Elbrus-Besteigung "Ich kriege fast jeden zum Gipfel"

Der Elbrus ist mit 5642 Metern der höchste Berg Europas - und viel schwerer zu besteigen, als viele denken. Dennoch boomt der Tourismus. Auch, weil sich Lauffaule in Gipfelnähe befördern lassen können.

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Plötzlich heult ein Motor hinter uns auf, knapp 4700 Meter über Normalnull. Unsere Bergsteigergruppe arbeitet sich gerade den Anstieg zu den Pastuchov-Felsen hoch, eine Akklimatisierungstour am Elbrus. Alle japsen wegen der dünnen Luft.

Während wir uns mühsam hinaufquälen, schießt ein Schneemobil an uns vorbei: Hinter dem Fahrer sitzt eine Touristin mit Sonnenbrille und Turnschuhen, nicht einmal eine richtige Mütze hat sie auf. Der Schlitten jagt den breiten, schneebedeckten Südhang des Elbrus hinauf - immer weiter, bis auf über 5000 Meter Seehöhe. Zurück bleibt Benzingestank.

5642 Meter ist der Elbrus im russischen Teil des Kaukasus hoch, 800 Meter höher als der Mont Blanc in den Alpen. Ob der Kaukasus-Gipfel noch zu Europa oder schon zu Asien gehört, ist unter Geografen umstritten. In Bergsteigerkreisen hält man es offenbar so: Der Hauptkamm des Großen Kaukasus markiert die Grenze zwischen den Kontinenten - und der nördlich des Kamms liegende Elbrus gehört zu Europa.

Der Berg ist ein erloschener Vulkan mit zwei ebenförmigen, fast gleich großen, strahlend weißen Gipfeln, um die herum immer wieder starke Schneestürme toben. Ein Brocken aus Eis mit 22 Gletschern voller Spalten, berüchtigt für plötzliche Wetterumschwünge, umgeben von schroffen Kaukasusriesen in der abgelegenen Region Kabardino-Balkarien nahe der georgischen Grenze.

Die zwei ebenmäßigen Gipfel des Elbrus
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Die zwei ebenmäßigen Gipfel des Elbrus

Und doch scheint der Elbrus an sonnigen Tagen so einfach erreichbar zu sein wie kaum ein anderer der "Seven Summits", der höchsten Gipfel der sieben Kontinente. Denn bis auf 3800 Meter Seehöhe kann jedermann mit der Seilbahn nach oben fahren, ganz bequem in der Umlaufgondel. Der Elbrus-Südhang ist ja auch ein Skigebiet.

Und wer dann noch ein paar Hundert Euro drauflegt, kann sich per Pistenraupe oder Motorschlitten hochkutschieren lassen bis auf etwa 5100 Meter. Von da aus sind es nur noch etwa 600 Höhenmeter bis zum Westgipfel, dem höchsten Punkt des Kontinents.

In diesem Sommer werden sich wieder mehrere Tausend Bergsteiger am Elbrus versuchen. Wie viele es genau sind, ist unklar, da sie nicht registriert werden. Zwischen 15 und 30 Menschen sterben laut Angaben des örtlichen Rettungsdiensts pro Jahr beim Versuch, den Gipfel zu erreichen.

Die meisten, weil sie unzureichend vorbereitet sind, sich nicht auskennen oder schlechte Ausrüstung haben. Sie rutschen auf den bisweilen spiegelglatten Eisflanken weg, schlittern Hunderte Meter den Hang herab und krachen auf einen Felsen. Oder sie verirren sich im Schneegestöber, stürzen in eine Gletscherspalte, erfrieren. Oder sie erleiden ein Hirn- oder Lungenödem. Auf 5500 Metern ist der Sauerstoffpartialdruck nämlich nur etwa halb so groß wie auf Meeresniveau. Ein Atemzug bringt dem Menschen hier oben also nur etwa halb so viel Sauerstoff ein.

