Spektakuläre James-Bond-Drehorte In 24 Filmen um die Welt

James-Bond-Filme spielen an den spektakulärsten Orten der Welt. Erfahren Sie hier mehr über acht Locations der Serie - und die Pannen bei den Dreharbeiten.

Szene aus "Die Welt ist nicht genug": Nicht immer läuft alles nach Plan
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Szene aus "Die Welt ist nicht genug": Nicht immer läuft alles nach Plan

Von Julia Nikschick und


James Bond mag es gern besonders, als Kulisse für die Agentenfilme kommen nur Sehnsuchtsorte in Frage: die Casinos in Las Vegas oder der Prater in Wien, die verschneiten Alpen oder die Sandstrände von Jamaika. Selbst das Weltall hat der britische Kosmopolit schon bereist.

Mal steigt er in Luxushotels ab, mal verzieht er sich in schrabbelige Strandhütten. Er fährt mit dem berühmten Orient-Express oder quetscht sich in eine Citroën-Ente. Reisen mit James Bond - das ist immer ein Experiment zwischen Rucksackabenteuer und Fünf-Sterne-Urlaub.

Doch so weltgewandt Bond auch unterwegs ist: Nicht immer läuft alles nach Plan. Die Dreharbeiten ähnelten schon mal einem aus dem Ruder gelaufenen Pauschalurlaub - mit peinlichen Stunt-Aktionen, unvorhergesehenen Haiattacken und aufgebrachten Einheimischen.

Metéora-Klöster bei Kalambaka, Griechenland: Marodierende Mönche

Warum war 007 hier: Nachdem den Briten das geheime Kommunikationssystem ATAC abhanden kam, reist Bond (Roger Moore) "In tödlicher Mission" (1981) nach Griechenland, um die sensible Ware zu finden. Bösewicht Kristatos (Julian Glover) hat ATAC gestohlen und will es an den KGB verscherbeln. Der Deal soll in seinem Versteck über die Bühne gehen: einem ehemaligen Kloster auf einem schwindelerregend hohen Sandsteinfelsen.

Das ging schief: Das Gotteshaus gibt es wirklich - und es ist noch in Betrieb. Es handelt sich um Agía Triáda, das Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit, das zum Klosterkomplex von Metéora nahe dem Örtchen Kalambaka gehört. Obwohl die griechische Regierung dem Bond-Team eine Dreherlaubnis erteilt hatte, waren die Mönche von dem agentischen Treiben rund um ihr Zuhause wenig begeistert. Mit riesigen Stofftüchern und Flaggen verkleideten sie das Kloster in eine wenig ansehnliche Kulisse.

Metéora-Klöster bei Kalambaka, Griechenland: Marodierende Mönche

So ging's aus: Die Crew filmte nur jene Teile des Felsmassivs, von denen die Stoffbanner der Mönche nicht zu sehen waren. Für das Finale des Films - eine Begegnung von Bond, Bösewicht Kristatos und KGB - reichte das jedoch noch nicht. Kurzerhand baute Bühnenbildner Peter Lamont Teile des Klosters auf einem freien Nachbarfelsen nach.

Wo noch gedreht wurde: Neben dem spektakulären Metéora diente die Insel Korfu im Ionischen Meer als Hauptdrehort für "In tödlicher Mission". Zu Kulissen wurden unter anderem die malerische Altstadt und das Kloster Vlacherna vor der "Mäuseinsel" Pontikonisi. Das kleine Dorf Pagi im Nordwesten der Insel wurde in ein spanisches Dorf umfunktioniert, das alte Fort im Hafen von Korfu musste als albanisches Schmugglerlager herhalten.

Rock Point auf New Providence, Bahamas: Haikles Unterfangen

Warum war 007 hier: Emilio Largo (Adolfo Celi), Nummer zwei in der sinistren Geheimorganisation "Spectre", hat Atomsprengköpfe gestohlen und im karibischen Meer versteckt. Mit den Bomben will der Bösewicht 100 Millionen britische Pfund von der Nato erpressen. Bond (Sean Connery) wird in der Operation "Thunderball" (1965) auf die Bahamas-Insel New Providence geschickt, um den Plan zu vereiteln. Beim Einschleichen in Largos Villa geht der Agent jedoch baden - in einem mit Haien gefüllten Pool.

