Lonely-Planet-Tipps für 2014 Städtetrip nach Paris, Fußballparty in Brasilien

Einst druckte der Lonely-Planet-Verlag "Bibeln für Backpacker" - jetzt empfiehlt das Buch "Best in Travel" das Massen-Touristenziel Paris als sehenswerteste Stadt für 2014. Ein paar Geheimtipps gibt es aber. Zum Beispiel für Katzenfans.

Corbis

Endlose Sandstrände, Naturwunder im Regenwald und jede Menge Fußball: Für die Reiseexperten des Lonely-Planet-Verlags ist Brasilien im kommenden Jahr das interessanteste Reiseziel. Vor allem wegen der Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer, aber auch die Schönheiten des Amazonas und der Pantanal-Region werden gelobt.

In dem Buch "Best in Travel 2014" stellen die Redakteure Top-Ten-Listen von Zielen vor, die ihrer Ansicht nach gerade jetzt einen Besuch lohnen. Die Plätze zwei und drei belegen die Antarktis und Schottland. In der Städtewertung landet Paris auf dem Spitzenplatz vor Trinidad auf Kuba und Kapstadt. Bei den Regionen liegen Sikkim in Indien, Kimberley in Australien und Yorkshire in Großbritannien ganz vorne.

Auswahlkriterien sind Faktoren wie spezielle Events im Jahr 2014, neue Infrastruktur-Entwicklungen in jüngster Zeit und der sogenannte x-Faktor - ein besonderer Charme, den man so an kaum einem anderen Ort findet. Punkten können auch Reiseziele, bei denen die Autoren vermuten, dass man sie jetzt besuchen sollte, bevor bald die großen Touristenmassen einfallen und viel von dem zerstören, was authentisch ist.

Frankreichs Hauptstadt mag als Sieger ihrer Kategorie besonders überraschen. Denn als der australische Verlag vor einigen Jahrzehnten die ersten Reiseführer veröffentlichte, waren die bald als "Backpacker-Bibeln" bekannt: mit Tipps für besonders abenteuerliche, besonders preiswerte und generell besonders besondere Reisen. Paris mit seinen jährlich fast neun Millionen Besuchern und notorisch hohen Preisen scheint da nicht so recht hineinzupassen.

Das gilt aber nur auf den ersten Blick: Denn längst ist der Lonely Planet im Mainstream angekommen. Die Reiseführer sind durch ihre massenhafte Verbreitung kein Untergrund-Medium mehr für eine Gruppe eingeweihter Traveler-Freaks, sondern eine Garantie dafür, an Orte zu gelangen, wo ziemlich viele andere Ausländer ebenfalls ihren Urlaub verbringen.

Reeperbahn schneidet gut ab

Jetzt empfiehlt "Best in Travel", sich Paris von der Aussichtsplattform des Eiffelturms anzusehen - ein solcher Allerweltstipp ist vielleicht die konsequenteste Entfernung von den Backpacker-Wurzeln, die der Verlag bislang gewagt hat. Paris habe eine Wiedergeburt erlebt und sich durch autofreie Zonen verwandelt, heißt es in der Kurzbeschreibung der Stadt. Zudem würden Tourismus-Ikonen wie das Picasso-Museum und das Ritz-Hotel 2014 wieder eröffnet.

Überzeugender und hilfreicher für Individualreisende sind die thematisch sortierten Bestenlisten zu Themen wie "Die besten Homestays in Familien", "Die besten Luxus-Bootcamps" oder "Die interessantesten Orte für Beatles-Fans". Dort ist übrigens nicht Liverpool auf Platz eins, sondern die Hamburger Reeperbahn, speziell wird der Club Indra empfohlen, der durch den ersten Auftritt der Band Musikgeschichte schrieb.

Hochgradig unterhaltsam ist die Rubrik "Reiseziele für Katzenfreunde", in der die Autoren auf den Trend anspielen, dass Katzenvideos sich im Internet ungebremster Beliebtheit erfreuen. Warum also nicht einmal ein Reiseziel nach dieser Vorliebe auswählen? Also raus aus dem Internet und rein ins Flugzeug: in Japans Katzencafés in Tokio, ins Katzenmuseum in Kuching (Borneo) oder zur "Average Joe Cat Show"-Schönheitskonkurrenz in Arlington (USA).

Lonely Planet's Best in Travel 2014, Oktober 2013, 11,95 Euro. Hier können Sie das Buch bestellen.

