Kapstadt Robben Island muss wegen Tierplage schließen

Für kurze Zeit hat Kapstadt ein Sightseeing-Spot weniger: Robben Island schließt die Tore. Die Museumsverwaltung der ehemaligen Gefängnisinsel eröffnet die Jagd auf eine Kaninchen-Kolonie. Die zehntausend Tiere sind zu einer Gefahr für das Ökosystem der Unesco-Insel geworden.


Hamburg - Kaninchen fressen Robben Island ab: Die Insel, auf der Nelson Mandela zwei Jahrzehnte in einer kleinen Zelle verbrachte, kämpft mit einer Tierplage. Auf dem Eiland vor Kapstadt lebt eine mittlerweile rund zehntausend Tiere starke Karnickel-Kolonie und gefährdet die natürliche Vegetation und andere Arten. Im November wird die Gefängnisinsel für zwei Wochen geschlossen und die Jagd eröffnet.

Kaninchen auf Robben Island: Bald endet die Idylle auf der ehemaligen Gefängnisinsel
AP

Kaninchen auf Robben Island: Bald endet die Idylle auf der ehemaligen Gefängnisinsel

Die Häschen hätten sich in den letzten Jahren unkontrolliert fortgepflanzt, teilte die Museumsleitung dem Nachrichtendienst All Africa mit. Nun soll ein großer Teil der Tiere getötet werden, um das ökologische Gleichgewicht auf der zum Weltkulturerbe zählenden Insel wieder herzustellen. Dafür nimmt sich die Museumsleitung vom 1. bis 16. November Zeit. Unterstützung bei der Kaninchenjagd gibt es von der SPCA, einer Tierschutzgesellschaft.

Die Mümmelmänner wurden im 17. Jahrhundert von europäischen Seefahrern auf Robben Island entlassen und dienten als Nahrungsquelle. Heute seien sie dank fütternder Touristen so zahm, dass es nicht schwer werde, sie einzufangen.

Nach der Reduktion der Kaninchenpopulation soll bei den verbleibenden Tieren eine strenge Geburtenkontrolle durch Sterilisationen eingeführt werden.

car



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