Das ging schief: Die Dreharbeiten fanden in einem privaten Anwesen am Rock Point westlich der Bahamas-Hauptstadt Nassau statt. Die Villa war wie für Bösewichter geschaffen: direkt am Meer gelegen mit zwei großen Salzwasserpools. Aus einem Aquarium in Miami ließ die Filmcrew rund 15 Haie zwischen zwei und fünf Metern einfliegen. In einer Szene schließlich sollte Sean Connery einen Tunnel entlangtauchen, während ihm ein Hai entgegenkommt. Für den Dreh wurde eine Plexiglasscheibe ins Wasser gelassen, Regisseur Terence Young musste zudem vortauchen, um Connerys Nerven zu beruhigen. Doch als schließlich der Bond-Darsteller an der Reihe war, entwischte ein Hai - und kam auf Connery zu.

Rock Point auf New Providence, Bahamas: Haikles Unterfangen

So ging's aus: Connery machte einen Satz und sprang zurück an Land. "Ich bin so schnell rausgehüpft, ich glaube, ich war direkt trocken", erinnert sich der Schauspieler später. Seine vor Angst aufgerissenen Augen waren kinotauglich: Nachdem zuvor zwei Aufnahmen Regisseur Young nicht zufriedenstellten, war es nun perfekt. "Die Aufnahme, die im Film zu sehen ist, war nicht gespielt", feixte Young. Und Connery musste nicht noch mal ins Wasser

Wo noch gedreht wurde: Wenn auf New Providence ein Strand namens Love Beach existiert, ist klar, dass Bond hier eine Szene mit einem Bondgirl bekommt. Auch die berühmte allweihnachtliche Junkanoo-Parade entlang der Bay Street von Nassau ließ sich das "Thunderball"-Team nicht entgehen - allerdings wurde das Spektakel für den Film im Sommer nachgestellt. Auch für Taucher sind die Bahamas ein Bond-Paradies: Westlich von New Providence wurde eine Fliegerattrappe versenkt, vor dem östlich gelegenen Rose Island - am heutigen "Thunderball Reef" - wurde der Unterwasserkampf am Ende des Films gedreht.

Taj Lake Palace in Udaipur, Indien: Der Kahn lebt nur zweimal

Warum war 007 hier: In "Octopussy" (1983) nutzen ein afghanischer Prinz und ein verärgerter Sowjetgeneral den Verkauf von Beutekunst, um einen Atomanschlag vorzubereiten. Das alles planen sie mithilfe einer mysteriösen Sektenführerin von deren Amazoneninsel im indischen Udaipur aus. Bond (Roger Moore) fliegt hin - schon allein wegen der Insel voller Frauen. Für den Dreh nutzte die Filmcrew zwei Inseln auf dem vor Udaipur liegenden Pichola-See: Jag Mandir für die Außenaufnahmen und Jag Niwas - mit dem luxuriösen Taj Lake Palace Hotel - für die Innenaufnahmen.

Das Problem: Das Taj Lake Palace Hotel hatte erst wenige Jahre zuvor seine Türen geöffnet, bis dahin diente es der hiesigen Maharaja-Familie als Sommerresidenz. Zu dem prunkvollen Anwesen gehörten auch zwei Ruderschiffe aus dem 19. Jahrhundert - für die "Octopussy"-Crew eine traumhafte Kulisse. Leider war die Maharaja-Familie seit der Unabhängigkeit Indiens 1947 stark verarmt - und hatte die Schiffe am Seeufer vergammeln lassen.