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
Layer_8 29.10.2013
1. Lonely Planet
Zitat von sysopCorbisEinst druckte der Lonely-Planet-Verlag Bibeln für Backpacker - jetzt empfiehlt das Buch "Best in Travel" das Massen-Touristenziel Paris als sehenswerteste Stadt für 2014. Ein paar Geheimtipps gibt es aber. Zum Beispiel für Katzenfans. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/lonely-planet-reisebuch-best-in-travel-2014-mit-paris-und-brasilien-a-930489.html
"Bibeln für Backpacker". Es gab ja damals nur 1 "Bibel", die gelbe. Die für Südostasien. Und als Sequel gabs dann noch Indien. Was waren das noch Zeiten sag ich mal so nostalgisch, ohne Internet und mit American Express. Jetzt sind die wirklich "Mainstream", ist ja auch OK, nur aktuelle Reisetipps, auch "geheime", bekommt man ja heutzutage eher spontan übers Internet und aufs Handy. Für die Kulturen "fremder" Länder gibts andere, bessere, Bücher.
mgolen 29.10.2013
2.
Die gute Sache an Paris ist, dass es trotzdem eine schöne Stadt bleibt, auch wenn es Millionen von Touristen besuchen, etwas, das man wahrscheinlich über ein Katzenmuseum in Borneo nicht sagen kann. Es ist nicht so überraschend, dass die größten Highlights Sehenswürdigkeiten sind, die der Öffentlichkeit bereits bekannt sind, denn es ist schwer, sich eine Sehenswürdigkeit wie den Eiffelturm vorzustellen, die noch ein Geheimtipp ist. Solange es auch noch originelle Kategorien gibt, sehe ich kein Problem. Ich habe die lonely Planet Reiseführer nicht so sehr für die Geheimtipps geschätzt, von denen einige oft gar nicht mehr vorhanden sind, wenn man sie besuchen möchte, sondern mehr für seine gesammelten Informationen zu allen Aspekten der Reise, von Stadtkarten über Postämter bis hin zu Informationen zum Flughafenbus und dessen Preis. Dies findet man so vollständig auch jetzt noch in keinem anderen Reiseführer. Heutzutage, mit gratis WLAN überall, könnte das nicht mehr so wichtig sein, aber vor Jahren war ein guter Reiseführer fürs Backpacking wirklich seinen Preis wert.
Oskar ist der Beste 29.10.2013
3. naja
also was Afrika angeht, gibt es da sicherlich noch bessere Tipps, zunaechst einmal sind die Victoria Falls von Zimbabwe her besser zu übersehen und Zambia oder besser Livingstone vom schlechten Ruf seines Nachbarstaates in den letzten 15 Jahren profitiert hat. Auch ist Malavi nun wirklich nicht vorangig wegen der Tiere interessant, da gibt es in den suedlichen Nachbarstaaten viel mehr zu entdecken. Und Hamburg als Beatles metropolis zu betrachten ist, ist auch mutig, ist doch der Starclub laengst nicht mehr vorhanden.
pfzt 29.10.2013
4.
Zitat von mgolenDie gute Sache an Paris ist, dass es trotzdem eine schöne Stadt bleibt, auch wenn es Millionen von Touristen besuchen, etwas, das man wahrscheinlich über ein Katzenmuseum in Borneo nicht sagen kann. Es ist nicht so überraschend, dass die größten Highlights Sehenswürdigkeiten sind, die der Öffentlichkeit bereits bekannt sind, denn es ist schwer, sich eine Sehenswürdigkeit wie den Eiffelturm vorzustellen, die noch ein Geheimtipp ist. Solange es auch noch originelle Kategorien gibt, sehe ich kein Problem. Ich habe die lonely Planet Reiseführer nicht so sehr für die Geheimtipps geschätzt, von denen einige oft gar nicht mehr vorhanden sind, wenn man sie besuchen möchte, sondern mehr für seine gesammelten Informationen zu allen Aspekten der Reise, von Stadtkarten über Postämter bis hin zu Informationen zum Flughafenbus und dessen Preis. Dies findet man so vollständig auch jetzt noch in keinem anderen Reiseführer. Heutzutage, mit gratis WLAN überall, könnte das nicht mehr so wichtig sein, aber vor Jahren war ein guter Reiseführer fürs Backpacking wirklich seinen Preis wert.
Das stimmt. Paris ist der Bringer! Da ich nun bestimmt schon 20 mal dort war und früher schon jedes Mal eine der klassischen Sehenswürdigkeiten "abgehakt" habe, bin ich nun frei Paris so zu genießen wie m.M.n. auch am besten ist: ziellos schlendern durch die Straßen, sich treiben lassen in den Menschenmengen und gelegentlich Platz in einem Straßencafé nehmen und die Menschen beobachten. Das besondere und das tollste an Paris ist nämlich die weltweit einmalige architektonische Geschlossenheit der Straßenzüge, die weitläufige Stadtgestaltung welche auch gigantische Menschenmengen aufnimmt und vor allem das das Erdgeschoss von ganz Paris ein einziges kleines Geschäft ist. Mein einziger Kontakt mit (vor allem deutschen) Touristen beschränkt sich Gott sei Dank auf die feinen Ausstellungen die es überall zu sehen gibt, dort allerdings hängen sie dann alle rum und sind natürlich prompt pensionierte Deutschlehrer mit Familie ;)
marypastor 30.10.2013
5. Ich habe mir letztes Jahr
Zitat von sysopCorbisEinst druckte der Lonely-Planet-Verlag Bibeln für Backpacker - jetzt empfiehlt das Buch "Best in Travel" das Massen-Touristenziel Paris als sehenswerteste Stadt für 2014. Ein paar Geheimtipps gibt es aber. Zum Beispiel für Katzenfans. http://www.spiegel.de/reise/fernweh/lonely-planet-reisebuch-best-in-travel-2014-mit-paris-und-brasilien-a-930489.html
eine Reise-Auszeit von 5 Jahren verschrieben wg. Totalfrust. Denn egal, wo ich hinkam ( da war Borneo und Sikkim auch darunter ), ein Deutscher Pauschaltourist war schon vor mir da. Jetzt mache ich kurze Trips in Deutschland. Z.B.: Gothik und Barock, Kirchen und Kloester. Oder eine Gourmet-Reise nach Oberfranken. Da ist man noch unter sich.
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