Kunstprojekt in Hongkong Invasion der Papp-Pandas

Sie posieren auf dem Flughafen, am Flussufer und vor einer Buddhastatue: Hunderte Pappmaché-Bären haben Hongkong erobert. Ihr Schöpfer will auf das Aussterben des Großen Pandas aufmerksam machen.

HKTB

Sie stehen Schulter an Schulter und gucken freundlich aus ihren schwarz umrandeten Augen: Hunderte Papp-Pandas bevölkern derzeit Chinas Millionenmetropole Hongkong. Einige tummeln sich wie Touristen am Hafen, andere bilden eine große Pandamenge in der Eingangshalle des Flughafens.

So drollig die Tiere aus Pappmaché aussehen, so ernst und wichtig ist der Grund ihres Erscheinens: Ihr Schöpfer, der französische Künstler Paulo Grangeon, setzt sich mit der eindrucksvollen Freiluftausstellung für den Erhalt und Schutz der bedrohten Tierart ein. Unterstützt wird das Projekt von dem WWF (World Wide Fund For Nature) und dem PMQ, eine soziale Non-Profit-Vereinigung.

Die Anzahl der Papierpandas entspricht der ihrer Vorbilder in freier Wildbahn: Dort leben nur noch rund 1600. Damit Felder und Siedlungen angelegt werden können, wurden große Teile der Bergwälder Chinas abgeholzt - und damit die Heimat der Pandas.

Viele Tiere müssen verhungern, weil es zu wenig Bambus gibt. Wenn sie auf der Suche nach Nahrung ein neues Revier suchen und ihr Gebiet verlassen, werden sie häufig von Autos überfahren. Bleiben sie hingegen in ihren Waldinseln, finden die wenigen Bären innerhalb der drei Tage im Jahr dauernden Paarungszeit nicht zueinander.

"Wir müssen ihre Lebensräume nicht nur erhalten, sondern unbedingt verbinden. Nur so kann das Überleben des Großen Pandas gesichert werden", schreibt der WWF auf seiner Internetseite. Waldkorridore müssten geschaffen werden, damit die Pandas sich begegnen und paaren könnten.

Paulo Grangeon hat sein tierisches Hilfsprojekt vor sechs Jahren gestartet. Seitdem fliegen seine Skulpturen um den Globus, haben mittlerweile 20 Länder besucht und vor dem Eiffelturm in Paris posiert. In Hongkong wurden sie auch vor der Tian-Tan-Buddha-Statue abgelichtet.

Die Aktion erinnert ein bisschen an den Film "Die fabelhafte Welt der Amélie". In diesem schickt eine junge Frau einen Gartenzwerg auf Weltreise und lässt ihn von einer Freundin vor Sehenswürdigkeiten fotografieren. Der Zwerg passt in einen Koffer. Paulo Grangeon hingegen hat einige Passagiere mehr unterzubringen.

jkö

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insgesamt 2 Beiträge
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Berufskritiker 11.06.2014
1. Vor ein paar Jahren die bunten Kühe,
die verpackten Bäume und Gebäude, die Buddy-Bären und was sich sonst noch an Kulturmüll welweit tummelt. Jetzt Pandas! Hat der Sppel mal über den Müllberg nachgedacht und was man an guten Taten für die jeden Tag zu tausenden verhungernden Kinder mit dem Geld hätte machen können? Ne, gell, dafür reicht die Erbse im Hirn sicher nicht.
dr.drum 11.06.2014
2. schnief
aber trotzdem ganz große Kunst. Hoffentlich hilfts...
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