Taj Lake Palace in Udaipur, Indien: Der Kahn lebt nur zweimal

So ging's aus: Ein paar lokale Handwerker sahen sich die Boote an. Ein Kahn war hoffnungslos verloren, der andere jedoch konnte gerettet werden. Nach aufwendiger Restauration wurde das Boot im Film zum Liebesnest; als allein von leicht bekleideten Frauen betriebenes Ruderboot, auf dem Bond mit seiner Geliebten in den Sonnenuntergang schippert. Ähnliches können Hotelgäste auch heute noch erleben: Für schnittige 1500 US-Dollar bietet das Taj Lake Palace eine zweistündige Seerunde an. Das Boot, "Royal Gangaur" getauft, ist noch in den Originalfarben des Films gehalten. An den Rudern stehen heute allerdings Männer.

Wo noch gedreht wurde: Udaipur, seit jeher ein Tummelplatz der indischen Bollywood-Industrie, wurde von der Bond-Produktion regelrecht vereinnahmt. Neben den beiden Inseln wurde im Shiv Niwas Hotel, im Monsoon Palace und am Gangaur Ghat gedreht. Eine aufwendige Rikscha-Verfolgungsjagd wurde in den Altstadtgassen rund um den hinduistischen Jagdish-Tempel inszeniert. Auch dafür suchte die Crew die Hilfe jeder Menge Einheimischer: Mit wahllosen Rupien-Geschenken wurden die Komparsen für eine Marktszene einfach von der Straße weggecastet.

Mont-Blanc-Massiv, Frankreich: Ski-Stunts im Sitzen

Warum war 007 hier: In "Die Welt ist nicht genug" (1999) beschützt Bond (Pierce Brosnan) die exzentrische Öl-Erbin Elektra King (Sophie Marceau) vor Terroristen - ohne zu ahnen, dass Elektra selbst hinter den vermeintlichen Angriffen steckt. Sie will gegnerische Öl-Pipelines sabotieren. Das erste Treffen der beiden, gefolgt vom ersten Anschlag auf Elektra, findet in den verschneiten Bergen Aserbaidschans statt. Gedreht wurde allerdings nicht im Kaukasus, sondern in den französischen Alpen nahe Chamonix-Mont-Blanc.

Das Problem: Obwohl es für Pierce Brosnan bereits der dritte Einsatz als James Bond war, kam er bis dato nicht in die Verlegenheit, sein Können auf Skiern beweisen zu müssen. Und wie auch schon Roger Moore vor ihm, war Brosnan kein Skifahrer. Bei den Actionszenen in Chamonix muss Brosnan mehreren Angreifern auf Skiern und Mini-Helikoptern entkommen, zuletzt gar einer Lawine. Am einfachsten wäre es zweifelsohne gewesen, einen Stuntman zu beauftragen - allerdings hilft der nicht bei den Nahaufnahmen.

Mont-Blanc-Massiv, Frankreich: Ski-Stunts im Sitzen

So ging's aus: Die Stuntcrew machte kurzen Prozess und schnallte Brosnan auf den Rücken eines Motorschlittens. "Sie hatten die Kamera vor mir, und dieser Kerl, der Fahrer, fuhr mit ungefähr zehn km/h los", erinnert sich Brosnan. Er sollte in die Hocke gehen und mit seinen Armen typische Skibewegungen machen, während das Gefährt über die Piste brettert. Obwohl es im Film sehr elegant erscheint, sei es das in echt leider nicht der Fall gewesen: "Es war nicht sonderlich cool. Chamonix war dieses superschicke Ski-Resort - schon etwas peinlich."

Wo noch gedreht wurde: Obwohl der Film vor allem in Zentralasien spielt, blieb die Crew in Europa: Spanien doubelt für Kasachstan, der Montblanc für den Kaukasus und Gebäude in Istanbul und London für das aserbaidschanische Baku. Allein die gigantische Ölraffinerie Neft Daslari vor Baku wurde für Außenaufnahmen besucht - als sie von Bond in Schutt und Asche gelegt wird, wurde hingegen in den britischen Pinewood-Studios gedreht.

