Fotostrecke

Iditarod-Rennen: 1600 Kilometer durch Schnee und Eis

Foto: AL GRILLO/ AP

Iditarod-Schlittenrennen in Alaska Hasten, hecheln, Hundekuss

Der Startschuss fällt: 67 Hundegespanne und ihre Lenker treten auf 1600 Kilometer durch Alaska gegeneinander an. Das legendäre Iditarod-Rennen ist bei Tierschützern umstrittener denn je.

Gute Nachrichten für die Hundeschlittenlenker, die sogenannten Musher: In diesem Jahr gibt es genügend Schnee, um das legendäre Iditarod-Rennen in Alaska zum ersten Mal seit 2013 wieder auf der Südroute stattfinden zu lassen. In den vergangenen Jahren musste das längste Hundeschlittenrennen der Welt auf einer nördlicheren Strecke abgehalten und teils Schnee aufgeschüttet werden.

51 Männer und 16 Frauen gehen am Sonntag in Willow an den Start, 18 Kilometer entfernt von Anchorage. Der insgesamt zurückzulegende Weg zwischen der Stadt im mittleren Süden Alaskas und Nome an der Westküste ist ungefähr 1600 Kilometer lang, die Südstrecke ist etwa 20 Kilometer länger als die im Norden. Am Tag vor dem offiziellen Startschuss fuhren die Gespanne eine zeremonielle 18-Kilometer-Strecke für die Fans.

Im vergangenen Jahr musste der Hundewettbewerb viel Kritik einstecken: Der viermalige Gewinner Dallas Seavey war des Dopings seiner Hunde beim letztjährigen Rennen verdächtigt worden. Obwohl die verbotene Substanz Tramadol im Blut von vier Tieren nachgewiesen worden war, bestritt Seavey die Vorwürfe und sprach von Sabotage. Die Iditarod-Veranstalter konnten ihren Verdacht nicht beweisen, eine Strafe wurde nicht verhängt. In diesem Jahr bleibt Seavey aus Protest dem Rennen fern - er startet beim Hunderennen Finnmarkslopet in Norwegen.

Luftbild vom Rennen 2017

Luftbild vom Rennen 2017

Foto: Bob Hallinen/ dpa

Zudem hat eine Tierschutzorganisation am Samstag gegen das Rennen protestiert und symbolische Grabsteine für fünf Hunde aufgestellt, die 2017 bei dem Rennen starben. Laut Peta seien insgesamt 150 Hunde beim Iditarod umgekommen, auch diese Organisation will am Start und am Ziel demonstrieren. Die Veranstalter bestreiten die Angabe, veröffentlichen aber keine eigenen Zahlen.

"Diese Hunde werden wie Maschinen behandelt", sagte eine Peta-Sprecherin, "und buchstäblich zu Tode gerannt." Für Diskussion sorgt auch die 2016 veröffentlichte, kanadische Dokumentation "Sled Dogs" über die Haltung von Schlittenhunden und ihren Einsatz bei Rennen und Touristentouren. Ein bedeutender Sponsor des Rennens, die US-Bank Wells Fargo, beendete daraufhin nach 29 Jahren seine Unterstützung. Das Preisgeld fällt daher in diesem Jahr mit insgesamt 500.000 US-Dollar um ein Drittel geringer aus.

"Ich liebe Iditarod und meine Hunde"

Die Schlittenlenker selbst weisen die Kritik zurück. "Ich mache dieses Rennen, weil ich Iditarod liebe und meine Hunde liebe", sagte Scott Janssen aus Anchorage. "Meine Hunde haben das ganze Jahr trainiert, und wir werden da rausgehen und eine großartige Zeit haben." Mitch Seavey, mehrfacher Gewinner und Vater des unter Dopingverdacht stehenden Mushers, sagte: "Es geht jetzt nur um die Hunde. Der Grund, warum so viele hier auf den Straßen stehen, ist, dass wir die Hunde lieben." Der 58-jährige Seavey hat das Rennen dreimal gewonnen - 2017 als bisher ältester Sieger in der Geschichte des Rennens.

Fotostrecke

Iditarod-Rennen 2017: Sieger mit 57

Foto: © Nathaniel Wilder / Reuters/ REUTERS

Hunden und Lenkern stehen harte Tage bevor: Für die 1600 Kilometer benötigen sie je nach Schneelage, Wetterbedingungen und Schnelligkeit zwischen neun und 20 Tagen. Den Streckenrekord in der 45-jährigen Geschichte des Wettbewerbs stellte Mitch Seavey 2017 auf: Er traf nach acht Tagen, drei Stunden und 40 Minuten im Ziel ein. Die Lenker der Hundeschlitten beim diesjährigen Rennen kommen aus den USA, Kanada und Norwegen. Die meisten von ihnen sind Veteranen dieser Sportart.

Iditarod wurde 1973 gegründet. Das Rennen findet in Erinnerung an eine Hundeschlitten-Expedition im Jahr 1925 statt, bei der Impfstoff zur Bekämpfung eines Diphtherie-Ausbruchs nach Nome gebracht wurde. Es gibt verschiedene Erklärungen für den Namen Iditarod. Eine davon ist, dass er sich auf einen alten Pfad bezieht, der Goldgräber- und Hafenorte im Norden Alaskas verband.

Im Video: Alaska aus der Luft

Studio Hamburg Enterprises
abl/dpa/AP