Kanada Puma-Angst im Nationalpark

Nachdem ein Puma im kanadischen Banff-Nationalpark eine Skiläuferin getötet hat, bemühen sich die Behörden mit Sicherheitstipps um Schadensbegrenzung. Die Großkatzen drohen Einheimische und Urlauber zu verschrecken.

Banff - Bereits seit Ende Dezember hatten einige Einwohner im kanadischen Skiparadies Banff einige der äußerst seltenen Pumas  gesehen. In dieser Woche nun fanden Parkwächter die Leiche einer 30-jährigen Skilangläuferin, die von einem Berglöwen getötet wurde. Sie gilt als erstes Opfer eines Puma-Angriffs in Kanada überhaupt.

Nachträgliche Recherchen der Nationalparkverwaltung ergaben, dass sich die 60 Kilogramm schwere Großkatze, die von Parkwärtern getötet wurde, hinter einem Baum versteckt und die Frau von hinten angegriffen hatte. "Möglicherweise wusste sie noch nicht einmal, was sie trifft", sagte Ian Syme, Oberster Nationalparkwächter in Banff. Wenig später meldete eine Spaziergängerin in dem 6500-Seelen-Ort, eine Großkatze hätte sie und ihren Hund auf einem bewaldeten Wanderweg verfolgt und angegriffen. Frau und Hund blieben unverletzt.

Nationalparkwärter überrascht

Die Mitarbeiter des in der Provinz Alberta gelegenen Banff-Nationalparks sind von den jüngsten Attacken völlig überrascht. In der Gegend um den Touristenort leben nur eine Hand voll der seltenen Tiere, die für gewöhnlich jeglichen Kontakt mit dem Menschen vermeiden. Mit Handzetteln und mündliche Warnungen an den Haustüren versuchen die Parkwächter Sicherheitstipps zu geben.

Auf einem Flugblatt  mit dem Titel "Pumas in ihrem Hinterhof" wird unter anderem geraten, sich bei einem Puma-Angriff aggressiv zu verhalten. Durch Schreien und über dem Kopf gehaltene Arme oder Gegenstände sollen sich Angriffsopfer als potenziell gefährlich darstellen. Vom schnellen Wegrennen oder gar Totstellen raten die Nationalparkwärter hingegen dringend ab. Skifahrer sollten sich nur tagsüber und in geschlossenen Gruppen bewegen, Kinder dürften nicht allein zurückgelassen werden.

"Wolke der Angst"

Das kanadische Medienecho auf die Vorfälle in dem populären Skiressort ist enorm. Die in Toronto erscheinende Zeitung "The Globe and Mail" schreibt von einer "Wolke der Angst", die staatliche TV-Gesellschaft CBC berichtete im Internet und im Fernsehen mehrmals von den Vorfällen in Banff.

Während sich einige der in Interviews befragten Einwohner und Offiziellen darum bemühen, die Angriffe als Einzelfall darzustellen, erklären andere, die Puma-Angriffe seien ganz natürlich, schließlich seien sie seit jeher Bewohner des Berggebietes in den Rocky Mountains.