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Preiskampf bei Fernreisen: Schnäppchenchancen für Karibik

Foto: Mona Contzen/ SRT

Preiskampf bei Fernreisen Der Gewinner ist der Urlauber

Vor allem Richtung Karibik liefern sich Fluggesellschaften und Reiseveranstalter einen heftigen Preiskampf. Das bedeutet Schnäppchenzeit für Fernreisende - besonders für jene, die früh buchen wollen.

Wer sich für eine Fernreise interessierte, dem wurde noch vor Kurzem erklärt, dass er dafür eine gut gefüllte Urlaubskasse brauche. Der Grund: Der Dollar (und mit ihm die Währungen der meisten anderen Länder) ist im vergangenen Jahr um fast 15 Prozent teurer geworden.

Aber jetzt kommt es doch genau anders herum: Die Reiseunternehmen unterbieten sich gegenseitig mit Preissenkungen. Wieso das?

Am Euro liegt es jedenfalls nicht. Der ist zuletzt sogar noch mal gefallen. Aber Fernreisen bestehen eben nicht nur aus den Kosten vor Ort, sondern auch aus dem Preis für den Flug. Und da herrscht aktuell ein gnadenloser Wettbewerb. Das gilt vor allem Richtung Karibik: Dorthin setzt die neue Lufthansa-Billigflugtochter Eurowings sechs zusätzliche Flugzeuge wöchentlich in Bewegung und hat damit den Markt gehörig aufgemischt.

Zuvor hatten bereits Condor und Air Berlin ihre Kapazitäten Richtung Dominikanische Republik, Kuba und Mexiko erhöht. Auch Lufthansa selbst will sich ein Stück vom Kuchen abschneiden und startet mit einer neuen Verbindung nach Cancún in Mexiko. Insgesamt sind wohl 50 Prozent mehr Flüge in die Karibik im Angebot als im vergangenen Winter, schätzt Condor-Manager Jens Boyd. Was daraus folgt, kennt man vom Wochenmarkt: Wo das Angebot die Nachfrage übersteigt, fallen die Preise.

Hinzu kommt ein Preiskrieg zwischen den Veranstaltern: Der Reisegigant TUI, Marktführer bei den Mittelmeer-Urlauben, hat sich vorgenommen, den Fernreise-Primus DER-Touristik vom Thron zu stoßen. TUI erhöhte dazu das Angebot im aktuellen Winterprogramm auf 11.000 Hotels, hinzu kommen 500 Rundreisen und 4000 Ausflüge. Um die zu verkaufen, ging TUI "strategische Partnerschaften" mit Etihad und Lufthansa ein.

Die Preise wurden so knapp kalkuliert wie lange nicht mehr - nicht nur für Urlaub in der Karibik, sondern auch in Asien und auf den Inseln des Indischen Ozeans. Speerspitze des Angriffs ist die TUI-Preiswertmarke 1-2-fly, die neuerdings auch frühere Luxusziele wie Malediven, Tansania und Sansibar anbietet. Und die angegriffene DER-Touristik hält natürlich dagegen.

Deutlich mehr Fernreisen im Angebot

Urlauber können von diesem Wettstreit der Giganten nur profitieren. Schon bei Veröffentlichung der Kataloge im Juli war von den erwarteten währungsbedingten Preissteigerungen kaum mehr etwas zu spüren. Seitdem bröckeln die Preise auf breiter Front.

"Trotz Euro-Schwankungen bleibt der Urlaub auf der Fernstrecke erschwinglich", gibt Matthias Rotter von DER-Touristik als Devise aus. Und TUI-Fernreisenchef Steffen Boehnke hätte nicht mal was dagegen, wenn der Euro noch weiter fällt. Schließlich hat er sich, wie bei Reiseunternehmen üblich, den Dollarkurs frühzeitig gesichert. Das stellt sich jetzt als günstig heraus.

Andere Anbieter wollen im Fernreisengeschäft ebenfalls nicht zurückstehen. Von Alltours bis Thomas Cook, von FTI bis Schauinsland - alle großen Anbieter haben ihr Fernreisenangebot deutlich ausgeweitet. Im Zentrum des Wettbewerbs stehen bei diesen Veranstaltern allerdings der Oman und die Emirate. Gerangelt wird aber auch um die Malediven und Thailand - und immer wieder um die Karibik.

Als Gewinnerland des kommenden Winters sehen die Reiseunternehmen unisono Kuba. Dorthin herrscht eine "riesige Nachfrage": Alle wollen noch mal den Charme des dahinbröckelnden Kommunismus erleben. Ab kommendem Jahr, so schätzt man, dürften die Amerikaner die größte Antilleninsel wieder zu ihrem Hausstrand machen. Erwartungsfroh haben die kubanischen Hotels bereits ihre Preise von Euro auf Dollar umgestellt. Noch gelten allerdings die bereits vorher kalkulierten Veranstalterpreise.

Meist ist es ja mit Vorsicht zu betrachten, wenn die Reiseunternehmen "frühzeitiges Buchen" empfehlen und anraten, von der Automiete bis zum All-inclusive-Arrangement alles vorab zu buchen. In diesem Winter könnte das aber tatsächlich sinnvoll sein. Wenn der Dollar nicht noch unerwartet an Wert verliert, dann liegen die Veranstalterpreise deutlich unter den aktuellen Kosten vor Ort.

Hans-Werner Rodrian/srt/abl
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