Himalaja-Tourismus Tibet bleibt bis auf Weiteres geschlossen

Auch ein Monat nach der Abriegelung bleibt Tibet für Touristen gesperrt. Die chinesische Regierung hat die für Anfang Mai geplante Wiederöffnung verschoben - ein neuer Termin ist nicht in Sicht.


Peking - Tibet bleibt von der Außenwelt isoliert: Die Situation für eine Wiederöffnung sei noch nicht "reif", sagte ein Vertreter der chinesische Tourismusbehörde am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Wann die Himalaja-Region wieder für Touristen geöffnet werde, sei noch nicht entschieden. Eine der Reiseagenturen in der Stadt Chengdu, von wo viele Gruppenreisen nach Tibet starten, bestätigte die neue Anweisung. Anfang April hatte Peking noch mitgeteilt, ab Anfang Mai könne die Region wieder von Touristen bereist werden.

Die Verschiebung folgt den Protesten gegen die chinesische Tibet-Politik bei den Fackelläufen seit der vergangenen Woche. Die Besteigung des Mount Everest mit der olympischen Flamme von tibetischer Seite soll Anfang Mai stattfinden. Um die Sicherheit der Fackel zu gewährleisten, erhalten daher keine Ausländer in die Region Zutritt. China hat auch Nepal aufgefordert, in dem Zeitraum keine Everest-Expeditionen zu genehmigen.

Der Zugang zu Tibet war für Ausländer nach Beginn der gewaltsamen Ausschreitungen am 14. März von China geschlossen worden. Bei der blutigen Niederschlagung der anti-chinesischen Proteste wurden nach Angaben der tibetischen Exilregierung mindestens 150 Menschen getötet. Peking spricht von rund 20 Toten. Die Unruhen in Tibet hatten vor den Olympischen Sommerspielen in Peking massive internationale Kritik an China und Rufe nach einem Olympiaboykott ausgelöst.

abl/AFP



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