Kanadas Multikulti-Metropole Einmal um die Welt in Toronto

Sich durch internationale Küchen zu essen, ist in Toronto einfach: Die Einflüsse sind so bunt wie die Herkunftsländer der Einheimischen. Multikulti hier ist eine Herzensangelegenheit.

Tourism Toronto

"Habibi, noch etwas Aleppo Muhamara?", fragt Mama Yolla und schöpft im gleichen Atemzug einen großen Löffel des roten Dips aus Paprikaschoten, Walnuss und Granatapfel auf die Silberplatte. Protest zwecklos. Im syrischen Restaurant Zezafoun in Torontos Yonge-Eglington-Nachbarschaft ist Mediterranean Music Night und Sängerin Tamar Illana schmettert dramatische Volksweisen. Mama Yolla ist vor über einer Dekade mit ihrer Familie nach Toronto ausgewandert und liebt die Stadt so sehr wie die aromatischen Genüsse ihrer Heimat.

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Und Toronto liebt zurück - die Metropole ist bekannt für ihren Multikulti-Charakter und vor allem die Offenheit, mit der fremde Kulturen, Gerichte und Traditionen umarmt werden. Der Slogan "Canada's Downtown" passt perfekt. In dieser Stadt trifft sich die Welt. Auf Queen West, in Cabbagetown oder dem Distillery District verwirklichen junge Restaurant-Besitzer aus Europa, Afrika, Süd- und Lateinamerika ihre Visionen neben Sterne-Chefs und Gourmet-Stars. First-Nations-Köche bringen Kultur und Genuss ihrer Ahnen zurück: Tea N Bannock serviert First-Nations-Gerichte wie frittiertes Bannock oder Elch-Eintopf. Auch in Chinatown, Greektown, Little Portugal oder Koreantown köcheln Gerichte nach Rezepten der Vorfahren hinter großen Glasfenstern.

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Was das auf dem Teller bedeutet? Man kann sich quasi einmal um die Welt essen - und dann nochmal eine Ehrenrunde mit Länder-Mix-Gerichten drehen. Schon mal jamaikanisch-französische Küche probiert? Wie wär es mit mexikanisch-koreanischen Bulgogi-Barbecue-Tacos samt eingelegten Birnen oder gebratenem Ahi-Thunfisch mit Jicama und Yuzu-Vinaigrette bei Barrio Coreano? Oder doch lieber vietnamesisch-ungarische Gerichte bei Hungary Thai in Kensington Market? Die quirlige Nachbarschaft oberhalb von Little Italy ist ohnehin ein Hotspot für Skurriles, Buntes, Hippes und Hippies - sowie Hungrige, Durstige und Partyfreudige.

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Einst das jüdische Viertel, ist Kensington heute von internationaler Lässigkeit geprägt. Tagsüber bummelt man durch Graffiti-verzierte Cafés oder Second-Hand-Läden - am Abend nippt man in Gin-Bars wie Café Pamenar an bunten Drinks. Denn auch im Glas macht sich die Vielseitigkeit der Stadt bemerkbar: Von frischgepressten Säften über den vom voll-tätowierten Mixologisten ausbalancierten Cocktail bis zum Craft Beer gibt es hier alles. Micro-Brauhäuser wie Junction Craft Brewing oder Bellwoods Brewery kreieren kräftige Biere, die Craft Cider Bar Her Father's wiederum hat über 75 Sorten Apfelwein im Angebot.

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Überhaupt, das Nightlife! Irgendwo wird immer getanzt - gern auch auf der Straße. Salsa, Kizomba, Swing oder Bollywood - in ist eigentlich jeder Stil. Multikulti macht das Ausgehen besonders bunt: Man trifft spannende Menschen aus der ganzen Welt oder eben Kanadier, die stolz von ihren Wurzeln erzählen. In Danforth beispielsweise, einer Nachbarschaft im Eastend, wird abends draußen musiziert - und danach feiert man in der Danforth Music Hall, einer der ältesten Konzertsäle der Stadt.

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Etwas edler geht es freitag- und samstagabends auf King Street zu, wo sich schicke Nachtclubs aneinanderreihen. Vorher gehören Cocktails auf Hotel-Dachterrassen wie dem Bisha, dem Thompson oder dem The Delta mit Aussicht auf den CN Tower zum Nightlife-Ritual. Ein bisschen fühlt es sich - mit Blick auf die Hochhäuser des Finanzviertels - an wie in New York. Nur entspannter, netter, eben kanadischer.

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Mehr noch als New York ist Toronto ein Patchwork aus unterschiedlichen Vierteln, die von einem kollektiven Spaß-an-Kunst-und-Kulinarik-Ethos miteinander verbunden sind. Jeder Stadtteil hat seinen eigenen Charakter. So auch der Distillery District: Die ehemalige Schnapsbrennanlage mit Kopfsteinpflaster-Straßen ist Hotspot für Touristen wie Einheimische - auch hier kann man sich in wenigen Stunden durch die Weltküchen futtern und im El Catrin sogar bei kaltem Wetter unter Heizstrahlern auf der Terrasse sitzen.

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20 Gehminuten entfernt befindet sich mit dem St. Lawrence Market Torontos schönster Markt. Seit 1803 verkaufen Ontarios Bauern im markanten Backsteingebäude ihre Waren - nirgendwo sonst in der Stadt gibt es ein ähnlich breites Angebot an Käse-, Wurst-, Back- und Fischspezialitäten. Typisch Toronto ist das deftig duftende Peamal Bacon Sandwich der Carousel Bakery. "Wir schmieren seit über 30 Jahren täglich gut 2500 Stück", sagt Inhaber Robert Biancolin stolz. In Toronto hungrig bleiben? Geht nicht! Man könnte hier jahrelang immer woanders essen. Andererseits war es bei Mama Yolla so lecker, dass man am liebsten jeden Abend hingehen würde. Und ein erfreutes "Habibi, einmal das Übliche?" lässt einen die Metropole gleich noch etwas tiefer ins Herz schließen.

Haben wir Dich inspiriert? Ob Berge, Seen, Städte oder Meeresufer - von Halifax im Osten, Vancouver im Westen bis hoch nach Yellowknife im Norden, Kanada hat für jeden das richtige Ziel.

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