Holi-Fest Farbschlacht für den indischen Frühling

"Holi Hai!" - "Frohes Holifest!" Die Farbparty, bei der sich die Menschen mit buntem Pulver bewerfen, ist so etwas wie der indische Karneval. Inzwischen wird die Schlacht auch in Deutschland kommerziell vermarktet.

DPA

Neu-Delhi - Geschlecht, Alter oder Kaste - beim Holi-Fest in Indien vergisst die sonst so hierarchische indische Gesellschaft das alles. Bei der mindestens zwei Tage dauernden Straßenparty begrüßen die Menschen den Frühling, das bunte Pulver fliegt, dazu bespritzen sich die Inder gegenseitig mit gefärbtem Wasser. Es wird gesungen, getanzt und gegessen.

Auch dieses Jahr findet das Fest wieder am Tag vor dem ersten Vollmond im März statt. In vielen Teilen Indiens gingen die Menschen auf die Straße und warfen mit Gulal - so heißt das bunte Pulver. Das Fest soll zu den ältesten der Welt zählen, im Lauf der Zeit haben sich regionale Traditionen entwickelt: So dürfen sich etwa in der Stadt Rajkot wildfremde Menschen auf der Straße wüst beschimpfen - so sollen es vor Jahrhunderten einige Bewohner der Stadt gemacht haben. Nachdem alle ihren Dampf abgelassen hatten, herrschte wieder Frieden. Schließlich geht es beim Holi auch darum, alte Streitigkeiten zu begraben und sich zu versöhnen.

Gemüse statt Schuhe

Ein weiterer regionaler Brauch: In einem Ort in der Mehsana-Region lieferten sich die Bewohner früher eine Schlacht mit Schuhen, die sie zu diesem Zweck das ganze Jahr lang sammelten. Heute werden die Schuhe aber durch Gemüse ersetzt.

Das Holi-Fest hat einen religiösen Hintergrund. Es kommt aus der Hindu-Religion. Die Farben werden meist zuvor auf dem Altar geweiht. Besonders religiös geht es ansonsten heute bei den Feierlichkeiten aber nicht mehr zu. Viele Menschen trinken inzwischen auch Alkohol, der traditionell eigentlich abgelehnt wird - auch Drogen sollen häufiger konsumiert werden.

Inzwischen wird auch in anderen Gegenden der Welt bunt gefeiert - etwa in Berlin oder München. Die Veranstalter haben die Idee aus Indien aufgegriffen und kommerziell vermarktet. Die Farbschlacht findet dann meist auf abgesperrten Arealen statt, zu denen man nur gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes Zugang bekommt. In München zog das "Holi Festival of Colours" 2013 etwa 10.000 Menschen an.

joe



insgesamt 16 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Hornblower, 05.03.2015
1. Ja nun
Wunderschön
hektor2 05.03.2015
2. Masse
Wobei ich der Masse der Menschen, welche zu diesen "kommerziellen" Abgewöhnveranstaltungen gehen, unterstellte, dass sie nicht mal eine Ahnung davon haben, was sie da machen. - Farbe werfen halt! Generation doof eben.
troy_mcclure 05.03.2015
3.
Zitat von hektor2Wobei ich der Masse der Menschen, welche zu diesen "kommerziellen" Abgewöhnveranstaltungen gehen, unterstellte, dass sie nicht mal eine Ahnung davon haben, was sie da machen. - Farbe werfen halt! Generation doof eben.
Absolut richtig. Das "Event" ist der Parymeute wichtig, nicht das, was dahintersteht.
akmsu74 05.03.2015
4.
Ich verweise auf das "Bild des Tages" ( http://www.spiegel.de/fotostrecke/augenblicke-bilder-des-tages-2015-fotostrecke-122824.html ) Sorry aber vor einer Kultur, die so (und bekanntermaßen noch ganz anders) mit ihren Frauen umgeht, hält sich mein Respekt und vor allem meine Sympathie in ARG eng gesteckten Grenzen... und sei sie noch so "bunt".
royceroyal 05.03.2015
5. @akmsu
Die indische Kultur verhält sich nicht schlecht gegenüber Frauen. Es sind vereinzelt schlimme Männer. Die Betonung liegt auf vereinzelt. Statistisch betrachtet finden in Deutschland doppelt so viele Vergewaltigungen statt. Nun frage ich mich, wie diese Information ihr Denken über die deutsche Kultur verändert ;)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.