Kuriose Flugreisen "Tinky Winky und Laa-Laa bitte ins Cockpit!"

Bitte einmal die Plastikbecher spülen! Der erste Arbeitstag ist für Flugbegleiter extrem hart, weil sich Kollegen derbe Scherze erlauben. Doch vielleicht ist das eine gute Vorbereitung auf den späteren Job-Alltag - denn Witz und Wahnsinn liegen an Bord manchmal nah beieinander.

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Pilotin bei einer Ansage: Neulinge im Luftverkehr haben es nicht leicht
Corbis

Pilotin bei einer Ansage: Neulinge im Luftverkehr haben es nicht leicht

In den Crews der meisten Fluggesellschaften gibt es eine Tradition, die den wenigsten Passagieren bekannt ist: dass neue Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen auf ihrem Erstflug zum Opfer derber Späße werden.

Einer der Klassiker geht so: Der nervöse Neuling, eifrig darauf bedacht, bloß keinen Fehler zu machen, bekommt eine Warnweste und einen kleinen Feuerlöscher in die Hand. "Dann erteilt der Purser ihm den Auftrag, damit die Betankung der Maschine zu überwachen", erzählt der Flugbegleiter einer großen deutschen Airline.

Für ebenfalls große Erheiterung beim Rest der Crew sorge die Ansage, dass leider nicht genug Plastikbecher mitgenommen wurden und deshalb nun gespült werden müsse. "Erst wenn der Neuzugang fast fertig ist, öffnet ein anderer eine Schublade und sagt: 'Ups, da sind sie ja!'" Eine ähnlich sinnlose Beschäftigungstherapie ist die Bitte, doch kurz bei sämtlichen Tabletts zu überprüfen, ob das Besteck vorhanden ist - bei einer vollbesetzten Boeing 747 ein durchaus zeitraubender Vorgang.

Im Internetforum www.airlinecrew.net zählen Crew-Mitglieder weitere Varianten der Flugbegleiter-Feuertaufe auf. Hier ein paar Highlights: Ein Pilot füllte eine Spucktüte mit warmer Gemüsesuppe und bat die neue Stewardess, sein Erbrochenes zu entsorgen. Als die zum Mülleimer eilte, fing sie ein Kollege ab, nahm ihr den warmen Papierbeutel ab und begann, den Inhalt zu essen. "Man wirft doch keine Mahlzeit weg", sagte er laut Forumseintrag - die arme Frau habe daraufhin selbst eine Tüte gebraucht.

Reif für die Insel

Erfreulicher schien die Premiere für eine neue Stewardess der inzwischen eingestellten US-Fluglinie Tower Air zu laufen: Vor einem Inlandsflug von New York nach San Francisco informierte sie ihr Vorgesetzter, dass es eine Änderung im Dienstplan gebe. Die ganze Crew müsse nach diesem Flug nach Hawaii weiterreisen, wo sie einen dreitägigen Aufenthalt hätten.

Anschließend seien sie für einen Flug ins japanische Inselparadies Okinawa eingeteilt, wo sie mindestens fünf Tage Zeit bis zum nächsten Arbeitseinsatz hätten. Strahlend lief die Debütantin durchs Flugzeug und erzählte allen Kolleginnen von dem vermeintlichen Glücksfall. Entsprechend groß war dann die Enttäuschung, als sich das Ganze als Scherz herausstellte.

Ziemlich erfrischend verlief der erste Arbeitstag für eine Flugbegleiterin, die der Pilot mit ernster Miene bat, schnell ein paar Flaschen Wasser zu holen, um die Flugzeugnase zu kühlen. Diese sei nämlich "beim Wiedereintritt" stark erhitzt worden. Die pflichtbewusste Stewardess befolgte die Anweisung und wurde als Wasserwerferin ziemlich nass.

Und dann war da noch die Airline-Debütantin, die ihren Ohren nicht traute, als man sie bat, beim Ausfahren des Fahrwerks im Gang auf und ab zu hüpfen. Die Mechanik klemme nämlich ein wenig, deshalb müsse nachgeholfen werden. Zur großen Erheiterung der eingeweihten Passagiere gehorchte die Arme tatsächlich.

Doch nicht nur neue Stewardessen und Stewards entwickeln unter dem Stress eines langen Arbeitstages einen Hang zu geistigen Tiefflügen. Auch den Piloten und Passagieren scheint die "Höhenluft" manchmal so zuzusetzen, dass man an ihrer Zurechnungsfähigkeit zweifeln muss. Die folgenden Zitate machen deutlich: Witz und Wahnsinn liegen eng beieinander.

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