Drumlins: Diese länglich geformten Hügel gehen auf die Eiszeit zurück
Drumlins: Diese länglich geformten Hügel gehen auf die Eiszeit zurück

Die besten Landschaftsfotos des Jahres Launen der Natur

Landschaften können wunderschön sein – aber in vielen Fällen wüssten wir das gar nicht ohne spektakuläre Fotografien. Hier sind die besten Bilder des Wettbewerbs »International Landscape Photographer of the Year«.
Von Julia Stanek

Es war ein Tag im Januar 2021, als Heiner Machalett aus dem hessischen Mühltal dieses Foto auf Facebook postete und schrieb: »Wir haben einen fantastischen Winter dieses Jahr, mit so viel Schnee und Kälte wie schon lange nicht mehr.« Die »Stille im Winterwald«, die wollte er einfangen mit seinem Foto – es ist ihm gelungen.

Winterwald in Hessen

Winterwald in Hessen

Foto: Heiner Machalett / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Beim Fotowettbewerb »International Landscape Photographer of the Year 2021« (ILPOTY ) hat Machalett den sogenannten Monochrome Award gewonnen. »Eine große Ehre«, postet er nun, ein Jahr nach der Aufnahme. Er habe erstmals an einem Fotowettbewerb teilgenommen – und gleich einen Preis abgesahnt.

Insgesamt gewonnen hat die achte Ausgabe des ILPOTY der türkische Fotograf Aytek Çetin mit Fotos aus der Region Kappadokien.

Kappadokiens Feenkamine

Kappadokiens Feenkamine

Foto: Aytek Cetin / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Die viele Millionen Jahre alten Tuffsteinformationen – Feenkamine genannt – machten Kappadokien zu einer »mysteriösen« Gegend, findet Çetin. Am schönsten sei es hier bei diesigem, dunstigem Wetter. Er mag das weiche Licht an einem Wintermorgen, so wie an dem Tag, als unter anderem dieses Foto entstand. »Ich liebe den Moment, wenn die ersten Sonnenstrahlen die Feenkamine treffen. Dann fühle ich mich wie in die Bronzezeit versetzt.«

Sommerabend in Lauterbrunnen, Schweiz

Sommerabend in Lauterbrunnen, Schweiz

Foto: Max Rive / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Schöner mähen: Zweitbester Landschaftsfotograf des Jahres wurde Max Rive aus den Niederlanden. Er hatte unter anderem dieses Foto eingereicht, das er an einem Sommerabend in Lauterbrunnen, Schweiz, gemacht hatte.

Dünen auf Gran Canaria

Dünen auf Gran Canaria

Foto: Andrea Zappia / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Sterne treffen Sand, viel Sand: Der Italiener Andrea Zappia überzeugte die Jury unter anderem mit dieser Nachtaufnahme der Dünen von Maspalomas. Sie liegen im Süden der spanischen Insel Gran Canaria. Zappia landete bei der Auszeichnung »Bester Landschaftsfotograf des Jahres« auf Platz drei.

Mount Tamalpais in Kalifornien

Mount Tamalpais in Kalifornien

Foto: Tanmay Sapkal / The 8th International Landscape Photographer of the Year

In der Kategorie »Bestes Foto« ist Tanmay Sapkal der Gewinner. Der 29-Jährige arbeitet eigentlich für ein Tech-Unternehmen, ist aber gern mit seiner Kamera im Westen der USA unterwegs. Auf seinen Streifzügen fotografiert er auch rund um den Mount Tamalpais, nördlich von San Francisco gelegen. »Wegen des Küstennebels ist dies ein besonderer Ort und an Sommerabenden beliebt bei Fotografen«, sagt Sapkal.

Er war schon oft mit seiner Kamera hier. Doch es brauchte das Scheinwerferlicht von Autos, die unter dieser dichten Nebeldecke hindurchfuhren, sowie einen Kometen, damit dieses preiswürdige Bild entstehen konnte. Für das Abstellen seines Autos auf dem Berg nach Sonnenuntergang hat Sapkal ein ordentliches Bußgeld bekommen. »Es waren die besten 80 Dollar, die ich je fürs Parken ausgegeben habe.«

Drumlins in Menzingen

Drumlins in Menzingen

Foto: Cedric Tamani / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Wintertraum in Menzingen: Cédric Tamani landete mit diesem Motiv aus der Schweiz auf Platz zwei in der Kategorie »Bestes Foto«. Unter einem Himmel aus unterschiedlichsten Violetttönen liegen verschneite Drumlins, länglich geformte Hügel, die auf die Eiszeit zurückgehen.

