Wüstenstadt der Zukunft Luxushotel im Bienenstock

In den Vereinigten Arabischen Emiraten soll eine moderne Küstenstadt aus Häusern in Bienenstock- und Halbmondform entstehen - mit Einkaufszentren, Luxushotels und Apartments. Noch fehlt allerdings ein Investor.

LUCA CURCI ARCHITECTS

Wer Luca Curcis Entwürfe schnöde als Wohnblöcke bezeichnet, wird seinen Ideen nicht ganz gerecht. Die Gebäude, die der Architekt aus dem italienischen Bari für die Vereinigten Arabischen Emirate entworfen hat, wirken eher wie gigantische Skulpturen - fast zu schade zum Wohnen.

Als "Wahrzeichen" für die Skyline von Städten in den Emiraten bezeichnet Curci selbst die Pläne seines Studios, die auf dem Konzept der "Organic Cities", der organischen Städte, beruht. Fünf eiförmige Hochhäuser umfasst der Komplex, der ihm vorschwebt, Gebäude wie Bienenstöcke, die bis zu 470 Meter aufragen. Sie sind mit fünf Komplexen verbunden, die von oben wie Halbmonde aussehen, der höchste von ihnen erreicht 190 Meter. Hier sollen Hotels entstehen, die per Schiff, Hubschrauber oder Auto erreichbar sind. Ein Jahr hat das Team um Curci nach eigenen Angaben an dem Entwurf gearbeitet.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten denkt man gerne groß, auch und besonders wenn es um Architektur geht. Der höchste Wolkenkratzer der Welt steht hier, das größte Einkaufszentrum ist in Planung, sogar Themenparks mit eigenem Wetter sollen demnächst auf der künstlichen Inselgruppe "The World" vor Dubai entstehen - und auch Curcis Entwurf einer "Organic City" soll einmal zu dieser "Megalopolis" gehören, wie der Architekt auf seiner Website schreibt.

Private Zugänge aus der Luft und von der See aus

Die "organischen Gebäude", wie Curci die Bienenstock-Häuser nennt, sollen an Land entstehen, die Monde im Wasser des Persischen Golfes. Die Stadt der Zukunft, wie Curci sie sich vorstellt, fällt aber nicht nur durch ihre modernen Formen auf, sie soll auch grün sein, nachhaltig und ein sozialer, vergnüglicher Ort für 150.000 Menschen.

Neben den Hotels soll es Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten geben, Wellness-Bereiche, Büros, Galerien und Museen. Die Hälfte der 600.000 Quadratmeter umfassenden Bebauungsfläche besteht nach den Plänen aus Grünanlagen, öffentlichen Plätzen und Wegen. Es gehe ihm um "Verbindungen mit inneren Welten", sagte Curci SPIEGEL ONLINE, um Interaktionen zwischen Menschen und um "die Verbindungen des spirituellen Lebens eines jeden mit der Natur". Seine Architektur nehme die Formen des Wohnens in der Wüste auf - wo seine Bienenstock-Gebäude auch problemlos realisiert werden könnten.

Ob, wann und auf welchem Sand genau seine Visionen Realität werden, ist noch offen. Irgendwo "in der arabischen Welt" soll das passieren, sagte Curci. "Wir zeigen die Entwürfe gerade verschiedenen möglichen Kunden." Mit einem Designpreis ausgezeichnet worden ist das Projekt bereits. Nun muss die Theorie noch der Praxis standhalten und vor allem großzügige Investoren anziehen - nach dem Immobilien-Crash keine kleine Hürde für so große Träume.

emt



insgesamt 6 Beiträge
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Theoline 20.02.2014
1. Schon wieder so eine
Man bei der Hitze da, hält man es doch eh nur in klimatisierten Räumen aus. Dann lieber hier in Europa mit einem "Glas Bier (und nicht nur im Hotel)" die Zeit verbingen!
raber 20.02.2014
2. Attraktive Architektur für VAE
Für Menschen die in diesen heissen Ländern leben müssen ist es bestimmt eine attraktive Lösung, besonders wenn die Hälfte mit Grünanlagen ausgestattet ist. Das mit den privaten Zugängen ist für dickere Geldbeutel und der Artikel erschwendet vielleicht zu viel Platz mit dem Aspekt. Zu @Theoline: in klimatisierten Täumen lebt man in grossen Teilen dieser Welt und trotzdem geniesst man die Welt und braucht keine Heizung oder mit Winterklamotten ausgestattet durch den Schneematsch zu gleiten.
glen13 20.02.2014
3.
Zitat von sysopLUCA CURCI ARCHITECTSIn den Vereinigten Arabischen Emiraten soll eine moderne Küstenstadt aus Häusern in Bienenstock- und Halbmondform entstehen - mit Einkaufszentren, Luxushotels und Apartments. Noch fehlt allerdings ein Investor. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/dubais-architektur-der-zukunft-wuestenstadtprojekt-organic-cities-a-954488.html
Wenn nicht da, wo dann? Eine grandiose Idee. Toll auch das großzügige Zimmer von innen auf Bild 7 mit den alkoholischen Flaschen. Scheint gut in arabischen Ländern anzukommen.
mtubach 20.02.2014
4. Das klappt, Geld ist da!
Wer einmal in Dubai oder Abu Dhabi war oder wie wir gerade ist, glaubt an dieses Projekt. Es wird hier halt nur nicht auffallen unter all den anderen Absonderlichkeiten, einfach weil es Dutzende gibt.
Celegorm 20.02.2014
5.
Zitat von glen13Wenn nicht da, wo dann? Eine grandiose Idee. Toll auch das großzügige Zimmer von innen auf Bild 7 mit den alkoholischen Flaschen. Scheint gut in arabischen Ländern anzukommen.
Na dann halt nirgends. Die erzwungenen Populationsdichten in ariden Ländern wie den VAE sind letztlich ökologischer Irrsinn, der sich nur unter extremem Geld- und Energieeinsatz aufrecht erhalten lässt. Alles, was diese zivilisatorische Blase befördert, ist dementsprechend ziemlicher Unsinn. Von der politisch fragwürdigen Komponente, einen solch totalitären Staat zu unterstützen, mal abgesehen.. Die Glitzerfassaden mögen vielleicht blenden, die Substanz ist aber längst nicht derart glänzend. Flops wie das World-Projekt oder der Beinahe-Bankrott von Dubai in der Finanzkrise zeigen, dass auch Reichtum nicht jeden ökonomischen Unfug zu kompensieren vermag. In den VAE wäre es wesentlich sinnvoller, das bisher Erreichte nun zu konsolidieren und die gesellschaftlichen Strukturen an die Moderne anzugleichen. Mit weiteren Prestige-Projekten wird man jedenfalls kaum so etwas wie eine nachhaltige Entwicklung erreichen.
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