmöglichkeiten.

In einem Restaurant an der Hauptstraße bestellen wir Lamian-Nudelsuppe nach Lanzhou-Art. Wir sprechen über kulturelle Unterschiede, über China, Europa und Deutschland.

"Wenn man bei euch über Nazis redet, wird man verhaftet, oder?", fragt er plötzlich.

"Nein. Aber es ist verboten, die Massentötungen in Auschwitz zu leugnen. Oder eine Hakenkreuzflagge im Garten zu hissen."

"Aber letztes Jahr haben Chinesen Ärger gekriegt in Deutschland, weil sie über Nazis geredet haben."

"Was?"

"Ja, an so einem alten Gebäude. Du behauptest, man darf das, aber die Chinesen kriegen Stress. Es ist so unfair."

Yangwei wirkt ernsthaft empört, zumal sich doch Deutschland immer als offenes Land präsentiere, in dem Meinungsfreiheit gilt. Meldungen über chinesische Touristen, die während ihrer Europareise schlecht behandelt oder gar ausgeraubt wurden, liegen in Chinas staatlichen Nachrichten derzeit im Trend. Die Bürger sollen immer wieder daran erinnert werden, dass sie in ihrem Heimatland besser dran sind anderswo.

Preisabfragezeitpunkt:
25.04.2019, 18:00 Uhr
Ohne Gewähr

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Stephan Orth
Couchsurfing in China: Durch die Wohnzimmer der neuen Supermacht

Verlag:
Malik
Seiten:
256
Preis:
EUR 16,00

Ich frage Yangwei, ob er Genaueres über den Nazi-Vorfall weiß. Er baidut die Geschichte auf seinem Handy. Baidu ist die chinesische Variante von Google, dessen Angebote genau wie Facebook, Instagram oder Twitter im ganzen Land gesperrt sind.

"Ah, sie haben diese eine Sache gemacht - mit dem Arm nach oben."

"Den Hitlergruß?"

"Ja."

"O Gott. Ja, das ist auch verboten."

"Wie geht der Hitlergruß?"

"Man streckt den rechten Arm aus, mit der flachen Hand nach unten."

"So? Oder etwas höher?"

"Ja, genau so. Du kannst den Arm jetzt wieder runternehmen."

"Aber so ist es richtig, ja? Der Winkel stimmt?"

"Ja doch."

Zufrieden mustert er das Ergebnis, von den Fingerspitzen bis zur Schulter, dann wieder zurück zu den Fingern, als wolle er sich die genaue Position einprägen.

"Du könntest jetzt wirklich...…"

Ich schaue mich um, ob wir beobachtet werden. Zwei Gäste am Nebentisch blicken hastig zurück in ihre Suppenteller. Die Überwachungskamera an der Decke filmt lautlos.

"Okay", sagt Yangwei endlich und widmet sich wieder seinem Essen. "Also, jedenfalls haben sich die Touristen gegenseitig so fotografiert. Vor einer Art Schloss. Hier."

Das Bild in dem Online-Artikel zeigt den Reichstag in Berlin.

"Sie wurden festgenommen und mussten 500 Euro Strafe zahlen. 500 Euro! Wegen ein paar Fotos. Ihr habt so strenge Gesetze in Deutschland, da kriegt man echt Angst", sagt Yangwei.

Stephan Orth

Xi im Sandkasten

Ort: Peking (21,5 Millionen Einwohner)
Gastgeberin: Lin, 32, Künstlerin

Einen Eindruck davon, wie es in China mit der Meinungsfreiheit steht, bekomme ich bei der Künstlerin Lin in einem Außenbezirk von Peking. Sie postet häufig brisante Dinge bei Weibo, der chinesischen Twitter-Variante, oft werden ihre Worte nach Sekunden von der Zensur gelöscht. Als sie einmal "Befreit Tibet" schrieb, stand zwei Stunden später die Polizei vor ihrer Wohnungstür.

Sie verwendet Begriffe wie "Staatsmafia" und "Nazi-Regime", wenn sie von der Kommunistischen Partei spricht. Vor einigen Monaten wurde ihr Atelier dem Erdboden gleichgemacht, die Polizei schickte zwei Bagger. Offiziell wurde ihr eine illegale Bebauung des Grundstücks vorgeworfen. Doch sie vermutet, dass die politischen Brisanz ihrer Kunstwerke der wahre Grund sind.