Istanbul, Türkei: Die Gaffer von Galata

Warum war 007 hier: Istanbul gilt als die Lieblingsstadt von Bond-Erfinder Ian Fleming. Kein Wunder, dass mittlerweile drei Filme hier gedreht wurden: "Liebesgrüße aus Moskau" (1963), "Die Welt ist nicht genug" (1999) und zuletzt "Skyfall" (2012). Zuerst verdreht eine russische Agentin 007 den Kopf, dann kehrt er wegen einer Millionärstochter zurück. Schließlich, in "Skyfall", widmet sich Bond allein der Arbeit - und jagt einen Widersacher quer durch das Hafenviertel Eminönü und den Großen Basar.

Das Problem: Probleme hatten die Bond-Macher vor allem in "Liebesgrüße aus Moskau": In den Sechzigerjahren war das Auftauchen der Filmcrew ein großes Thema für das touristisch noch unbedarfte Istanbul. Bei jeder Außenszene standen Hunderte neugierige Anwohner im Bild rum und beobachteten die Dreharbeiten. Egal, was die Crew auch versuchte, nie bekam man alle aus dem Bild.

Istanbul, Türkei: Die Gaffer von Galata

So ging's aus: Was die Szenen in "Liebesgrüße" betrifft, kapitulierte das Team schließlich einfach vor den Gaffern. Sie stehen auf der Galata-Brücke und schauen Bondgirl Daniela Bianchi hinterher - sie stehen im Großen Basar und beobachten Bond (Sean Connery) beim Spionieren. Als der nächste Bond (Pierce Brosnan) in den Neunzigerjahren für "Die Welt ist nicht genug" wiederkam, verzog sich die Crew gleich zum Kücüksu-Palast am Bosporus und auf den berühmten Mädchenturm. Erst der dritte Bond (Daniel Craig) konnte sich bei den "Skyfall"-Dreharbeiten 2011 wieder mit der Stadt aussöhnen: Für die Actionszenen in und um den Basar wurden Hunderte Komparsen gecastet - und für's Gaffen bezahlt.

Wo noch gedreht wurde: "Skyfall" nutzte die Türkei noch für zwei weitere Locations: Nachdem Bond und sein Widersacher in Istanbul auf einen fahrenden Zug springen, brettert dieser wenige Filmsekunden später über das Varda-Viadukt nahe dem südtürkischen Adana - knapp 700 Kilometer von Istanbul entfernt. Später zieht sich Bond, angeschossen und vom MI6 verlassen, zu Trinkspielen an eine Strandbar zurück. Die Bar wurde am Calis-Beach nahe Fethiye aufgebaut - und nach den Dreharbeiten leider wieder abgerissen.

Karnak-Tempel von Luxor, Ägypten: Gammelfleisch in der Wüste

Warum war 007 hier: Nachdem sowohl russische als auch britische Atom-U-Boote auf mysteriöse Weise verschwinden, tun sich Bond (Roger Moore) und die KGB-Agentin Triple X (Barbara Bach) in "Der Spion, der mich liebte" (1977) notgedrungen zusammen. In Kairo suchen beide die Nähe eines Kontaktmannes - der jedoch schon bald von einem Fiesling namens Beißer (legendär: Richard Kiel) getötet wird. Die Agenten verstecken sich im Wagen des Bisswütigen und folgen ihm so bis zum Karnak-Tempel in Luxor.

Das ging schief: Obwohl Ägypten das Zentrum der arabischen Filmindustrie ist, kann es sich in vielen Dingen nicht mit europäischen oder amerikanischen Produktionen messen. Die Crew musste mit kaputten Telefonen, mürrischen Geheimdienstlern und spontan gecancelten Hotelbuchungen arbeiten. Allein beim Essen wollten die vorsichtigen Briten vorsorgen - und sich das Catering aus England liefern lassen, inklusive 200 Kilo Schweinelende. Womit sie nicht gerechnet hatten: Angeblich um Sprit zu sparen, hatten die ägyptischen Fahrer unterwegs die Kühlfunktion des Transporters ausgeschaltet. Als das Essen in Luxor ankam, war nicht viel mehr als gammeliger Brei übrig.

