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Safari-Camp im Simbabwe: Beste Aussichten

Foto: Fabian v. Poser / SRT

Hwange-Nationalpark in Simbabwe Elefantenrunde

Seinen Swimmingpool im Somalisa Camp hat Beks Ndlovu aus Simbabwe nach der Eröffnung den Elefanten überlassen. Nur wenige Meter entfernt hat er für die Gäste einen neuen gebaut - mit besten Aussichten.
Von Fabian von Poser

Anatomisch gesehen hat der Elefant mit dem Mensch mehr gemeinsam als mit manch anderem Tier. Und auch die Vorlieben beider Spezies scheinen sich zu ähneln. Im äußersten Westen Simbabwes, einem viele Monate des Jahres verdorrten Landstrich, geraten Mensch und Elefant an einem unerwarteten Ort in einen Interessenkonflikt: am Swimmingpool des Somalisa Camps

In der lichten Grassavanne des Hwange-Nationalparks, rund um das Camp, äsen Impala-Antilopen, Kudus, Springböcke, Büffel, Giraffen und Elefanten. Auch alle großen Raubkatzen finden sich hier. 2007 eröffnete der Simbabwer Beks Ndlovu auf einer Konzession im Park das Camp aus Canvas-Zelten, mit fließend Warm- und Kaltwasser, Aussichtsterrasse. Und mit einem Swimmingpool, der gerade in der Trockenzeit zwischen Mai und Oktober für Abkühlung sorgen sollte.

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Safari-Camp im Simbabwe: Beste Aussichten

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Seinen Pool musste Ndlovu indes schnell räumen. Nur wenige Wochen nach der Eröffnung hatten Elefanten ihn übernommen. "Die Tiere ziehen wie der Mensch frisches Wasser vor. Je schlammiger die natürlichen Wasserstellen im Park in der Trockenzeit werden, desto mehr Elefanten treffen bei uns ein", sagt Ndlovu. Der Lodge-Betreiber überließ den Tieren den Pool schließlich. "Weil wir unsere Lodge auf ihrem Land gebaut haben."

Ein Bad mit Elefant

Mensch und Tier erfrischen sich seitdem allerdings nicht mehr im selben Wasser, das wäre zu gefährlich. Stattdessen baute Ndlovu ein neues Becken für seine Gäste - leicht erhöht, mit Blick auf den kaum acht Meter entfernten Elefantenpool. Nur wenn keine Gäste anwesend sind, steigt Ndlovu noch zu den Dickhäutern ins Wasser. Oft sind die Tiere nur wenige Zentimeter von ihm entfernt.

Beks Ndlovu ist in seinem Land die Ikone des Spurenlesens - und wahrscheinlich afrikaweit einer der gefragtesten Männer seines Fachs. Der Simbabwer begann als kleiner Junge vor dem Haus seiner Eltern. Stundenlang verfolgte er die Elefanten, die am Mangobaum vor dem Haus die reifen Früchte ernteten.

Als ihn mit zwölf Jahren ein befreundeter Ranger mit auf Pirsch nahm, war es um Ndlovu geschehen. Er wollte nur noch eins: Guide werden. Nach nur zweieinhalb Jahren, die meisten Auszubildenden brauchten dafür vier, machte er seinen Abschluss und heuerte bei einem Safari-Unternehmen an. 1997, Ndlovu war gerade 21, wählte ihn der simbabwische Jäger- und Safari-Führer-Verband zum besten Guide am Sambesi.

Ein Modell für das zukünftige Simbabwe

Bekannte, die er auf Safari kennengelernt hatte, waren es, die ihm 2007 das Geld gaben, um die Konzession für Somalisa  zu erwerben. Mittlerweile besitzt der Unternehmer mehr als ein Dutzend Camps in Simbabwe, Botswana und Sambia, hat fast 400 Angestellte und eine Firma für Safari-Logistik mit eigener Fluggesellschaft.

Dabei waren die Umstände alles andere als günstig: Als der Despot Robert Mugabe im Jahr 2000 begann, weiße Farmer außer Landes zu jagen und ihren Besitz unter seinem Regierungsclan aufzuteilen, kam es zum Massenexodus. Neben der Landwirtschaft brach auch der Tourismus zusammen.

Doch Ndlovu hätte keinen besseren Moment wählen können, um im Tourismus Fuß zu fassen als in der absoluten Tiefphase. Seit der Absetzung Mugabes im November 2017 und den Präsidentschaftswahlen im Juli 2018 hoffen viele auch auf einen touristischen Aufschwung.

Der 41-Jährige ist stolz auf seinSafari-Imperium. Betritt man sein Büro in Victoria Falls, sieht man Schwarze und Weiße, Shona und die lange unterdrückten Ndebele einträchtig nebeneinander arbeiten - unter einem Ndebele. Ndlovus Unternehmen könnte so etwas wie ein Modell für das Simbabwe der Zukunft sein. Auch deshalb legen ihm viele Freunde nahe, eines Tages in die Politik zu gehen.

In seinen Camps findet man keinen Prunk, dafür rustikale Holzmöbel und stilvolles englisches Teegeschirr. Aber braucht es in diesem trockenen Landstrich wirklich einen Pool? "In Hwange wird es im Sommer sehr heiß, da ist es doch angenehm, sich abzukühlen", sagt Ndlovu. "Die Gäste erwarten das nicht, es ist eher eine Dreingabe."

Und was für eine: An einem einzigen Nachmittag in der Trockenzeit kommen und gehen an Ndlovus Pool bis zu 200 Elefanten, so hat der Simbabwer gezählt.

Somalisa Camp in Simbabwe

srt/abl
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