Karneval in Montevideo Tanz mit Federboa

Dumpfe Trommelwirbel, spektakuläre Kostüme, viel nackte Haut: Beim Karneval in Montevideo geht es fast so farbenfroh und temperamentvoll zu wie in Rio. Eine wichtige Rolle spielen die afrikanischen Einflüsse - der berühmteste Umzug erinnert an die Sklaverei.


Montevideo - Die Karnevalsfeiern sind kleiner als die berühmten Umzüge in Rio de Janeiro, doch nicht weniger leidenschaftlich: In Montevideo in Uruguay erstrecken sich die Feierlichkeiten jedes Jahr über 45 Tage, auch nach dem Aschermittwoch geht die große Party weiter.

Höhepunkt ist Las Llamadas, ein Umzug mit starken afrikanischen Einflüssen. Im 18. Jahrhundert war der Hafen von Montevideo Ankunftsort für afrikanische Sklaven, die später in andere Länder Südamerikas transportiert wurden. Deshalb waren bereits Anfang des 19. Jahrhunderts ein Drittel der Stadtbevölkerung Schwarze.

Sie brachten den Candombe nach Uruguay, eine sehr rhythmische Musik, die afrikanische und europäische Einflüsse vermischt - dieser Sound ist wesentlicher Teil der Umzüge in den alten Stadtvierteln Sur und Palermo.

Beim Fasching zeigen die Einwohner der Geburtsstadt des Tangos jedes Jahr aufs Neue, dass sie wissen, wie man richtig feiert. In den wenigen Wochen werden mehr Eintrittskarten für Karnevalsveranstaltungen verkauft als für sämtliche Kultur- und Sportveranstaltungen des Jahres zusammen - und das in einem fußballverrückten Land wie Uruguay.

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