Karnak-Tempel von Luxor, Ägypten: Gammelfleisch in der Wüste

So ging's aus: Mit verdorbenem Essen war keine hundert Mann starke Crew satt zu kriegen. Noch bevor der Filmdreh am gleichen Tag beendet war, hatte sich daher die Botschaft herumgesprochen, dass es heute wohl ohne Abendessen ins Bett ginge. Keiner hatte jedoch mit den kulinarischen Fähigkeiten von Albert "Cubby" Broccoli - Chef-Produzent der Bondreihe und Italiener im Herzen - gerechnet. "Ich weiß nicht, woher er all die Zutaten hatte", erinnerte sich Regisseur Lewis Gilbert später, "aber da stand Cubby mit diesem großen weißen Hut und teilte plötzlich riesige Teller mit Spaghetti Bolognese aus."

Wo noch gedreht wurde: In Ägypten wurden für "Der Spion, der mich liebte" einmal alle Sehenswürdigkeiten von Nord nach Süd abgefilmt: Die Pyramiden von Gizeh und der islamische Stadtkern in Kairo, dann der berühmte Karnak-Tempel bei Luxor. Der Ramses-Tempel von Abu Simbel - kurz vor der sudanesischen Grenze - schließlich musste als geheimes Gemeinschaftsbüro von MI6 und KGB herhalten.

Verzasca-Staudamm, Schweiz: Sprung ins Ungewisse

Warum war 007 hier: "Goldeneye" (1995), die erste Mission Bonds (Pierce Brosnan) nach Ende des Kalten Krieges, führt ihn zunächst in einer Rückblende in die Sowjetunion der späten Achtzigerjahren. Gemeinsam mit Agent 006 (Sean Bean) dringt Bond in eine Armeebasis im nordrussischen Archangelsk ein. Der Film sollte mit einem Paukenschlag beginnen: Der Weg in die feindliche Basis war nur per Bungeeseil von einem 220 Meter hohen Staudamm möglich.

Das Problem: Der Staudamm steht im schweizerischen Verzascatal. Für das Stuntteam rund um Simon Crane stellte die Mauer eine besondere Herausforderung dar: Bis heute gilt sie als die höchste Plattform für einen Bungeesprung von einer festen Basis - weltweit. Zum Zeitpunkt der Dreharbeiten war jedoch noch nie jemand auf die Idee gekommen, parallel zur massiven Staudammwand dort hinunterzuspringen.

Verzasca-Staudamm, Schweiz: Sprung ins Ungewisse

So ging's aus: Nach wochenlangen Berechnungen und Absprachen mit Experten der Oxford University ging es ans Eingemachte: 195 Meter in die Tiefe, 7,5 Sekunden freier Fall. "Ein Sprung aus dieser Höhe war tatsächlich ein Sprung ins Ungewisse", erinnert sich Crane. Doch trotz der Sorge, der Wind könne ihn gegen die Staumauer schleudern, stellte sich Bond-Double Wayne Michaels dem Wagnis. Mittlerweile geht es in Verzasca routiniert zur Sache: Adrenalinjunkies können für knapp 230 Euro selbst vom "Bond-Staudamm" springen, Videoaufzeichnung inklusive.

Wo noch gedreht wurde: Nachdem 006 bei der Flucht aus Archangelsk vermeintlich getötet wurde, taucht er in den Neunzigerjahren als Bonds Widersacher wieder auf. Beide treffen sich zum Showdown auf dem gigantischen Arecibo-Teleskop in Puerto Rico - das für 006's Versteck im kubanischen Dschungel herhalten muss. Weitere Drehorte sind Monaco und London, das sowohl sich selbst als auch Sankt Petersburg mimt.

Baja California, Mexiko: Im Abendkleid zur Drogenfahndung

Warum war 007 hier: Nachdem Bonds (Timothy Dalton) bester Freund und CIA-Partner von einem mexikanischen Drogenboss den Haien zum Fraß vorgeworfen wurde, geht der britische Agent auf eine persönliche Vendetta. Seine "Lizenz zum Töten" (1989) wird ihm daraufhin zwar entzogen, sein Reisebudget schmälert das jedoch nicht. Zum Showdown - inklusive explodierender Tanklaster - kommt es entlang dem Rumorosa-Highways zwischen Mexiko und Kalifornien.