Wissenswertes zur Höhenkrankheit
Höhenkrankheit
Die Höhenkrankheit (Acute Mountain Sickness, AMS) ist eine Reaktion des Körpers auf Höhen über 2500 Metern. Dort nehmen Sauerstoffgehalt und Luftdruck rapide ab. Wenn der Körper nicht genug Zeit hat, sich auf die geringe Sauerstoffversorgung einzustellen, können schwerwiegende Symptome die Besteigung behindern. Der Mensch ist allerdings dazu fähig, sich an gewisse Höhen anzupassen. Diese sogenannte Akklimatisierung ist vor allem für mehrtägige Wanderungen in große Höhen obligatorisch. In der sogenannten Todeszone ab etwa 7000 Metern aber kann sich der Körper nicht mehr regenerieren.
Symptome
- schwerer Kopfschmerz
- schnelle Atmung / Atemlosigkeit / Atemnot bei Anstrengung
- Leistungsabfall / Müdigkeit
- Herzrasen und schneller Puls
- Schlaflosigkeit
- Appetitlosigkeit
- Übelkeit mit Erbrechen
- Schwindel / Gangunsicherheit / Benommenheit / Konzentrationsschwäche
- reduzierte Harnmenge / Ausscheidung von dunklem Harn
- Druck auf der Brust
Risiken
Missachtet man die Symptome der Höhenkrankheit, kann das schwerwiegende Folgen haben: Ignorieren Bergsteiger die Alarmsignale des Körpers, riskieren sie zum einen schwere Bergunfälle. Zum anderen drohen Höhenlungenödem oder Höhenhirnödem, also das Einlagern von Wasser in Lunge oder Gehirn. Diese können schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation führen.
Vorbeugung
Der Körper kann sich an Höhen bis zu 5500 Metern meist gut anpassen. Ab einem längeren Aufenthalt auf mehr als 2500 Metern ist eine ausreichende Akklimatisierung zwingend erforderlich. Durch Aufenthalt und Eingehtouren in Höhen ab 3000 Metern bildet der Körper Erythrozyten und erhöht Atem- und Herzfrequenz. Die Akklimatisierung ist dabei individuell verschieden und unabhängig von der körperlichen Fitness. Wichtig dabei ist es, langsam aufzusteigen. Die Faustregeln: Nicht mehr als 300 bis 500 Höhenmeter pro Tag ("not too high too fast"), die Schlafhöhe sollte unter der maximalen Tageshöhe liegen, viel trinken.
Behandlung
Lassen die Symptome der Höhenkrankheit nicht nach, muss sofort zügig abgestiegen werden. Dabei sollte man den Oberkörper möglichst aufrecht lagern. Medikamente können bei der Behandlung der Symptome helfen, doch ist Vorsicht geboten: Denn sie lindern zwar die Symptome, führen aber auch dazu, die Anzeichen von Höhenkrankheit zu unterschätzen. In extremen Höhen greifen Bergsteiger oft zu künstlichem Sauerstoff.
Info
Österreichische Gesellschaft für Alpin- und Höhenmedizin: www.alpinmedizin.org
Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin: www.bexmed.de

"Den Elbrus haben schon viele unterschätzt. Aber er hat es in sich", sagt auch Elisabeth Pahl - und sie muss es wissen. Liza, wie alle hier die gebürtige Bayerin nennen, ist seit 23 Jahren Bergführerin am Elbrus und führt auch uns hinauf. Sie hat miterlebt, wie hier groß gebaut wurde: Seilbahnen und Pistenraupen, Hütten mit Strom, sogar mobiles Internet gibt es auf 4500 Metern Höhe. Diese Infrastruktur zieht immer mehr Touristen an.

"Die Leute suchen einen gewissen Komfort", sagt Pahl. "Und sie wollen, dass ihnen jemand Sicherheit gibt." Pahl rüstet uns mit Eispickeln, Steigeisen und Klettergurten aus, ohne die oben am letzten Stück zum Gipfel gar nichts geht. Sie begleitet uns zum Verleih für Expeditionsstiefel und dicke Thermohandschuhe, bringt uns in unserer Berghütte unter - einem gut beheizten Häuschen auf 3700 Meter - und sie achtet peinlich genau auf die optimale Höhenanpassung.

Beinahe täglich unternehmen wir Akklimatisierungstouren. Von Tag zu Tag geht es ein Stückchen weiter die Flanke den Elbrus nach oben: 3500 Meter, 4100 Meter, 4700 Meter - und dann wieder hinab zur Unterkunft. Nach der Bergsteigerregel: Steige hoch, schlafe tief.

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Elbrus im Kaukasus: Der eisige Riese

Wie präsent die Zivilisation am Elbrus ist, zeigt sich beim ersten Aufstieg. Eros Ramazotti und t.A.T.u. plärren aus den Lautsprechern der Seilbahnmasten über uns. Nahe der Endstation auf 3700 Metern stehen riesige runde Fässer, die sogenannten Botschki, in denen Wanderer nächtigen. Der Blick hoch zum Doppelgipfel ist manchmal von Stromleitungen durchkreuzt oder von Hochspannungsmasten versperrt.

