Das Finale Solartaxi stellt Weltrekord auf

Es ist vollbracht: Das Solartaxi hat es als erstes mit Sonnenenergie betriebenes Gefährt geschafft, einmal um die Welt zu fahren. Louis Palmer und sein Mechaniker Thomas Gottschalk sind auf der Weltklimakonferenz im polnischen Poznan angekommen.

In der Nacht fahren wir mit dem Solartaxi von Berlin nach Poznan. Wir folgen gemütlich den Angaben des GPS-Gerätes. Ich habe fünf Pullover und Mäntel an, dazu Handschuhe. Immerhin liegen die Temperaturen nur knapp über dem Gefrierpunkt. Plötzlich leuchten vor uns ein paar Blaulichter auf, der Bundesgrenzschutz liegt hier auf der Lauer. Schnell kapiere ich: Diese menschenleere Straße ist eigentlich gar nicht mehr in Betrieb. Ich wende sofort, der Weg nach Polen ist ein anderer.

In Polen erwartet uns Pzemo, irgendwo im Süden der Stadt hat er uns einen Einstellplatz organisiert. Wir, mein Passagier Jürg und ich, sind hundemüde, als wir nach Mitternacht endlich ein Bett und eine Matratze bei Pzewo, im Norden der Stadt Poznan, finden.

Mit der Sonne einmal um den Globus

17 Monate, auf den Tag genau, bin ich nun unterwegs. Thomas hat seine Unterkunft bei einem Freund bereits gefunden, morgen sollten wir offiziell ankommen und den Weltrekord aufstellen. Das Solartaxi ist als erstes Auto, das sich ohne einen Tropfen Benzin fortbewegt, einmal um die Welt gefahren!

Am nächsten Morgen um 9.40 Uhr schüttle ich meinem nächsten Taxigast die Hände. Es ist der Executive Secretary des UNFCCC, Yvo de Boer, der Chef des Uno-Klimarates. Und noch weiß er nicht, dass ich in wenigen Minuten mit ihm durch eine Styroporwand fahren werde. Thomas und Jürg sind noch dabei, die Wand vor dem Haupteingang aufzurichten, während eine Sondereinheit mit einem Spürhund mein Solartaxi hinter dem Konferenzgebäude durchsucht.

Pünktlich um 9.45 Uhr nähere ich mich mit lautem Hupen der Wand. Doch mein Fahrgast hat weniger Angst, dass ich durch die Mauer fahre, als dass ich einen der zahllosen Fotografen überfahre, die sich uns in den Weg stellen. Kurz vor unserem Eintreffen bläst eine Brise die Styroporwand fast um, und Jürg versucht verzweifelt, die Mauer aufrecht zu halten, während Thomas den Crash von oben filmt. Ich halte weiter auf die Mauer zu, bemühe mich, keinen Fotografen umzuwerfen, und dann - der Knall!!

Die Styroporwand ist durchbrochen, Yvo de Boer neben mir kichert, und die Security schaut belustigt zu. Ja, der Weltrekord ist geschafft!!

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