Dienstag, 8. April "Tea is ready"

Der Anfang ist fast ein Spaziergang. Die deutsch-schweizerische Mount-Everest-Jubiläumsexpedition hat den Aufstieg zum Basislager begonnen. Nach dem halbstündigen Flug von Katmandu nach Lukla steuerte das Team gestern das Dorf Phakding an. Heute kam der Trupp in Namche Bazaar, dem Zentrum der Everest-Region, an.


Es geht los: Knapp 50 Träger transportieren einen Teil des Expeditonsgepäcks ins Basislager
Oliver Häußler

Es geht los: Knapp 50 Träger transportieren einen Teil des Expeditonsgepäcks ins Basislager

"Good morning Sir, tea ist ready", ruft einer der Küchenjungs in das geschlossene Zelt. An diesem Service werden sich die Bergsteiger nun jeden Morgen erfreuen. Die Tasse Tee vor dem Aufstehen ist ein angenehmes Relikt aus den Zeiten, als die Briten durch Nepal reisten. Während das Team noch den gezuckerten Schwarztee trinkt und die Küchencrew den Frühstückstisch deckt, machen sich die Träger auf den Weg zur nächsten Tagesstation.

Geschafft. Endlich kann die eigentliche Expedition beginnen, die letzten Vorbereitungen und Formalitäten sind getätigt: 70.000 US-Dollar musste die Expedition bei der Trekkingagentur in Katmandu für das Besteigungspermit abliefern - alles in bar und in Traveller Cheques. Nach tagelangem Warten auf eine Audienz beim Tourismusministerium zeigten sich die Bürokraten am Freitag endlich gnädig: Um 18.30 Uhr bekam die Expedition feierlich ihr Besteigungspermit überreicht. Erleichterung beim offiziellen Expeditionsleiter Eckhard Schmitt aus Bad Tölz.

Zwischenstation Phakding: Langsam, langsam heißt die Devise beim Aufstieg
Oliver Häußler

Zwischenstation Phakding: Langsam, langsam heißt die Devise beim Aufstieg

Den Smog und die vielen Menschen in Katmandu, das Hupen auf den Straßen, "You wanna buy something" im Touristenviertel Thamel, all das hat das Expeditionsteam gestern mit dem Flug ins 2700 Meter hohe Lukla hinter sich gelassen. Mehr als 4000 Kilogramm Expeditionsgepäck, in Tonnen und Seesäcken verstaut, teilte Sirdar Ngawang Thiele, der Chef der Sherpa, unter den Trägern und Lasttieren auf. Ein Teil der Zelte und die Ausrüstung der Bergsteiger werden direkt ins Basecamp transportiert. Der andere Teil begleitet die Bergsteiger auf ihrem zehntägigen Weg ins Basislager. Ihre persönliche Ausrüstung tragen die Bergsteiger selbst.

Die erste Etappe nach Phakding war kurz und gab Zeit, um sich zu akklimatisieren. Phakding liegt zwischen dem Flugplatz in Lukla und Namche Bazaar, dem Zentrum der Everest-Expedition. Langsam, langsam hieß die Devise beim heutigen Aufstieg in die knapp 3500 Meter hohe Unterkunft in Namche Bazaar. Ab einer Höhe von 2500 Meter wird der Sauerstoffgehalt in der Luft merklich dünner, das Atmen beim Aufstieg fällt schwer. Auf halber Strecke wartete der Küchenchef mit dem Mittagessen auf. Ein Service, den jeder genießt.

Landebahn Lukla: Die bürokratischen Hürden in Katmandu sind geschafft
Oliver Häußler

Landebahn Lukla: Die bürokratischen Hürden in Katmandu sind geschafft

Die kommenden zwei Tage bleiben das Expeditionsteam in Namche Bazaar: zum Akklimatisieren und für die ersten der medizinischen Studien, die ein Ärzteteam aus Gießen morgen und übermorgen durchführen wird. Während sich die Bergsteiger in der Unterkunft erholen, müssen sie nur noch eines tun: warten, bis die Küchenjungs rufen: "Dinner ready."



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