Müllproblem China schließt nördliches Basislager am Mount Everest

Müll, Exkremente und Leichen: Der Aufstieg zum Gipfel des Mount Everest hat nicht nur schöne Seiten. China greift nun durch und schließt das nördliche Basislager in Tibet für "gewöhnliche Touristen".
Der Mount Everest

Der Mount Everest

Foto: David Gray/ REUTERS

Nicht nur das südliche Basislager in Nepal hat ein Müllproblem, auch das nördliche versifft. Deshalb hat China das in Tibet liegende Basislager am Mount Everest nun für Touristen geschlossen.

Das Verbot gelte für "gewöhnliche Touristen", nicht für solche mit einer Erlaubnis zum Besteigen des höchsten Berges der Erde, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Für die Touristen werde ein neues Lager rund zwei Kilometer entfernt errichtet.

Eingeschränkt werden soll dem Bericht zufolge der Zugang für die Gebiete oberhalb des in 5000 Meter Höhe gelegenen tibetischen Klosters Rongpo. Als Grund nannte Tang Wu von der Tourismusbehörde in Tingri laut der South China Morning Post den "Schutz der Umwelt". Dieser "Kernbereich" werde "für eine unbestimmte Zeit für Touristen gesperrt".

Zahl der Bergsteiger auf Rekordhoch

Damit reagieren die chinesischen Behörden auf die deutliche Zunahme von Touristen am 8848 Meter hohen Mount Everest. Laut der chinesischen Bergsteigervereinigung CMA sind in den letzten acht Jahren mehr als 20.000 Menschen aus über 40 Ländern von der tibetischen Seite aus zum Gipfel aufgebrochen. Das Basislager an sich sei auch für Menschen, die nicht weiter aufsteigen möchten, ein beliebtes Ziel. Um die 40.000 Menschen waren dort im Jahr 2015 unterwegs.

Die Zahl der Bergsteiger, die sowohl von chinesischer als auch tibetischer Seite den Everest-Gipfel erklommen, stieg 2018 auf ein Rekordhoch von 807.

Wegen dieser Entwicklung liegen auf dem Mount Everest immer mehr Abfälle - aber auch die sterblichen Überreste von gescheiterten Bergsteigern. 2018 organisierten die chinesischen Behörden daher drei große Reinigungsaktionen auf einer Höhe von mehr als 5200 Metern.

Dabei seien "mehr als acht Tonnen Haushaltsabfälle, Exkremente von Menschen und Hinterlassenschaften von Bergsteigern" weggeräumt worden, schrieb Xinhua. China plant überdies, die Leichen von Bergsteigern auf einer Höhe von über 8000 Metern zu bergen.

Laut der "South China Morning Post" wurde die Zahl der Genehmigungen für die Besteigung des höchsten Berges der Welt von der tibetischen Seite aus auf 300 begrenzt.

sth/AFP