Lake Bonney in Südaustralien

Lake Bonney in Südaustralien

Foto: Ben Goode / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Glatt wie ein Spiegel: Das drittbeste Foto machte der Australier Ben Goode am Lake Bonney, einem See in Südaustralien. Wie warm es war, als es entstand, ist nicht bekannt, aber es wehte gewiss kein Lüftchen. Aktuell jedenfalls klettert das Thermometer in der Gegend rund um Barmera auf über 30 Grad Celsius.

Eggegebirge, Deutschland

Eggegebirge, Deutschland

Foto: Waldemar von Niesse / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Grüner wird's nicht: Dieses Foto vom Naturpark Teutoburger Wald hat Waldemar von Niessen eingereicht. Er kam damit unter die besten 101 Fotos, die in einem Bildband erscheinen werden. Laut den Organisatoren des Wettbewerbs hätten mindestens hundert weitere außergewöhnliche Bilder es ebenfalls verdient, in dem Buch gezeigt zu werden. Insgesamt sind bei dem Wettbewerb mehr als 4500 eingereicht worden.

Feuer im Yosemite-Nationalpark

Feuer im Yosemite-Nationalpark

Foto: Marcin Zajac / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Flammen im Yosemite Valley, USA: In bestimmten Abständen gibt es in manchen Nationalparks der USA sogenannte vorgeschriebene Feuer. »Forschung aus mehr als 50 Jahren zeigt, dass eine totale Unterdrückung von Feuern nicht vor großen verheerenden Feuern schützt«, heißt es auf der Webseite der US-Nationalparkverwaltung NPS . Die Parkmanager verstehen sie als unvermeidlich und sehen in den erzwungenen und kontrollierten Bränden »eine proaktive Maßnahme für den Naturschutz«.

Ende Mai 2021 betraf es ein Gebiet von rund 1,8 Quadratkilometern. Der Fotograf Marcin Zarjac war vor Ort und machte diese beeindruckende Aufnahme. Was ihn erstaunte: Am Felsen El Capitan waren währenddessen sogar Kletterer unterwegs. Er konnte ihre Stirnleuchten erkennen.

Ula, Norwegen

Ula, Norwegen

Foto: Hans Gunnar / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Noch einmal Nacht, diesmal Norwegen: In Ula entstand dieses Bild von Hans Gunnar Aslaksen, der dafür den sogenannten Night Sky Award bekam.

Lago Laceno

Lago Laceno

Foto: Mimmo Salierno / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Der Snow & Ice Award ging an Mimmo Salierno für dieses Bild, aufgenommen am Lago Laceno in Italien. Der See liegt zwar in der süditalienischen Region Kampanien, hier befindet sich trotzdem ein Skigebiet, da die Gegend auf 1000 Metern Höhe liegt.

Landschaft abstrakt

Landschaft abstrakt

Foto: Chris Kirby / The 8th International Landscape Photographer of the Year

Zur Philosophie des Wettbewerbs gehört, dass Landschaftsfotografie sehr breit verstanden wird. Es seien auch Stile und Ansätze vertreten, die Landschaft auf abstraktere Art in Szene setzen. Das Bild von Chris Kirby ist ein Beispiel dafür. Ahnen Sie, wo er dieses Motiv geschossen hat?

Es ist in einer Bahnstation in Adelaide entstanden.

In der Geschichte der Landschaftsfotografie sei es ohnehin nicht immer darum gegangen, die Welt einfach mit der Kamera abzulichten, schreibt Peter Eastway, Juryvorstand beim ILPOTY-Wettbewerb. Landschaftsfotografie habe immer mit Interpretation, Inspiration und auch Fantasie zu tun. Die Schönheit der Natur auf Fotos einzufangen und gleichzeitig in ihr unterwegs zu sein, Teil von ihr zu sein, das ist es, was die Menschen hinter den Objektiven erfüllt.