Aber oberhalb von 4100 Metern, wo die letzten Blechhütten stehen, wird die Aussicht mit jedem Schritt schöner. Wild, zackig und teils schwindelerregend steil sind die Kaukasusketten rund um den Elbrus. Als hätte man die Alpen einmal zusammengeschoben.

Gipfelsturm um Mitternacht

Unser Aufstieg zum Gipfel startet um Mitternacht. Auch Liza bietet ihren Kunden an, sich von der Pistenraupe von 3700 bis auf 4700 Meter hochfahren zu lassen: für rund 700 Euro pro Gruppe. Wer sich auf 5100 Meter fahren lassen will, muss rund 1000 Euro bezahlen.

Zehn von uns 14 Bergsteigern nehmen das Angebot wahr. Wir anderen müssen drei Stunden früher los, um noch vor den üblichen Nachmittagsstürmen zurück zu sein. Und so mummeln wir uns ein in unsere Thermojacken und -hosen, steigen in die Expeditionsstiefel, schnallen die Steigeisen an, streifen die Sturmhauben und die extradicken Handschuhe über. Hinaus in die klare Nacht.

Bergsteiger am Elbrus: Jährlich wagen Tausende den Aufstieg
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Bergsteiger am Elbrus: Jährlich wagen Tausende den Aufstieg

Am Himmel sind sie alle aufgezogen: der Große Wagen, Kassiopeia, Pegasus und wie sie sonst noch heißen. Wir stapfen hinter Lizas Assistenzbergführer durch den Schnee, immer weiter rauf, Schritt für Schritt. Vom Gipfel herab schneidet uns der Wind ins Gesicht, aber wir haben Glück. Er sei heute Nacht eher mild, sagt der Bergführer.

Morgens um viertel nach drei sind wir wieder bei den Pastuchov-Felsen auf 4700 Metern - dort, wo neulich das Schneemobil an uns vorbeigebraust ist. Jetzt rattert die Pistenraupe heran, mit den anderen aus unserer Gruppe und mit Liza Pahl. Sie übernimmt jetzt das Kommando.

"Ich kriege fast jeden zum Gipfel", hat sie am Abend versprochen. Ihr Erfolgsrezept: Langsamkeit.

Schritt hoch. Schritt hoch. Kurz durchschnaufen. Schritt hoch. Schritt hoch. Kurz durchschnaufen. Und jede Stunde eine Pause. Wie in Zeitlupe bewegen wir uns nach oben. Aber es geht voran, irgendwie. Und wir bestaunen im Morgenrot zackige Gipfel, die über orangefarbene Wolken herausragen. Genießen die ersten Sonnenstrahlen, die auf unsere Gesichter fallen und die Eiseskälte vertreiben.