Das ging schief: Unglücklicherweise ist Mexiko neben seinen traumhaften Stränden vor allem für seinen regen Drogenschmuggel bekannt. Da überrascht es nicht, dass die Flüge mit einer Propellermaschine entlang der Grenze die Ermittler der mexikanischen Drogenbehörde auf den Plan riefen. Stuntman Corkey Fornof erinnert sich, wie er am Ende eines Drehtags zum Landeplatz flog und sich wunderte, dass dort Einheimische mit erhobenen Händen standen. "Ich stieg aus und fragte, was los sei, als ich hinter mir die Sicherungen von zwölf AK-47-Gewehren klicken hörte."

Baja California, Mexiko: Im Abendkleid zur Drogenfahndung

So ging's aus: Hinter ihm stand eine Gruppe mexikanischer Drogenermittler, die ihn für einen Schmuggler hielten. Zwar hatte Stuntman Fornof eigentlich Genehmigungen dabei, allerdings nicht am Mann - denn er war als Bondgirl Pam Bouvier mit blonder Perücke und Abendkleid verkleidet. "Wer konnte ihnen ihr Misstrauen verdenken!", erinnert er sich. Als Fornof schließlich zum Flugzeug stöckelte, um die Papiere zu holen, hätten die Beamten nur gelacht und seien wieder von dannen gezogen.

Wo noch gedreht wurde: Im Film operiert Bond im fiktiven zentralamerikanischen Isthmus, gedreht wurden die meisten Szenen jedoch in Mexiko. Neben dem Rumorosa-Highway besuchte das Team Acapulco und das Zeremonienareal Temoaya. In Mexiko-Stadt wurde unter anderem im Hauptpostamt und im Gran Hotel de la Ciudad gedreht - Letzteres wird auch im neuen Bond-Film "Spectre" zu sehen sein.

Zur Person
  • Marc Röhlig
    Julia Nikschick und Marc Röhlig haben ein ehrgeiziges Ziel: Sie wollen alle James-Bond-Schauplätze der Welt bereisen. Inklusive dem neuesten Abenteuer "Spectre" sind das knapp 400 - ganze 68 hat das Paar seit 2012 schon geschafft. Ihre Erlebnisse schildern sie auf dem Reiseblog HuntingBond.

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archpunkt 30.10.2015
1. Schade...
der Titel hat mehr versprochen, als der aufgewärmte Inhalt letztlich gehalten hat.
spontanistin 30.10.2015
2. Beängstigend....
... wie flächendeckend alle Medien inkl. Den öffentlich-rechtlichen Tagesthemen (am Sonntagabend mit dem längsten Nachrichtenbeitrag) für diesen Schund (Lizenz zum Töten) Werbung machen. Welche primitiven Instinke werden bei diesen höchst flachen Stories nur angesprochen?
insideman 30.10.2015
3. Instinkte
Da werde bei mir so einige Instinkte angesprochen. Männliche Urinstinkte die längst verkümmert sind weil wir sie in der Welt heute nicht mehr benötigen. Aber dank Bond können wir sie alle 3-4 Jahre noch einmal auf der Leinwand erleben. Ungefiltertes Testosteron ohne political correctness.
Brumbrum 30.10.2015
4. Schund
Zitat von spontanistin... wie flächendeckend alle Medien inkl. Den öffentlich-rechtlichen Tagesthemen (am Sonntagabend mit dem längsten Nachrichtenbeitrag) für diesen Schund (Lizenz zum Töten) Werbung machen. Welche primitiven Instinke werden bei diesen höchst flachen Stories nur angesprochen?
Also, mir gefällt der Schund. Jetzt weiß ich, dank Ihnen, dass das meine primitiven Instinke sind.
irgeneinleser 30.10.2015
5.
Welcher niedere Instinkt verleitet einen dazu einen Artikel zu einem Thema das einen überhaupt nicht interessiert zu öffnen und herabwertend zu kommentieren?
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