Geld, Freiheit, Sex Acht Chinesen erzählen, was sie glücklich macht

Wer genug Essen und Kleidung hat, ist glücklich, sagt ein chinesisches Sprichwort. Doch seit Chinas Wirtschaft boomt, entstehen ganz andere Wünsche. Acht Einheimische - vom Wachmann bis zum Multimillionär - erzählen, was Glück für sie ist.
Von Jannika Schulz
Chinesische Hotelmitarbeiterinnen in Peking: Was ist Glück?

Chinesische Hotelmitarbeiterinnen in Peking: Was ist Glück?

Foto: © David Gray / Reuters/ REUTERS

Irgendwo in Peking: Die Luft ist klebrig. Geräusche klingen erstickt. Sonne oder blauen Himmel gibt es nicht. Und doch tanzt eine Mittfünfzigerin in Leggins mit einem Lächeln im Gesicht. Inmitten des grauen Trübsals der Smog-Metropole hat sie in einem Park ihren Ghettoblaster aufgestellt, der ohrenbetäubend laut Discomusik abspielt. Die Frau wiederholt immer wieder dieselben Schrittfolgen. Die Welt um sie herum scheint nicht zu existieren.

Ein paar Hundert Meter weiter steht ein Rentner mit Cowboyhut an einer achtspurigen Hauptstraße. Seelenruhig und verträumt guckt er seinem bunten Drachen hinterher, den er sanft über den Autos hin und her ziehen lässt. Auch er hat ein Lächeln auf den Lippen.

In chinesischen Großstädten findet man immer wieder Menschen, die sich inmitten des Chaos eine kleine Insel der Glückseligkeit erschaffen, wenigstens für ein paar Minuten.

Ein chinesisches Wörterbuch definiert Glück als "ein Leben oder Umstände, die so sind, wie man es sich wünscht". Wir wollten wissen, wie diese Umstände für Chinesen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen aussehen - vom Millionär bis zum Wachmann. Und da in China Acht eine Glückszahl ist, erzählen acht Menschen von ihrem ganz persönlichen Glück.