Besteigung des Elbrus
Anreise in die Elbrusregion
Der nächstgelegene größere Flughafen ist in der Provinzstadt Mineralnye Vody. Von Deutschland gibt es keine Direktflüge. Umsteigeverbindungen bieten unter anderem die russische Aeroflot (über Moskau), die türkische Pegasus sowie Turkish Airlines (beide über Istanbul) an. Der Flughafen Mineralnye Vody erinnert teils an eine Baustelle und ist berüchtigt für ausgedehnte Grenz- und Sicherheitskontrollen bei der Einreise. Mit dem Zug dauert die Fahrt von Deutschland etwa 2½ Tage.
Visum
Alle Elbrus-Reisenden aus der EU benötigen ein Touristenvisum. Und dessen Beantragung ist kein Spaß. Zunächst geht gar nichts ohne Einladung eines örtlichen, beim russischen Außenministerium registrierten Reiseveranstalters. Hat man dieses Dokument erhalten, muss man sein Visum online beantragen. Und in einem dritten Schritt mit dem ausgefüllten Visumsantrag und der Einladung bei einem der russischen Visazentren in Deutschland vorsprechen, die genaue Reiseroute darlegen, den Pass, eine spezielle Bescheinigung seiner Auslandskrankenversicherung für Russland, einen Einkommensnachweis sowie andere Dokumente einreichen. Mehr unter vhs-germany.com. Wer nicht vorab einen Termin bei diesen Visazentren beantragt hat, sollte sich auf stundenlange Wartezeit bei Einreichung und Abholung der Unterlagen einstellen. Die Mitarbeiter der Zentren sind, vorsichtig gesagt, meist nicht auffallend freundlich. Die Bearbeitung kann Wochen dauern, an Kosten können schnell an die 100 Euro zusammen kommen. Wer sich die Scherereien ersparen will, kann einen Visumsdienst oder ein spezialisiertes Reisebüro einschalten. Dann wird es noch etwas teurer.
Weiterreise
Von Mineralnye Vody bis zum Dorf Terskol, dem Ausgangspunkt der meisten Elbrus-Besteigungen, sind es etwa 200 Kilometer oder drei Stunden Autofahrt. Die Tourveranstalter organisieren den Transfer. Wer auf eigene Faust unterwegs ist, kann sich ein Taxi chartern. Kosten: um die 60 Euro für den einfachen Weg. Gerade bei Ankunft in der Nacht empfiehlt sich eine Vorabreservierung. Russisch-Kenntnisse sind sehr hilfreich, da nur wenige Menschen in der Region Englisch sprechen.
Beste Reisezeit
Hauptsaison für Elbrus-Treks ist der Sommer. Am ehesten stabil ist das Wetter im Juli und August - aber selbst dann kann es hoch oben im Gebirge zu Schneestürmen kommen. Die Wandersaison endet meist Mitte Oktober. Da das Wetter sich mittags oft verschlechtert, beginnt der Aufstieg zum Gipfel fast immer nachts, zwischen Mitternacht und 2 Uhr morgens. Auch eine Winterbesteigung auf Skiern ist prinzipiell möglich: Tourengeher können auf eine Tiefschnee-Abfahrt mit mehr als 3000 Meter Höhenunterschied hoffen. Allerdings kann es extrem kalt (im Gipfelbereich teils -40°C), stürmisch und gefährlich werden. Wer den Elbrus nicht gut kennt, sollte keine Tour auf eigene Faust starten.
Organisation
Eine Reihe Agenturen und unabhängige Bergführer bieten komplette Trekking-Pakete an: inklusive Führung, Hotel, Berghütten, Mahlzeiten, Transfer, Einladung für das Visum und bisweilen auch Leihausrüstung für das Hochgebirge. Eine Agentur ist etwa die von Liza Pahl (www.go-elbrus.com) Kosten: Ab etwa 900 Euro für einen einwöchigen Elbrus-Trek auf der Südroute. Individualreisende können sich selbst vor Ort auch Ausrüstung leihen. Allein schon wegen der Einladung für das Visum empfiehlt es sich, Unterkünfte ein paar Wochen vor der Anreise zu buchen.
Unterkunft
Entlang der Südroute gibt es zwischen 3500 und 4100 Meter Seehöhe zahlreiche Hütten und Wohncontainer. Die Qualität der Übernachtungsgelegenheiten ist sehr unterschiedlich. Während es in einigen Unterkünften so warm ist, dass man unter einer dünnen Decke ins Schwitzen gerät, kann die Temperatur in anderen Unterkünften unter den Gefrierpunkt fallen. Private Schlafräume sind selten. Duschen gibt es kaum, WCs sind meist einfache Plumpsklos. In der Hochsaison sind beliebte Hütten Wochen vorher ausgebucht.
Gesundheit
Immer wieder unterschätzen Trekker im Elbrus die Höhe. Auf 5000 Meter Seehöhe ist der Luftdruck und damit auch der Sauerstoffpartialdruck nur noch etwa halb so hoch wie auf Normalnull. Viele Menschen leiden unter leichten Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Atemlosigkeit -insbesondere dann, wenn sie zu schnell aufgestiegen sind. Lebensgefährlich ist es, mit Hilfe von Seilbahnen und Pistenraupen binnen Kürze mehrere tausende Meter Höhe zu machen. Im Extremfall können sich lebensgefährliche Ödeme im Gehirn oder in der Lunge bilden. Immer wieder sterben Elbrus-Touristen oder sie erkranken so schwer, dass sie im Notfall-Hubschrauber für Tausende Euro nach unten geflogen werden müssen.

Zur Anpassung sollten zwischen zwei aufeinanderfolgenden Unterkünften möglichst nicht mehr als 400 Meter Höhenunterschied bestehen. Dazu sollte oberhalb von 3000 Metern und oberhalb von 4000 Metern je ein Akklimatisierungstag eingelegt werden. Die Akklimatisierung klappt besser, wenn man untertags höher aufsteigt als man nachts schläft. Dazu sollte man viel trinken und auf eine ausgeglichene Ernährung achten. Selbst dann macht die enorme Höhe vielen Trekkern zu schaffen.