Lin wohnt in einem östlichen Stadtteil von Peking in einer Wohnung, die nach frischer Farbe riecht und vollgestellt ist mit Skulpturen und Ölgemälden. Gerade arbeitet sie an einem Bild, das Donald Trump, Xi Jinping und Kim Jong-Un im Sandkasten zeigt.

In ihrer Kunst kritisiert Lin den Staat, privat hat sie viel Streit mit ihrer regimetreuen Mutter, die ein paar Häuser weiter wohnt. Eines dieser Wortgefechte erlebe ich live mit. Eine durchaus skurrile Situation, weil Lin immer wieder zwischendurch den Streit unterbricht, um das Ganze für mich zu kommentieren und ins Englische zu übersetzen.

Die Mutter: "Sag nichts Schlechtes über unser Land zu ihm. Ausländer glauben, unser System ist nicht gut, dabei geht es uns jedes Jahr besser. Wenn du so viel Negatives sagst, solltest du dich schuldig fühlen, Chinese zu sein, weil du dieses Land hasst."

Lin: "Ich hasse nicht das Land. Sie tut so, als wären Partei und Land das Gleiche, als sei Kritik an dem einen automatisch auch Kritik an dem anderen. Dabei sind das zwei verschiedene Dinge. Ich habe schon so oft versucht, ihr das zu erklären."

Die Mutter: "Du bist respektlos. Man muss die Partei ehren wie die eigenen Eltern. Und akzeptieren, dass sie immer recht hat. Wer schlecht über seine Mutter spricht, ist ein schlechter Mensch."

Lin: "Ich finde, die Regierung sollte eine Service-Organisation sein, die den Bürgern dient. Und eben nicht wie die Eltern."

Die Mutter: "Immer beschwerst du dich. Das Leben ist so schön, du hast genug zu essen, genug Obst, du hast alles. Ein Curry und ein Ei pro Tag genügen doch. Das einfache Leben ist das weiseste Leben. Was willst du noch? Warum bist du nicht bescheiden?"

Lin: "Ich spüre einfach, dass diese Regierung die Schrauben zu eng anzieht. Ich sage meiner Mutter, nein, ich beschwere mich nicht, es ist nur meine Meinung, die ich äußere. Wenn Dinge nicht optimal laufen, muss man sie doch kritisieren dürfen. Ein gesundes Leben zum Beispiel ist gar nicht so leicht möglich, weil unsere Natur so verschmutzt ist."

Die Mutter: "Wir können nichts an der Umweltzerstörung ändern. Du musst ja nicht aus einem der Flüsse trinken, du kriegst doch im Shop sauberes Trinkwasser."

Lin: "Meine Mutter spürt das nicht, dass sich einiges in die falsche Richtung entwickelt. Ich denke oft daran, sie zu verlassen. Die Mutter und das Land. Die Entscheidung fällt mir schwer. Wenn ich gehe, wird sie sagen: Du bist ein schlechter Mensch, weil du deine Eltern im Stich lässt."

Die Mutter: "Du stellst nur diesen Schrott her und verschwendest dein Leben. Warum kannst du nicht wieder als Lehrerin arbeiten, heiraten und ein Kind kriegen? Du bist 32. Aber so stur wie du bist, wundert es mich nicht, dass du keinen findest."

Lin: "Chinesen mögen unterwürfige Frauen. Manchmal denke ich selbst, ich wäre seltsam oder verrückt, natürlich mag mich keiner. Aber als ich in Europa war, sprachen die Leute mich oft an, und Männer wollten meinen WhatsApp-Kontakt. Als ich meiner Mutter davon erzählte, glaubte sie mir kein Wort."

Die Mutter: "Und du hast vergessen, den Abwasch zu machen."

Lin: "Oh, ich glaube, da hat sie recht."

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Im Land der Mitte: Zehn Dinge, die ich auf meiner Chinareise gelernt habe

Selten habe ich innerhalb einer halben Stunde so viel über ein Land gelernt wie aus diesem kurzen Streitgespräch. Und selten habe ich in drei Monaten so viel gelernt wie auf meiner Chinareise von einer Couch zur nächsten.

Vieles, was ich dort erlebte, wirkte beängstigend, wie eine Dystopie aus der Zukunft. Doch vieles empfinde ich auch als leichter nachvollziehbar und kann es besser einordnen, seit ich mehr über die Mentalität der Menschen erfahren habe.

