Dubai im Sommer Heiße Preise

Das derzeitige Wetter in Deutschland empfinden viele als drückend, doch das ist nichts gegen Dubai. Trotz Hitze fliegen immer mehr Deutsche im Sommer hin - weil's dann günstig ist und leerer. Für Abkühlung sorgen Mega-Malls und künstlicher Schnee.

TMN

Dubai - Ein wolkenloser Himmel und strahlender Sonnenschein, dazu ein leichter Wind aus Nordwest - das kündigt der Pilot beim Landeanflug auf Dubai an. Eigentlich ist es das perfekte Wetter für einen erholsamen Strandurlaub. Aber bei 45 Grad Celsius im Schatten?

Es ist heiß in Dubai, stickig geradezu, doch trotz der ungewohnt hohen Temperaturen zieht es immer mehr Besucher gerade im Sommer her. Die einen, weil sie sich dann endlich auch Übernachtungen in Luxushotels leisten können, die im Winter zu teuer für sie wären. Andere kommen, weil sie mit ihren Kindern auf die Schulferien angewiesen sind und die empfohlene Reisezeit - im April - nicht nutzen können.

"Der Sommer am Persischen Golf ist mit Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad eine richtig heiße Angelegenheit und sicher nichts für jedermann", sagt Michael Sorgenfrey. Der Deutsche ist Direktor eines großen Hotels in Dubai und gesteht, dass auch er sich erst an das heiße Klima gewöhnen musste, als er vor zwei Jahren den Posten im Emirat übernahm.

Am Morgen ist es am Strand leer und noch kühl

"Bei der Fahrt im klimatisierten Auto beschlagen manchmal die Windschutzscheiben, aber von außen, und Sie müssen die Scheibenwischer betätigen", sagt er. Er kann dem heißen Sommer aber auch gute Seiten abgewinnen: "Wenn es meine Zeit zulässt, beginne ich den Tag mit einem Spaziergang auf weißem Sand und lasse meine Füße vom kristallklaren Meereswasser umspülen. Am frühen Morgen ist es noch nicht so heiß, und ich habe den Strand fast für mich allein."

Tatsächlich ist es im Sommer deutlich leerer in Dubai als im Frühjahr, wenn die Massen zum Urlaub herkommen. Für viele ist die Hitze unerträglich. Doch Hartgesottene helfen sich mit viel Wasser und wenig Bewegung - und dem Aufenthalt in klimatisierten Räumen.

Vor allem die riesigen Einkaufszentren laden zum Bummeln und Geldausgeben ein. Erst vor einigen Tagen wurde das neueste Megaprojekt angekündigt, die "Mall of the World": Die weltgrößte, vollklimatisierte Einkaufsstadt soll ein Straßennetz von sieben Kilometer umfassen und bis zur Expo 2020 fertig sein. Doch auch jetzt schon gibt es zahlreiche Indoor-Erlebniswelten wie die bei Kindern beliebte Modhesh World, die im Sommer mit einem Wasserpark aufwartet.

Wer mag, kann sich in den wohl temperierten Komplexen an Kletterwänden versuchen, es im Vertikalwindtunnel mit Indoor-Skydiving versuchen oder zum Bowlen gehen. Sogar Skifahrer und Snowboarder kommen in einer Skihalle auf ihre Kosten: Die Anlage mit dem Namen "Ski Dubai", die damit wirbt, der kühlste Platz in Dubai zu sein, offeriert derzeit einen "Ramadan Pass" mit Vergünstigungen - Fleece-Handschuhe inklusive.

Lokale Bräuche beachten

Ob das für deutsche Touristen attraktiv ist, muss jeder Besucher selbst beurteilen. Für arabische Familien ist die Begegnung mit Schnee jedenfalls ein ganz besonderes Erlebnis. Wer mehr über die lokalen Sitten und Gebräuche erfahren möchte, sollte abseits der Malls und Freizeitanlagen auf die Suche gehen.

