Die Heimreise beginnt Noch 6000 Meilen


An Bord geht es uns gut. Es ist toll, Meile um Meile hinter sich zu lassen, auch wenn die Wetterlage schwierig ist. Die "Kingfisher" pflügt durch die Wellen, als ob ihr diese Art zu segeln Spaß machen würde.

Der Seegang ist inzwischen ganz beachtlich - die Wellen werden immer höher, und wir stampfen gegen einen harten Wind aus Nordwest an. Ein schwieriger Balanceakt zwischen Schnelligkeit und Sicherheit.

Heute Abend hat der Wind noch einmal zugenommen, wenn auch nicht ganz so stark wie sonst. Mit 19 bis 25 Knoten kommt er uns entgegen. Es bereit einige Mühe, die Segel festzuzurren. Ich bin froh zu sehen, dass ein Segler nach dem anderen Kap Hoorn umrundet. Das Kap ist ein wunderschöner Ort, aber trotzdem sollte man hier sehr vorsichtig sein...

Ich war ein bisschen an Deck und habe zugesehen, wie der Ozean an uns vorüberrauscht. Allerdings war volle Montur nötig, denn das Wasser spritzt alle paar Sekunden übers Deck.

Wegen des hohen Seegangs ist alles an Bord sehr schwierig. Die Dünung ist noch schwerer vorhersehbar als im Südlichen Ozean. Die gute Nachricht ist, dass ich heute viel Zeit hatte, das Wetter zu beobachten. Auch konnte ich sowohl heute früh als auch während des Tages länger schlafen. Dadurch fühle ich mich deutlich besser und in der Lage, bis zum Ende hart zu arbeiten. Es ist leicht zu entspannen, wenn man Kap Hoorn hinter sich gelassen hat und die Luft wieder wärmer wird. Aber die Heimreise fängt gerade erst an. Knapp 6000 Meilen haben wir noch vor uns...



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