China ist kein ideales Reiseziel für einen entspannten Erholungsurlaub. Aber was sich dort in wenigen Jahrzehnten entwickelt hat, wie der einstige "kranke Mann Asiens" zur Weltmacht wurde - allein das mitzuerleben, ist schon das Flugticket wert.

Der Text ist eine bearbeitete und veränderte Version von Auszügen aus dem Buch "Couchsurfing in China" von Stephan Orth, das im Verlag Malik erschienen ist.



insgesamt 32 Beiträge
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JackGerald 23.03.2019
1. In China macht man keinen Urlaub -
- China bereist man. Und die Einreise geht auch nicht nur per "unsportlichem" Flugticket, sondern bekanntlich auch mit der Eisenbahn oder per Landweg z. B. über Kirgistan. Alle diese Möglichkeiten haben wir schon ausprobiert und werden dieses höchst faszinierende Land sicher noch mehrmals besuchen.
Chris CNX 23.03.2019
2.
Ist der Autor wirklich mit Englisch vorangekommen? Auf meiner letzten Reise sprach kaum jemand Englisch, nicht mal an der Rezeption des Hotels in der 14 Millionen Metropole Guangzhou. Haben ihn auch die überall hinrotzenden Menschen genervt, von den Leuten die mal schnell in die Ecke gekackt haben mal ganz abgesehen? Haben ihn, gerade in den Metropolen wie Guangzhou, Hangzhou und Shanghai auch die überall gegenwärtige Polizei und die massenhaften Kameras gestört? Es ist ein wirklich interessantes Land, viele Dinge, gerade im Verhalten der Menschen, sind aber noch sehr rückständig.
peteftw 23.03.2019
3. China
Bin regelmäßig in China und ja die Entwickling der letzten Jahre ist unglaublich. An Beitrag Nr. 2: Ich weiß ja nicht wo sie waren, aber in China sprechen deutlich mehr Menschen Englisch als z. b in Japan, v.a. die jüngere Generation. Und die unappettitlichen Erfahrungen habe ich auch nicht gemacht. Ja gerade der älteren Landbevölkerung merkt man zeilweise etwas rüde Umgangsformen an, aber je jünger und städtischer desto "zivilisierter" Generell sind die Menschen hilfsbereit, offen und freundlich und Deutschland ist nach wie vor extrem hoch.angesehen. Zum Bericht. Der letzte Story hört sich ja schon etwas konstruiert an, sorry. Möchte nichts unterstellen, aber dass z.B. die Umweltverschmutzung klein geredet wird hab ich noch NIE erlebt. Im Gegenteil, den Chinesen ist voll bewusst dass sich hier was ändern muss, daher wird massiv in erneuerbare Energie, Müllvermeidung etc investiert. Das Essen ist einfach Wahnsinn. Ich glaube nicht mal ganz Europa kann es hier mit der Vielfalt aufnehmen. Und bzgl.Technologie. Ja, Immer wenn ich zurückkomme fühle ich mich wie in einem sehr ruhigen,.etwas langweiligem Freiluftmuseum...
whgreiner 23.03.2019
4.
Ich war selber voriges Jahr in China. Dass es denen von Jahr zu Jahr besser geht - so wie uns von Jahr zu Jahr schlechter - glaube ich gerne. Ebenso glaube ich aufs Wort, dass sich Chinesen in Deutschland nicht sicher fühlen: sehr zu Recht übrigens, weil Kriminalität in China ungleich härter bekämpft wird als bei uns. Und was die Überwachung durch elektronische Medien angeht: die dürfte in beiden Staaten in etwa gleich sein. Die Deutschen sind sich dessen nur noch weniger bewußt. Google, Facebook, Twitter und Co. sind sowieso schon lange keine freien Medien mehr, sondern Machtinstrumente westlicher Politik, fest im Griff vorwiegend der amerikanischen Geheimdienste. Die chinesische Regierung enthält sie ihren Bürgern nicht aus Missgunst vor, sondern weil sie halt die dahinter stehenden Machtstrukturen aus dem eigenen Land draußen halten wollen.
espace 23.03.2019
5. Chinesische Verhältnisse
werden wir dereinst auch hier haben. Unsere Politiker und - ja - auch die Bevölkerung sucht den "sicheren" Staat, mit Sicherheits-Kräften, Sicherheits-Kameras, Vorbeugehaft, Gefährder-Überwachung, Umerziehung - von den Möglichkeiten der chinesischen Regierung wird hier mehrheitlich geträumt, irgendwann sind sie da und fast alle sind glücklich
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