Informationen über den Islam und die Kultur des Emirats liefert das Sheikh Mohammed Center for Cultural Understanding in der Jumeirah Moschee. Debbie Jaunich, eine zum Islam konvertierte Amerikanerin, erklärt dort zum Beispiel, dass es in der Zeit des Ramadan, der in diesem Jahr bis zum 27. Juli andauert, neben dem Fasten auch um innere Besinnung und Reinigung geht.

"Besucher sollten diese Bräuche respektieren", sagt Hoteldirektor Sorgenfrey. "Sie können aber in von der Öffentlichkeit abgetrennten Bereichen der Restaurants essen. Nur Alkohol ist auch dort tabu."

Nach Sonnenuntergang treffen sich alle zum Iftar, dem gemeinsamen Fastenbrechen. Viele Hotels bauen prunkvolle Zelte und Buffets auf. Nur das Beste, was die orientalische Küche zu bieten hat, kommt auf den Tisch. Höhepunkt ist das Fest Eid al-Fitr am Ende des Fastenmonats, bei dem auch ausländische Besucher gern gesehene Gäste sind.

Detlef Berg/dpa/emt



insgesamt 22 Beiträge
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Theoline 11.07.2014
1. Wie dämlich muss...
... man sein, um dafür auch noch Geld zu zahlen?? Mal erhlich, wer fliegt da schon hin, bei der Hitze, um dann auch gleich wieder in ein klimatisiertes Gebäude (am besten noch mit künstlichem Schnee;-) zu verschwinden. Abgesehen davon, dass die meisten da unten eh einen an der Klatsche haben. Man wundert sich manchmal schon:-)
ohemmer69 11.07.2014
2. Für mich
erfüllt diese Stadt fast alle Kriterien, um dort niemals freiwillig auch nur einen einzigen Tag verbringen zu wollen. Konsumwahn, Dekadenz, Ignoranz, Größenwahn, Intoleranz, Umgestaltung von allem natürlichen ins künstliche, usw. Eigentlich fehlt dieser Stadt noch ein passender Slogan. Wie wäre es mit: Dubai - macht euch die Erde Untertan
trader_07 11.07.2014
3. Ich frage mich eher...
Zitat von Theoline... man sein, um dafür auch noch Geld zu zahlen?? Mal erhlich, wer fliegt da schon hin, bei der Hitze, um dann auch gleich wieder in ein klimatisiertes Gebäude (am besten noch mit künstlichem Schnee;-) zu verschwinden. Abgesehen davon, dass die meisten da unten eh einen an der Klatsche haben. Man wundert sich manchmal schon:-)
Ich frage mich eher, wie kleingeistig (um das d-Wort nicht zu verwenden) man sein muss, um sich solch ein unqualifiziertes Pauschal-Urteil zu erlauben. Zwei, drei Tage Dubai machen die meisten als Zwischen-Stopp auf dem Südost-Asien- oder Malediven-Trip und diesen Haupt-Urlaub richtet man sicherlich nicht nach der Temperatur in Dubai aus.
captainjack71 11.07.2014
4. Mal wieder nichts dazu lernen
2 der hier aufgeführten Kommentare belegen mal wieder vom feinsten was man eigentlich jemand anderem vorwirft. Intoleranz und Ignoranz. Von nichts eine Ahnung haben, noch keine Erfahrung gesammelt, aber glauben der Welt die Regeln diktieren zu müssen. So findet man mehr Toleranz in den Emiraten als hier in Deutschland; um das zu erkennen müsste man halt selbst offen dafür sein. Putzig!!
uzsjgb 11.07.2014
5.
Zitat von Theoline... man sein, um dafür auch noch Geld zu zahlen?? Mal erhlich, wer fliegt da schon hin, bei der Hitze, um dann auch gleich wieder in ein klimatisiertes Gebäude (am besten noch mit künstlichem Schnee;-) zu verschwinden. Abgesehen davon, dass die meisten da unten eh einen an der Klatsche haben. Man wundert sich manchmal schon:-)
Mir sind 40 Grad in trockener Luft wesentlich lieber als Bonn bei schwülen 30 Grad. Ich vermute mal, dass Sie solche Temperaturen in der Wüste selber noch nicht erlebt haben und deswegen auch nicht beurteilen können.
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