Leichte Kopfschmerzen oder Schlafstörungen sind normal, aber auch erste Warnsignale. Wer dazu schwerere Leiden erfährt, etwa Schwindel, Übelkeit, starke Atembeschwerden oder sich erbricht, sollte schnellst möglich mehrere hundert Meter absteigen. Medikamente wie Diamox beschleunigen die Anpassung, verhindern aber nicht die Höhenkrankheit.
Ausrüstung
Die Tourveranstalter veröffentlichen Packlisten im Internet. Unentbehrlich sind vor allem zwei dicke Daunen- oder Skijacken, gute, eingelaufene Bergstiefel (normale Wanderschuhe reichen nicht aus), Steigeisen, Karabiner, ein Klettergut und Seile, Stöcke, dicke Daunen-Handschuhe, Gletscher- und Schneebrillen, eine dicke Mütze, eine Sturmhaube mit Gesichtsschutz, Thermo-Unterwäsche, Sonnenschutz, Bargeld, ein kälteresistenter Schlafsack sowie eine Thermoflasche für heißes Wasser.

Dann wird der Weg flacher, wir erreichen den Elbrus-Sattel, 5350 Meter. Rechts geht es zum etwas niedrigeren Ostgipfel, links zum Westgipfel, dem höchsten Punkt Europas. Das letzte Stück beginnt steil. Hier haben die Bergführer Fixseile gespannt, in die man sich einhaken und vor dem Absturz schützen kann. Die Gruppe fällt auseinander, einige haben Kopfschmerzen. Ein bis zwei Stunden müssen wir uns noch hocharbeiten. Dann wird es flacher, das Gipfelplateau kommt in Sicht.

Ganz oben ist es heute angenehm sonnig, kein Wind. Dennoch ist es nicht still. Die Bergsteiger, die es schon geschafft haben, bejubeln diejenigen, die gerade ihre letzten Schritte machen. 13 von uns 14 erreichen den Gipfel.

Die Aussicht vom Dach ist so erhaben, dass einige vor Ehrfurcht auf die Knie fallen. Wir blicken auf schneeweiße Bergketten, grüne Hänge, tiefblaue Flüsse. Und: keine einzige Maschine weit und breit.



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
steve_burnside 20.07.2019
1. Höchster Berg Europas hängt von der Definition ab.
Normalerweise gilt der Mont Blanc mit 4810 m als höchster Berg Europas. Der Elbrus im Kaukasus wird nur dann zum höchsten Berg, wenn man die innereurasische Grenze verschiebt.
laberbacke08/15 20.07.2019
2.
@1: Nein, eigentlich ist der Elbrus als höchster Berg Europas anerkannt (nur bei den Franzosen vielleicht noch nicht so richtig), er ist deshalb auch einer der 7 summits. Ich bin vor zwei Jahren von Norden raufgegangen, da bereiten sich auch russische Expeditionen auf Höhere Besteigungen in Nepal vor. An unserem Gipfeltag sind nur 6 Leute auf der Route rauf. Ohne Seilbahn oder sherpas, da trägt man alles selbst zwischen den zwei camps.
i_5 20.07.2019
3. Visum
Im Gegensatz zu den Erklärungen im Artikel ist ein Touristenvisum für Russland kein Problem. Natürlich braucht man ein paar Unterlagen, sammelt die eben mal zusammen und macht am besten einen Termin beim jeweiligen Konsulat oder Botschaft. Das kostet dann auch nur 35 Euro und in meinem Fall hatte auf Grund der vollständigen Unterlagen problemlos nach 6 Tagen das Visum. Aber man kann natürlich auch diesen ganzen sinnfreien Visaagenturen das Geld zuschmeissen.
spiegerlguckerl 20.07.2019
4. Wunderschöne Bilder
und lesenswerter Artikel. Diesem Leser jedoch sind die prächtigen Höhen zu hoch. Deshalb vom Tal aus: allen ElbusbesteigerInnen gutes Gelingen und glückliche Heimkehr!
der_Russe 20.07.2019
5. Man braucht....
....für die "i_5-Variante" viel Zeit, denn Pass und Unterlagen müssen nicht nur abgegeben, sondern auch wieder abgeholt werden nach ein paar Tagen (vorausgesetz die Unterlagen waren vollständig und richtig ausgefüllt!) und nicht jeder hat dafür die entsprechende Muse und/oder das passende RU-Generalkonsulat um die Ecke. Mein Tipp ist es ca. € 60 mehr auszugeben und den Job andere machen zu lassen....die Unterlagen können bequem zu Agenturen per Post geschickt werden....und kommen so auch MIT VISUM IM PASS zurück. PS. Noch unschlüssig? Dann denkt darüber nach, wann die russischen Feiertage sind! Denn genau dann, haben russische Konsularbeamte frei....
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