Mosambik Info Ein ungewöhnliches Reiseziel

Nach und nach wird Mosambik wiederentdeckt. Das Land bietet immerhin rund 2500 Kilometer Küste entlang des Indischen Ozeans.

Von Petra Märlender


Hintergrund

Das Land befindet sich im Aufbau. Durch die jahrzehntelangen Kriegswirren hochverschuldet und von ausländischer Hilfe abhängig haben die Überschwemmungen Mosambik in seiner Entwicklung wieder zurückgeworfen.

Für einen landesweit funktionierenden Tourismus muss das Land noch erschlossen werden. Der Süden ist durch die Nähe und Anbindung an Südafrika am besten ausgebaut. Leider sind wild lebende Tierbestände durch den Krieg dezimiert worden. Landminen liegen verstreut und versteckt im ganzen Land. Vom vorgezeichneten Weg sollte man insbesondere nach der Flutkatastrophe und außerhalb der Städte möglichst nicht abweichen.

Blick auf Mosambiks Hauptstadt Maputo
Petra Märlender

Blick auf Mosambiks Hauptstadt Maputo

Geschichte
Die portugiesische Kolonialherrschaft begann mit einer Versorgungsstation für Seefahrer auf ihrem Weg nach Indien, die Ende des 15. Jahrhunderts von Vasco da Gama errichtet wurde.

1962 wurde die Unabhängigkeitsbewegung Frelimo (Frente de Libertacao de Mocambique) gegründet. Der Krieg um die Unabhängigkeit von der portugiesischen Herrschaft dauerte fast zehn Jahre, bevor es 1974 zu ersten Verhandlungen zwischen Guerilla und portugiesischer Militärjunta kam. Ein Jahr später entließ Portugal - das 1974 selber in der so genannten Nelkenrevolution seinen Diktator Salazar gestürzt hatte - seine Kolonie Mosambik in die Unabhängigkeit. Frelimo wurde erste Regierungspartei. Unter Präsident Samora Machel versuchte die neue Herrscherelite einen Staat mit marxistischer Prägung aufzubauen. Durch die Kriegsschäden, den Weggang fast aller Weißen und somit durch den Verlust von Fachkräften befand sich das Land zu diesem Zeitpunkt in einer desolaten Wirtschaftslage, so dass der Versuch, die Wirtschaft sozialistisch neu zu strukturieren, scheiterte.

Zwangsumstellung auf kollektive Landwirtschaft, das Verbot von Gewerkschaften und Versorgungsengpässe ließen in der Bevölkerung vermehrt Widerstand aufkommen. Die Rebellengruppe Renamo (Resistencia Nacional Mocambicana) wurde gegründet, um die Regierung zu destabilisieren. Unterstützung erhielt Renamo von den Nachbarländern Südafrika und dem damaligen Rhodesien, die ihrerseits wiederum ein Interesse an der Schwächung des kommunistischen Regimes der Frelimo hatten.

Ende der Achtziger waren die zerstrittenen Parteien letztendlich gezwungen, über eine friedliche Zukunft nachzudenken. Der Krieg trocknete aus: Das Land hatte keine Bodenschätze wie zum Beispiel Angola vorzuweisen, der Kalte Krieg zwischen Ost und West war beendet, die Wende in Südafrika eingeleitet und somit blieb auch die ausländische Unterstützung aus. 1992 wurde ein Friedensvertrag unterzeichnet und 1994 konnten die ersten freien und demokratischen Wahlen abgehalten werden.

Klima
Je nach Gebiet unterschiedlich. Die beste Zeit für die Küste ist von April bis September - warm und trocken. Durchschnittstemperaturen liegen bei 30 Grad.

Impfungen
Malaria-Prophylaxe wird empfohlen. Weitere Einzelheiten bei Tropeninstituten oder Tropenmedizinern erfragen.

Einreise
Visum erforderlich: Botschaft der Volksrepublik Mosambique, Stromstr. 47, 10551 Berlin, Tel. 030 - 39 87 65 00/ 01/ 03

Anreise
SAA (South African Airlines) fliegt bis Johannesburg ab 1300,- Mark, von dort gibt es Anschlussflüge nach Maputo für einen Aufpreis von 400,- Mark für einen Hin- und Rückflug

Auskunft/ Veranstalter
Individuelle Reiseplanung: AST African Spezial Tours, Gronauer Weg 31, 61118 Bad Vilby, Tel: 06101 / 583053, Fax: 06101 / 583054, e-mail: info@ast-reisen.de

Petra Märlender

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